Mönthal
Statt Aushub werden Inertstoffe abgelagert

Der Steinbruch Steinacher soll als Inertstoff-Deponie genutzt, der Richtplan angepasst werden. Das Mitwirkungsverfahren läuft.

Michael Hunziker
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Der Steinbruch Steinacher.

Der Steinbruch Steinacher.

zvg

Statt mit unverschmutztem Aushubmaterial soll der Steinbruch Steinacher in Mönthal künftig mit Inertstoffen aufgefüllt werden können. Für diese Änderung ist eine Richtplananpassung notwendig. Will heissen: Der Steinbruch muss im kantonalen Richtplan als Deponiestandort festgesetzt werden. Aktuell ist er als Materialabbauzone ausgeschieden. Bis 28. September läuft das Vernehmlassungs-, Anhörungs- und Mitwirkungsverfahren.

Der Steinbruch Steinacher liegt im Norden des Dorfs, die Erschliessung erfolgt über die Kantonsstrasse. Seit 1953 wird hauptsächlich Kalkstein abgebaut, der als Juramergel und Juraschotter für den Strassen-, Wald- und Feldstrassenbau sowie für die Zementherstellung verwendet wird. Heute ist die Aarvia Baustoffe AG – vormals Umbricht Bau AG – die Grundeigentümerin und Betreiberin des Steinbruchs. Die Firma plant nun, den Steinbruch mit sogenanntem Material des Typs B aufzufüllen. Zu diesen Inertstoffen zählen Backsteine, Ziegel, Beton, Keramik, Glas, Mauerabbruch oder Strassenaufbruch. «Es handelt sich um Materialien, welche aus dem Rückbau von Gebäuden und Bauten anfallen», steht im Planungsbericht.

Das Potenzial ist vorhanden

Die heutige Materialabbauzone umfasst eine Fläche von rund 2,4 Hektaren. Bei einem durchschnittlichen jährlichen Abbau von 10 000 Kubikmetern wird gemäss Planungsbericht mit einem Abbauhorizont von noch 15 Jahren gerechnet. Die Auffüllung des Steinbruchs richtet sich nach dem Abbaufortschritt, schreibt das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Alles in allem rund 315 000 Kubikmeter Material von Inertstoffqualität soll während 20 bis 25 Jahren abgelagert werden. Im Vergleich zum bewilligten Projekt für den Kalkabbau ändert sich nichts Grundlegendes, so das BVU, ausser dem Wiederauffüllmaterial und der Abdichtung und Entwässerung. Der Perimeter, die Abbaumenge, die Wiederauffüllmenge, die Etappierung, die Endgestaltung, die Rodungsflächen, der ökologische Ausgleich und die Rekultivierung bleiben unverändert. Der Abbau sowie die Rekultivierung und Wiederauffüllung erfolgen in Etappen.

Aus Sicht des Kantons besteht das Potenzial von ein bis zwei weiteren Inertstoff-Deponien. Denn im Aargau wird zurzeit nur die Deponie Emmet in Seon als Inertstoff-Deponie betrieben. Mit der geplanten Erweiterung Emmet sowie der geplanten Deponie Leigruebe in Fisibach können rund die Hälfte des kantonalen jährlichen Bedarfs gedeckt werden. «Ein Bedarf an weiteren Auffüllvolumen für Material mit Inertstoffqualität ist somit vorhanden», stellt das BVU in seiner fachlichen Grobbeurteilung fest. Anders ausgedrückt: Die geplante Deponie Steinacher trage zur Verbesserung der Situation im Aargau bei.

Der Regionalplanungsverband Brugg Regio unterstützt das Vorhaben ebenfalls. «Der Bedarfsnachweis zeigt auf, dass diese Festsetzung nötig ist», heisst es in der Stellungnahme. Und: «Der dadurch geleistete Beitrag zur kantonalen Entsorgungssicherheit wird auch vonseiten Brugg Regio begrüsst.»

Der Grosse Rat entscheidet

Das BVU weist darauf hin, dass bei einer Ablagerung von Inertstoffen das Versickern von Deponiesickerwasser in den Untergrund verhindert werden muss. Das Hangsickerwasser dürfe sich nicht mit dem Deponiesickerwasser vermischen und müsse separat abgeleitet werden. Mit dem vorgesehenen Abdichtungs- und Entwässerungskonzept könnten die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Die Dokumente zur Anpassung des Richtplans werden bis Freitag, 28. September, auf der Gemeindekanzlei Mönthal sowie bei der Abteilung Raumentwicklung des Departements Bau, Verkehr und Umwelt öffentlich aufgelegt. Zu finden sind die Unterlagen ebenfalls unter www.ag.ch/raumentwicklung. Das BVU wird dann aufgrund der eingereichten Eingaben die Anträge an den Grossen Rat formulieren und dem Regierungsrat zur Beschlussfassung vorlegen.

Nach der Standortfestsetzung folgt die Anpassung der Nutzungsplanung von Mönthal: Die bestehende Materialabbauzone wird im Kulturlandplan neu als Materialabbau- und Deponiezone festgelegt. Anschliessend wird das Baubewilligungsverfahren durchgeführt.

An einem Informationsanlass in Mönthal im Januar dieses Jahres kam auch eine Abgeltung an die Gemeinde zur Sprache. Rechtlich bestehe zwar keine Handhabe für eine Entschädigung, wurde damals ausgeführt. Es gebe aber Überlegungen über eine Pauschalabgeltung an die Gemeinde.