Unterflurcontainer
Die Stadt Brugg modernisiert ihre Abfallwirtschaft

Insgesamt 56 Unterflurcontainer sollen realisiert werden in Brugg. Der Einwohnerrat entscheidet über 690'000 Franken für die erste Phase.

Michael Hunziker
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Vorgesehen ist, die öffentlichen Sammelstellen – hier der Standort Weiermatt – auf Unterflursysteme umzurüsten.

Vorgesehen ist, die öffentlichen Sammelstellen – hier der Standort Weiermatt – auf Unterflursysteme umzurüsten.

Bild: Claudia Meier

Unterflursystem statt oberirdische Sammelstellen: Die Stadt Brugg will die Abfallwirtschaft modernisieren. Der Einwohnerrat entscheidet an seiner nächsten Sitzung am Freitag, 5. März, über einen Kredit von 690'000 Franken für die Umsetzung der ersten Phase.

Schon im 2013 wurde der Stadtrat mit der überwiesenen Motion von Dorothee Heer (SP) zum sukzessiven Ersatz der oberirdischen Sammelsysteme aufgefordert. Die Fusion mit Schinznach-Bad per Anfang 2020 hat die Abteilung Planung und Bau als Anlass genommen, die Entsorgungsinfrastruktur zu überprüfen mit dem Ziel, die Logistik auf die Gemeindegebiete abzustimmen und wo möglich zu optimieren.

Mit der Reduktion auf eine Abfuhr pro Woche wurden der Bevölkerung an den öffentlichen Sammelstellen Rollcontainer für das Graugut zur Ver­fügung gestellt. Diese werden laut Stadtrat rege benutzt. Die Bevölkerung schätze es, zeitlich unabhängig entsorgen zu können. Entgegengewirkt werden könne mit diesem Angebot ebenfalls dem Problem der zur falschen Zeit bereitgestellten Kehrichtsäcke.

Nutzbar auch für Menschen mit Beeinträchtigungen

«Nach der erfolgreichen Umstellung der Graugut-Entsorgung sind auch die Sammelstellen zu überdenken», hält der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest. Und:

«An verschiedenen Orten, insbesondere in Zentrumsnähe, geben diese kein würdiges Bild ab.»

Zudem hätten die Sammelstellen und Container mancherorts ihre Lebensdauer erreicht und sollten hinsichtlich Behindertengleichstellungsgesetz in Zukunft auch für Menschen mit Beeinträchtigungen nutzbar sein.

Das Konzept zur Umstellung auf Unterflurcontainer sieht ein einheitliches System sowie ein einheitliches Angebot vor mit Glas, Blech und Alu, Graugut und Textilien. Die Effizienz und Effektivität können gemäss Behörde gesteigert, das Stadtbild aufgewertet werden. Kurz:

«Die Umstellung auf Unterflurcontainer bewirkt eine vielschichtige Modernisierung in der Abfallwirtschaft der Stadt Brugg.»

Die Graugut-Unterflurcontainer verfügen über ein Volumen von 5 Kubikmetern, was einem Gewicht von 350 bis 400 Kilogramm entspricht. Ein Spezialfall ist der Standort Schulthess-Allee, wo jede Woche im Schnitt 473 Kilogramm Graugut anfallen – deutlich mehr als andernorts. Die Kapazität eines Unterflurcontainers reicht somit knapp nicht aus, respektive die Leerung des Containers muss mehr als einmal wöchentlich erfolgen.

Schulthess-Alle erhält auch Container für Grüngut

Geprüft wird deshalb, – unabhängig von der aktuellen Vorlage –, ob im Bereich Altstadt/Vorstadt ein weiterer Standort für einen Unterflurcontainer realisiert werden soll. An der Sammelstelle Schulthess-Allee ist überdies ein Container für das Grüngut vorgesehen, weil die Bereitstellung im Bereich der Altstadt am Strassenrand laut Stadtrat nicht zweckmässig ist.

Gesamthaft sollen 56 Unterflurcontainer realisiert werden an 10 Standorten. Die Umsetzung erfolgt in zwei Phasen. Für beide wird mit Kosten von insgesamt 1,207 Mio. Franken gerechnet. Finanziert wird die Umstellung über den Eigenwirtschaftsbetrieb Abfallwirtschaft.

Zum heutigen Zeitpunkt können die Erstellungskosten nicht vollständig aus dem Vermögen des Eigenwirtschaftsbetriebs gedeckt werden, führt der Stadtrat aus. Die daraus entstehende Nettoschuld wird gemäss Finanzplanberechnungen mit den jährlichen Überschüssen und ohne Gebührenanpassungen bis im Jahr 2033 getilgt. Verläuft alles planmässig, sollen die Ausführungsarbeiten der ersten Phase «zeitnah beginnen und bis 2022 abgeschlossen werden», so die Behörde.

Einwohnerrat Freitag, 5. März, 19.30 Uhr, Campussaal.