Jubiläum
«Manchmal muss ich einen Trend selbst googeln»: Hausenerin blickt auf 20 Jahre Maniküre und Make-up zurück – das hat sich verändert

Das Kosmetikstudio En Vogue Cosmetics feiert am Samstag Jubiläum. Inhaberin Nirmala Jungblut erklärt, warum die sozialen Medien die Mitarbeitenden fordern und wie es mit dem Café im Obergeschoss weitergeht.

Maja Reznicek
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Kosmetikerin und Make-up-Artistin Nirmala Jungblut muss bei ihrer Arbeit immer am Puls der Zeit sein.

Kosmetikerin und Make-up-Artistin Nirmala Jungblut muss bei ihrer Arbeit immer am Puls der Zeit sein.

Maja Reznicek

Die erste Kundin empfing Nirmala Jungblut bei ihren Eltern. 13 Quadratmeter standen der damals 20-Jährigen zur Verfügung. Abendschichten und kaum Ferien waren für sie Alltag.

Seither sind zwei Jahrzehnte vergangen: Inzwischen verteilt sich das Kosmetikstudio En Vogue Cosmetics über die dreistöckige Liegenschaft an der Hauptstrasse 50 in Hausen und beschäftigt zwei Mitarbeitende. Auf die Frage nach ihrem Erfolgsgeheimnis erklärt Inhaberin Jungblut:

«Immer dranbleiben, nie stehenbleiben, immer wieder etwas Neues finden.»

Denn seit dem Einstieg der ausgebildeten Kosmetikerin und Make-up-Artistin hat sich einiges verändert in der Branche. Nirmala Jungblut führt beim Treffen im Studio aus: «Das Angebot ist sehr viel grösser als früher und die Produkte haben sich stark verändert – gerade im Make-up-Bereich. Und es wird immer wichtiger, mit der Zeit zu gehen.»

Ähnlich wie bei der Mode müsse man ständig die Trends im Auge behalten – doch heute sei das herausfordernder.

Nicht selten zeigen Kundinnen als Inspiration für etwa Maniküre oder Make-up ein Bild aus den sozialen Medien. Nirmala Jungblut sagt: «Vor 20 Jahren gab es das noch nicht. Früher hat vielleicht jemand mal einen Zeitungssauschnitt mitgebracht.» Durch beispielsweise Instagram würden sich neue Ideen und Techniken sehr schnell verbreiten.

Die zweifache Mutter fügt mit einem Augenzwinkern an: «Manchmal muss ich einen Trend selbst googeln.» Mit ihren Grundausbildungen habe sie aber die wichtigen Basics, auf denen sich Neues aufbauen liesse.

«Wir waren sicher, der Trend setzt sich nicht durch»

Nicht alles, was angesagt ist, wird aber von En Vogue Cosmetics aufgegriffen. «Vor einer Weile war es Trend, sich die Brauen in der Mitte zusammenwachsen zu lassen. Das haben wir wahrgenommen, waren aber sicher, dass es sich nicht durchsetzen würde», erklärt Jungblut.

Die sogenannten Flash-Tattoos, eine temporäre Körperverschönerung, waren in Hausen dahingegen weniger gefragt als erwartet:

«Man kann sie aber auch anders brauchen, zum Beispiel für Festivals.»

Klassiker wie rote Lippen seien dafür immer gefragt.

Momentan besonders im Trend liegen gemäss der 40-Jährigen im kosmetischen Bereich Lash-Lifting («Dauerwelle» für Wimpern) und Wimpernseren, beim Make-up Eyeliner, Highlighter und Blush. «Dazu kommen die saisonalen Trends, jetzt etwa die Sommerfarben.» Zudem bestehe ein grosses Interesse am Thema Skincare, der richtigen Hautpflege.

Im Gegensatz zu den ständig wechselnden Trends hat sich die Zielgruppe von En Vogue Cosmetics nicht verändert. Seit der Eröffnung empfängt Jungblut einen Mix an Personen im Alter von 12 bis 65 Jahren. Sie sagt: «Ich bin selbst als 13-Jährige wegen meiner schlimmen Akne zur Kosmetikerin gegangen.»

Rückblickend auf die letzten zwei Jahrzehnte kann Jungblut viele Höhepunkte ihrer Geschäftstätigkeit nennen. Neben einzelnen Anlässen wie etwa Hochzeiten, die sie begleiten durfte, erwähnt die Unternehmerin besonders die Veränderung ihres Betriebs:

«Das Geschäft ist mit mir gewachsen.»

Zweimal habe sie in dieser Zeit ausbauen können – immer mit der Hilfe des Teams und ihres «Papis». Doch auch Tiefpunkte musste Jungblut erleben.

Den Existenzängsten trotzte sie mit einem Café

Allem voran nennt Nirmala Jungblut die Krisensituation rund um die Pandemie. Den Existenzängsten trotzte die Make-up-Artistin mit neuen Ideen: So eröffnete En Vogue Cosmetics Anfang Dezember 2020 im Obergeschoss des Kosmetikstudios ein Café. Das Angebot vom Cappuccino bis zum hausgemachten Kuchen feierte Erfolge in Hausen. «Es ist sehr gut angelaufen», erinnert sich Jungblut.

Mittlerweile ist das «5212» vorübergehend im Dornröschenschlaf, wie es auf der Website von En Vogue Cosmetics heisst. Es fehlen, so sagt Jungblut bedauernd, die personellen und zeitlichen Ressourcen für das Café.

Nirmala Jungblut, Inhaberin von En Vogue Cosmetics.

Nirmala Jungblut, Inhaberin von En Vogue Cosmetics.

Maja Reznicek

Nach der Pandemie sind die Terminbücher des Studios wieder voll. Aufgeben will Jungblut das Herzensprojekt aber nicht:

«Wir wären offen dafür, dass jemand Neues das Café für uns übernimmt.»

Zudem können die Räumlichkeiten für private Events gemietet werden.

Die nächste öffentliche Veranstaltung steht bereits am 11. Juni an: Dann feiert das Studio ab 16 Uhr sein 20-Jahr-Jubiläum mit Apéro, Drinks und Musik. Am meisten freut sich darauf wohl Nirmala Jungbluts 10-jähriger Sohn. «Er darf am Samstag als DJ auflegen», sagt die Geschäftsinhaberin mit einem Schmunzeln.

Jubiläumsfeier Samstag, 11. Juni, 16 bis 20 Uhr, Hauptstrasse 50 in Hausen.