Bözberg
Sie betreuen lieber 200 Brieftauben und haben dafür keine Sommerferien

Die Brüder Günter und Edmund Gobeli haben die Begeisterung für die Brieftaubenzucht vom Vater geerbt. Sie betreuen ihre 200 Tiere mit grossem Aufwand. Dafür verzichten sie auch mal auf Ferien.

Hans Lenzi
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Täuber und Täubin brüten und füttern die Jungmannschaft gemeinsam
16 Bilder
Die Brüder Gobeli aus Bözberg besitzen 200 Brieftauben
Günter Gobeli präsentiert stolz einen Siegerpokal
Günter Gobeli prüft sorgfältig die Brustmuskulatur eines der Tiere
Günter Gobeli mit Jubiläumsteller für langjährige Mitgliedschaft im SBV
Gobeli-Brieftauben zeigen ihre ganze Eleganz
Für diese Tiere verzichten die Züchter auch mal auf Ferien
Einflugloch beim Heimschlag mit elektronischer Zeitmessung
Ein Federkleid in Grautönen
Ein Prachtexemplar
Diese weissen Schönheiten kann man für Hochzeiten mieten
Die Gobeli-Brüder , Edmund und Günter (v.l.) mit Brieftaubenfutter.
Diese Brieftauben leben auf dem Bözberg
Abheben zum Trainingsflug
Brieftaube mit beeindruckender Federzeichnung
Alle Tauben werden beringt und gegen Pocken geimpft

Täuber und Täubin brüten und füttern die Jungmannschaft gemeinsam

Hans Lenzi

Günter und Edmund Gobeli aus Oberbözberg trainieren regelmässig das sogenannte Heimfindevermögen ihrer Tauben. Sie lassen die Tiere kilometerweit vom Heimatschlag losfliegen. So rasch als möglich sollen die Tauben zu ihren Nestern zurückkehren. «Viele Jahrzehnte lang stand auf unserem Land ein Militärstall. Darin lebten unsere Brieftauben, mussten aber für Armee-Übungen zur Verfügung stehen», erklärt Günter Gobeli. «Kurz vor Ende des letzten Jahrhunderts wurden diese ‹fliegenden Postboten› ausgemustert.»

Die Leidenschaft der Brüder blieb. Weiterhin züchten sie mit viel Kenntnis – «im Fokus steht natürlich die Optimierung der Flugeigenschaften» – Tauben und besitzen immer mehr «Vollblüter», also bewegungsfreudige Toptiere. Dank täglich gewährtem Freiflug bleiben diese fit, bilden eine gute Brustmuskulatur aus und lernen ihre nähere Umgebung kennen. «Wir bespielen die Tiere sehr bewusst, das heisst, wir fördern ihre Motivation, ihr ganzes Flugvermögen zu entwickeln. Es ist wie beim Menschen: Vorhandene Anlagen müssen geweckt und geschult werden. Dermassen animierte Spitzentauben können bis 1000 Kilometer am Stück und in grosser Geschwindigkeit zurücklegen», weiss Edmund Gobeli.

Bis vier Stunden täglich

Brieftauben zu halten ist keine Nebensache, sondern erfordert intensives Engagement. Die Gobelis investieren täglich bis zu vier Stunden für Fütterung, Käfigsäuberung und den sachgerechten Freiflug der Vögel. «Man darf nicht einfach alle auf einmal fliegen lassen, sonst begünstigt man Friktionen, beispielsweise unerwünschte Pärchenbildung. Also muss das geschlechtergetrennt geschehen. Tauben sind sehr gebärfreudig und trotz eigener Jungtier-Aufzucht sind uns von der Bestallung her Grenzen gesetzt», geben die Brüder Auskunft.

Schmerzhaft sind für Taubenzüchter Tierverluste. Sie passieren auf verschiedene Weise: Raubvögel schlagen die Tiere als Beute oder sie fliegen ganz einfach falsche Taubenschläge an. Immerhin: Jedes Individuum ist beringt, und anhand des Ringnummern-Verzeichnisses des Schweizerischen Brieftaubensport-Verbandes SBV lässt sich der Besitzer eruieren. «Leider verhalten sich aber nicht alle Taubenhalter fair», bedauert Günter Gobeli. «Es kommt vor, dass gute Tiere einfach zurückbehalten werden.»

Spitzenplätze bei Wettflügen

Mehrfach haben die Gobelis mit ihren Tauben bei Wettflügen Spitzenplätze belegt. Dazu werden Hunderte von Tieren verschiedener Halter auf einen Transporter geladen und weit weg wieder freigelassen.

Eine elektronische Leiste beim Heimschlag zeichnet die Ankunft exakt auf. Sämtliche Messresultate werden ausgelesen und garantieren so eine genaue Rangierung. Vordere Plätze bestätigen die Eigner und spornen den Sportsgeist an.

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