Neue Kantonsschule
Gemeindepräsidentin in Windisch: «Wir dürfen mit unserer Planung nicht stehen bleiben»

Heidi Ammon (SVP) sagt, was sie vom Vorgehen des Kantons hält, den Standortentscheid für eine neue Kantonsschule im Mittelland um weitere eineinhalb Jahre zu verschieben und wie die Gemeinden zu einer Win-win-Situation kommen wollen.

Claudia Meier
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Auf dem Areal Bachthale in Windisch neben dem Fachochschul-Campus könnte die neue Kantonsschule entstehen.

Auf dem Areal Bachthale in Windisch neben dem Fachochschul-Campus könnte die neue Kantonsschule entstehen.

Bild: Claudia Meier
(27. Mai 2020)

Ob es neben dem Fricktal dereinst auch auf dem Bachthale-Areal in Windisch eine neue Kantonsschule geben wird, ist noch unklar. Denn das Rennen zwischen den beiden möglichen neuen Standorten im Mittelland – Lenzburg und Windisch – geht in die Verlängerung, wie Bildungsdirektor Alex Hürzeler gestern an einer Medienkonferenz zum Anhörungsstart der drei möglichen Standorte im Fricktal bekanntgegeben hat.

Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin von Windisch.

Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin von Windisch.

Bild: Severin Bigler

Für SVP-Gemeindepräsidentin Heidi Ammon in Windisch könnte der Zeitpunkt dafür rein planerisch gesehen nicht besser sein, wie sie auf Nachfrage der AZ sagt. «Wir haben Anfang Jahr erfahren, dass das Fricktal bei der Standortsuche vorgezogen wird und können dieses Vorgehen nachvollziehen.»

Positive Rückmeldungen von Bildungsinstitutionen erhalten

Ammon ist nach wie vor überzeugt, dass das Bachthale-Areal – das übrig gebliebene Baufeld A aus der Vision Mitte – für eine neue Kantonsschule «hervorragend geeignet wäre». Dass sich sehr gut Synergien mit anderen Bildungsinstitutionen nutzen liessen, hätten die positiven Rückmeldungen gezeigt, die man von der Fachhochschule Nordwestschweiz, dem Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg sowie vom Hightechzentrum Aargau erhalten habe.

Heidi Ammon erwähnt die grosse Bibliothek und Mensakapazität der Fachhochschule sowie die hervorragende Anbindung an den öffentlichen Verkehr. «Brugg und Windisch haben gegenüber dem Kanton signalisiert, dass sie für den Nutzungsausbau des Sportzentrums Mülimatt Hand zu einer Lösungsfindung bieten würden», hält sie fest. Von den Synergien könnten nicht nur die Schüler und Schülerinnen, sondern auch der Lehrkörper profitieren. Sie sagt:

«Schliesslich geht es darum, die Leute für den Arbeitsmarkt fit zu machen.»

Anhörung startet voraussichtlich im zweiten Semester 2022

Da die Evaluation der Mittelland-Standorte noch nicht genügend ausgereift ist, will der Kanton die Anhörung zu diesem Entscheid voraussichtlich erst im zweiten Semester 2022 starten. Heidi Ammon sagt: «Mich stören diese eineinhalb Jahre nicht. Wir müssen nur schauen, dass wir mit unserer Planung nicht stehen bleiben, sondern weitermachen, damit wir möglichst zu einer Win-win-Situation kommen.»

Im Juni wird den beiden Einwohnerräten in Brugg und Windisch laut Ammon ein Kreditantrag für die weitere Planung mit Kommunikationskonzept, Partizipationsprozess und Vorbereitung für die Testplanung des Stadtraums Bahnhof Brugg Windisch zur Abstimmung unterbreitet.

Oase-Baustelle darf Bachthale-Areal nicht blockieren

Die Arealentwicklung sei auch von der Linienführung für die Zentrumsentlastung im Oase-Projekt tangiert. So sei man sich etwa einig, dass die Baustelle dafür nicht auf dem Baufeld A eingerichtet werden und so den potenziellen Kantistandort für Jahrzehnte blockieren dürfe.

Ein grosser Pluspunkt sei zudem, dass zwei Drittel des Bachthale-Areals bereits dem Kanton gehören. Windischs Gemeindepräsidentin betont: «Der Standort Bachthale ist bereit für die Installation der neuen Kantonsschule im Mittelland.»