Windisch
Kanadier auf dem Legionärspfad

Journalisten aus Quebec bereisten bewusst den touristisch mässig berühmten Aargau. Sie lassen es sich hier gut gehen und sind dementsprechend begeistert von Landschaft und Leuten.

Marc Reinhard
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«La Suisse est absolument merveilleuse!» Die kanadischen Journalisten steigen aus dem Kleinbus, sehen sich entzückt um und freuen sich darauf, an einer Führung mehr über die Römer zu erfahren. Gerade eben kommen sie von einem gepflegten Lunch auf der «Seerose»-Terrasse in Meisterschwanden und sind bereits spät dran, weil man eben «hier in der Schweiz dermassen verwöhnt werde, dass man sich fast nicht von den wunderschönen Orten lösen könne», sagen sie.

Dabei sind die Damen und Herren aus der Reise- und Tagespresse nicht einmal in Zermatt, Gstaad oder Luzern unterwegs, wo man solche superlativen Wertungen gewöhnt wäre. Man erkundet Schloss Hallwyl, den Villiger Rebberg und übernachtet anschliessend in Zurzach. «Gerade diese Klientel hat all die berühmten touristischen Orte unseres Landes schon gesehen. Das Ziel war, ganz bewusst den vielseitigen und unterschätzten Kanton Aargau zu präsentieren», erklärt Mirko Capodanno, der die kleine Gruppe anführt. Er ist glücklich über das positive Feedback, arbeitet er doch als Landesverantwortlicher von Schweiz Tourismus in Kanada und den USA

«Selbstverständlich nur positiv»

Von seinem Büro in Toronto aus veranstaltet er regelmässig Reisen in die Schweiz für Journalisten, Tourismusfachleute und andere Wirtschaftsfunktionäre, die eine Verbindung zur Schweiz haben. Der gebürtige Tessiner ist in Windisch aufgewachsen. Diese Reise sei für ihn deshalb auch eine Gelegenheit, einen Teil seiner Heimat mit seinem Beruf zu verbinden und die Region mit seinen persönlichen Erfahrungen zu vermarkten. «Ich komme nicht allzu oft an meinen Jugendort, und es freut mich besonders, dass sowohl die Swiss International Airlines wie auch Schweiz Tourismus und Aargau Tourismus bei dem Projekt mitgemacht haben.»

In Windisch, wo die Gruppe nur noch etwa eine Stunde Halt machen kann («malheureusement», leider, wie es heisst) begutachtet sie die Ausgrabe-Stätten unter dem Schulhausplatz und die römischen Thermen auf dem Friedhofs-Areal. Fasziniert hören sich die Kanadier vom einwandfrei französisch sprechenden Guide an, wie die hier stationierten Römer einst gespeist, Orgien gefeiert und gebadet haben. Besonders beeindruckt umrundet man die in blau gefiltertes Tageslicht getauchten Bäder.

«Und? Was schreibt ihr über Windisch, wenn ihr wieder zu Hause in Quebec seid?» wagt die az in die Runde zu fragen. Lachen, und dann: «Naturellement positif!»