Mandach
«Hirschen»-Wirtinnen geben nicht auf – zwei Wochen nach Eröffnung mussten sie schon wieder schliessen

Die ersten zwei Wochen nach der Eröffnung des Restaurants "Hirschen" liefen gut. Dann kam der Lockdown. Für die neuen Pächterinnen des Hirschen ein Schock.

Claudia Meier
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Die Pächterinnen und Schwestern Andrea Wenk (links) und Monika Weber wollen in Mandach bleiben.

Die Pächterinnen und Schwestern Andrea Wenk (links) und Monika Weber wollen in Mandach bleiben.

Ina Wiedenmann

Als die neuen Pächterinnen Monika Weber und Andrea Wenk am 1. März die Antrinkete im Restaurant Hirschen in Mandach feierten, war das Coronavirus bereits im Aargau angekommen. Dennoch füllte sich das einzige Restaurant im Dorf schnell mit Gästen und Freunden. Die Stimmung war ausgelassen. Niemand ahnte zu jenem Zeitpunkt, dass der Bundesrat zwei Wochen später alle Restaurants im Land schliessen wird, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Für die Gastgeberinnen war der Lockdown ein Schock. «Wir hatten zwei geniale Wochen mit vielen Gästen. Die Leute in Mandach sind extrem nett», sagt Weber. Die 51-Jährige ist gelernte Servicefachkraft mit Wirtepatent. Ihre nur ein Jahr ältere Schwester Andrea Wenk, die in Zeihen wohnt, ist Köchin und für das Kaufmännische zuständig. «Nach dem Lockdown meldeten sich die Gäste und kauften uns die frischen Lebensmittel wie Gemüse und Fleisch ab, damit wir diese nicht wegwerfen mussten. Das war eine wunderbare Solidaritätsaktion, für die wir sehr dankbar sind», fährt Weber fort.

Drei Gästezimmer stehen derzeit leer

Natürlich hätten auch sie die Lancierung eines Take-away-Services ausgiebig diskutiert, dann aber aufgrund des abgelegenen Standorts davon abgesehen, sagt Weber, die in Boniswil wohnt. Seit der Bundesrat am vergangenen Donnerstag bekannt gab, dass die Restaurants noch nicht öffnen dürfen, fühlt sich die Wirtin richtig niedergeschlagen. «Zwar haben wir einen Überbrückungskredit beantragt und Kurzarbeit angemeldet. Ob er gutgeheissen wird, wissen wir noch nicht.»

Zum Restaurant, das die Schwestern von der Wohnbaugenossenschaft Hirschen Mandach gepachtet haben, gehören auch drei Gästezimmer, die tage-, wochen- oder monatsweise gemietet werden können. Am Wochenende ist der letzte Gast, der in der Nähe arbeitete, ausgezogen. Bisher liegt erst eine weitere Reservation vor von einer Person aus dem Ausland, bei der noch unklar ist, ob sie überhaupt in die Schweiz einreisen darf.

Es droht ein grosser Schuldenberg

«Ich weiss noch nicht, wie wir das alles durchstehen werden», sagt Weber resigniert. Im Moment beschäftige sie sich mit Putzen. Zum ganzen Frust sei auch noch der Kompressor für die Kühlgeräte ausgestiegen. Nur der Tiefkühler funktioniere noch einwandfrei. «Aufgeben ist aber keine Option, sonst hinterlassen wir nur einen grossen Schuldenberg. Wir wollen in Mandach bleiben.

Es war immer unser Traum, zusammen ein Restaurant zu führen. Und nach dem gelungenen Start im März können wir es kaum erwarten, auf dieser Erfolgswelle weiterzureiten», fasst Weber die schwierige Situation zusammen.

Manchmal sitzt sie alleine oder zusammen mit Andrea Wenk in der verwaisten Gartenwirtschaft und trinkt etwas. Sehnlichst hoffen die Frauen, dass die vielen Wandergruppen, die ihre Reservationen aufgrund der Coronapandemie annulliert haben, nach der Öffnung doch noch nach Mandach kommen.