Habsburg
Pro Natura ist Rätsel von «Belindas Loch» in Habsburg auf der Spur

«Belindas Loch» in Habsburg steckt voller Geheimnisse. Jetzt soll der Untergrund erforscht und gesichert werden. Demnächst liegt das Baugesuch auf, hält die Naturschutzorganisation Pro Natura fest und startet eine Sammelaktion.

Michael Hunziker
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Baugesuch zur Sicherung von Belindas Loch liegt bald auf "Belindas Loch" in Habsburg; Darstellung der Baustelle
Loch Habsburg Im Untergrund kam eine von Menschenhand geschaffene Baute zum Vorschein.
Loch Habsburg Das Loch in Habsburg wird ausgepumpt, anschliessend wird es nochmals untersucht, was es genau ist.
Beim Loch in Habsburg hat sich herausgestellt, dass es eine Zisterne ist. Beim Loch in Habsburg hat sich herausgestellt, dass es eine Zisterne ist. An den Balken und am Gewölbe ist zu erkennen, dass es sich um etwas handelt, das von Menschen erbaut wurde.
Beim Loch in Habsburg hat sich herausgestellt, dass es eine Zisterne ist. Beim Loch in Habsburg hat sich herausgestellt, dass es eine Zisterne ist. Johannes Jenny (links) und Thomas Urfer (rechts) von Pro Natura schauen ins Loch.
Beim Loch in Habsburg hat sich herausgestellt, dass es eine Zisterne ist. Beim Loch in Habsburg hat sich herausgestellt, dass es eine Zisterne ist. An den Balken und am Gewölbe ist zu erkennen, dass es sich um etwas handelt, das von Menschen erbaut wurde.

Pro Natura/Philipp Schuppli

Es waren dramatische Szenen, die sich im Juni 2017 abspielten: Das trächtige Rind Belinda war in Habsburg in den Untergrund gestürzt und konnte in einer aufsehenerregenden Aktion unverletzt gerettet werden.

Das rund sechs Meter tiefe Erdloch gibt seither Rätsel auf. Denn es ist nicht natürlichen Ursprungs, es handelt sich also nicht, wie ursprünglich vermutet, um eine Doline. Zum Vorschein kam eine eigenartige, von Menschen geschaffene Baute mit kunstvoll in den Felsen geschlagenen Hohlräumen und einem bogenförmigen Durchgang zu einem weiteren Gewölbe.

Es muss etwas Besonderes sein

Aber wozu wurden die Kammern genutzt, die sich immer wieder von Neuem mit Wasser füllen? Für die Erforschung soll demnächst das Baugesuch aufgelegt werden, hält die Naturschutzorganisation Pro Natura als Eigentümerin der Weide fest. Anders gesagt: Vorgesehen ist, das Gewölbe zu sichern und das heruntergefallene Material vollständig zu entfernen, damit der Grund untersucht werden kann. «Dort vermuten die Archäologen nämlich Gegenstände, die Datierung und Zweck der Baute definitiv klären würden», führt Pro Natura in einer Mitteilung aus und fügt an: «Was jetzt schon feststeht: Etwas Besonderes muss es schon sein, wenn Historiker, Denkmalpfleger und Archäologen keine Parallelfälle kennen.»

Liegt die Auswertung vor, wird entschieden, was aus den Räumen werden soll. Als Überwinterungsquartier für Fledermäuse könnten sie gemäss Pro Natura allemal dienen, denn sie sind frostfrei. «Doch könnte auch die 160 Millionen Jahre alte Geschichte, die an den Wänden ablesbar ist, zugänglich gemacht werden?», fragt die Naturschutzorganisation. Sie ist überzeugt: Die historische Attraktion könnte, sofern ein sicherer Zugang realisierbar ist, der Gemeinde und der Region einen Mehrwert bringen.

Anschauungsobjekt, Teil des Geopfads oder gar Ort für die Zucht von exklusiven Habsburger Champignons lauten ein paar der möglichen Stichworte. Ideen seien viele vorhanden, stellt Pro Natura denn auch fest.

Thema ist das liebe Geld

Doch vor der Träumerei müsse das leide Geld für die Untersuchung und Sanierung beschafft werden, so die Naturschutzorganisation weiter. Auf der Internetplattform lokalhelden.ch, Stichwort «Belinda», wird deshalb eine Sammelaktion gestartet. Als Finanzierungsziel bis 13. Januar sind 15 000 Franken angegeben. Gespendet werden kann übrigens auch konventionell mit dem Vermerk «Belinda» auf das Postkonto 50-11011-8 von Pro Natura Aargau.

Der Habsburger Untergrund schreibe Geschichte – gefragt sei Unterstützung, um ein weiteres Kapitel erzählen zu können, fasst Pro Natura zusammen.