Der Cheisacherturm hat sich in weniger als vier Jahren zu einem attraktiven Ausflugsziel für Jung und Alt entwickelt. Besonders beliebt ist die einfache, 40-minütige Wanderung von der Ampfernhöhe aus. Die wenigen verfügbaren Parkplätze dort sind an schönen Wochenenden schnell besetzt. Das wollen ein Grundeigentümer sowie die Einwohnergemeinde Mönthal zusammen mit dem Kanton ändern. Im Rahmen einer Strassensanierung soll in einer Waldlichtung (siehe Karte oben) ein Parkplatz für 52 Fahrzeuge entstehen. Die öffentliche Auflage des Baugesuchs ist gestern Dienstag abgelaufen.

Das Bau- und Rodungsvorhaben hat in erster Linie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz auf den Plan gerufen. In einer Mitteilung äussert sie ihren Unmut über das «grosse Parkplatz-Projekt» in der Jurapark-Gemeinde Mönthal. Das Vorhaben sei mit den strategischen Schutzzielen im betroffenen Gebiet «Aargauer Tafeljura», das zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) zählt, inkompatibel und torpediere das öffentliche Bekenntnis der Jurapark-Gemeinde zu einer nachhaltigen regionalen Entwicklung.

«Der Bau von Parkplätzen in einem Naherholungsgebiet hat nachweislich ein Mehraufkommen von motorisiertem Individualverkehr zur Folge und stellt daher weder für die lokale Bevölkerung noch für die Besucher der Ampfernhöhe eine befriedigende verkehrstechnische Lösung dar», so die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz weiter. Sie fordert die Gemeinde Mönthal auf, Massnahmen zur Verkehrsberuhigung im Gebiet Ampfernhöhe auszuarbeiten.

Das Roden am Waldrand führt in diesem Fall gemäss den Landschaftsschützern zu einer Banalisierung und landschaftlichen Verarmung an einem schutzwürdigen Standort.

Bisher eine Einsprache

Bis gestern Dienstagmorgen gab es bei der Gemeinde Mönthal nur diese Einsprache gegen den Bau des neuen Parkplatzes, wie Gemeindeschreiberin Nicole Bittl-Dätwiler auf Anfrage erklärt. Ein Landwirt habe bisher zwar behelfsmässig einen Kiesplatz zur Verfügung gestellt. Da dort aber die Höchstgeschwindigkeit 80 km/h gelte und der Strassenabschnitt nicht sehr übersichtlich sei, komme es beim Überqueren der Strasse oft zu brenzligen Situationen.

Der Präsident des Trägervereins Cheisacherturm, Roger Erdin, sagt dazu: «Das ist im Sinne der Sache, weil es an schönen Wochenenden immer Parkierungsprobleme gibt. Sehr viele Besucher des Cheisacherturms kommen mit dem Auto auf die Ampfernhöhe und parkieren im Wald, auf der Wiese des Landwirts oder gefährlich nahe an der Strasse. Ein Parkplatz könnte diese Situation entschärfen.»