Hausen/Lupfig
Campus Reichhold: Gefordert werden Umweltbewusstsein und Angebote für das Gemeinwohl

Die Frist für das öffentliche Mitwirkungsverfahren zum Gestaltungsplan Campus Reichhold ist am 13. September abgelaufen. Von den neun Beiträgen stammen zwei von den neuen Gemeinderatskandidaten in Hausen. Was Kurt Schneider (parteilos) und Urs Weilenmann (SP) bei der Arealentwicklung wichtig ist.

Claudia Meier
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Die Visualisierung zeigt die Freiräume (Bauten in der Bildmitte können von der Architektur her abweichen) des Campus Reichhold am Siedlungsrand von Hausen und im Grenzgebiet zu Lupfig (rechts).

Die Visualisierung zeigt die Freiräume (Bauten in der Bildmitte können von der Architektur her abweichen) des Campus Reichhold am Siedlungsrand von Hausen und im Grenzgebiet zu Lupfig (rechts).

zvg

Die Altlastensanierung auf der grössten Industriebrache im Kanton Aargau – dem Campus Reichhold – ist abgeschlossen und die Planung auf dem Areal mit dereinst bis zu 1400 Arbeitsplätzen im Grenzgebiet Hausen/Lupfig geht voran. Während der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans Campus Reichhold, die am 13. September abgelaufen ist, sind insgesamt neun Mitwirkungsbeiträge eingegangen.

Eine private Eingabe stammt aus dem Lupfiger Ortsteil Scherz und eine von Pro Velo. Die meisten Beiträge sind aus Hausen erfolgt: Von den sieben Eingaben sind fünf von Privatpersonen und zwei von Ortsparteien, wie Andreas Schmucki, Leiter Bau und Planung der Gemeinde Hausen, auf Nachfrage mitteilt. Er sagt:

«Die Eingaben werden nun von den Behörden, Fachplanern und der Hiag als Vertreterin der Grundeigentümer gesichtet.»

Die Ergebnisse werden in einem Mitwirkungsbericht zusammengefasst. Dieser Bericht werde dann – zusammen mit den angepassten Gestaltungsplandokumenten – mit der öffentlichen Auflage bekannt gemacht.

Zuerst die Brache nutzen, dann das unberührte Ackerland

Für den parteilosen Gemeinderatskandidat Kurt Schneider steht fest: «Eine solche Arealentwicklung macht Hausen einmal in seiner Gemeindegeschichte durch.» Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens Campus Reichhold hat sich Schneider neben dem Austausch mit weiteren Mitwirkenden auch direkt eingebracht, «da hier konkrete Auswirkungen auf den Lebensraum Hausen in den nächsten Jahren zu erwarten sind, welche mir auch als einzelner Einwohner von Hausen nicht egal sein können».

Der parteilose Kurt Schneider möchte in Hausen Gemeinderat werden.

Der parteilose Kurt Schneider möchte in Hausen Gemeinderat werden.

Bild: Bruno Kissling

Kurt Schneider ist es wichtig, dass die zentralen Punkte für einen attraktiven Lebensraum am Ortseingang von Anfang an grundeigentümerverbindlich (unter anderem mit einem Beitragsplan) geregelt sind. Zudem soll zuerst die Brache genutzt werden und erst danach die unberührte Ackerfläche.

Die erforderlichen Investitionen sind für den 52-Jährigen mit dem Finanzplan der Gemeinde abzustimmen und den Unterhalt zu regeln. Ein Teil des Planungsmehrwerts sind laut Schneider vor Ort in sinnvolle Angebote für das Gemeinwohl (beispielsweise Bänke, Spielweise oder Pumptrack) einzusetzen. Gemeindeeigenes Land in diesem Perimeter (zirka 2000 m2 Bauland) soll für die Gemeindeentwicklung eingesetzt werden.

Bahn nicht nur für Güter, sondern auch für Personen

Kritisch sieht der Parteilose die Volumenanordnung. Kurt Schneider hält in seiner Eingabe fest:

«Es soll vermieden werden, dass die Bauvolumen an unerwünschten Stellen die Baufelder in allen drei Dimensionen voll ausnützen und dabei zum Beispiel die Qualität des Freiraumes übermässig einschränken.»

Und er hofft, dass vor der öffentlichen Auflage dem Gemeinderat eine Einigung in Bezug auf die Investitionen in die öffentliche Infrastruktur (Strasse, Werke inkl. Fernwärmeleitung) vorliegt.

Urs Weilenmann kandidiert für die SP als Gemeinderat von Hausen.

Urs Weilenmann kandidiert für die SP als Gemeinderat von Hausen.

Bild: Chris Iseli

Auch SP-Kandidat Urs Weilenmann wünscht sich ein stärkeres Engagement des Gemeinderats Hausen beim Campus Reichhold. Der 64-Jährige legt in seinem Mitwirkungsbeitrag den Fokus auf Umweltthemen. Er regt unter anderem an, den Bahnanschluss nicht nur für Güter, sondern auch für den Personentransport einzuplanen respektive zu reaktivieren.

Ausserdem beantragt der SPler, eine autofreie Zone im Arealinnern zu prüfen, die Parkraumbewirtschaftung am Rand zu planen und eine zentrale Entsorgungsstelle vorzusehen. Überhaupt sei eine zukunftsweisende Energiepolitik anzustreben und möglichst auf Treibhausgasemissionen zu verzichten.

Bei der Ortsplanungsrevision hat sich der Parteilose via GLP eingebracht

Für Kurt Schneider ist klar: «Wer die Rückmeldungen aus der Bevölkerung ernst nimmt und sich mit dem Planungsverfahren auseinandersetzt, weiss, dass Ende Jahr noch lange kein rechtskräftiges Resultat vorliegt.» Das gilt auch für die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO).

Die Visualisierung zeigt, wie der Campus Reichhold von der Hauptstrasse in Hausen her künftig erschlossen werden könnte.

Die Visualisierung zeigt, wie der Campus Reichhold von der Hauptstrasse in Hausen her künftig erschlossen werden könnte.

zvg

Von verschiedenen Seiten wurde kritisiert, Kurt Schneider habe sich bei der BNO-Revision nicht persönlich eingebracht. Darauf angesprochen, sagt er: «Da mir die langfristigen Konsequenzen und Bedeutung bewusst sind, habe ich mich intensiv mit den Unterlagen der laufenden Planungsverfahren in Hausen befasst und aktiv eingebracht. Bei der Ortsplanung erfolgte dies unter anderem im Rahmen der Mitwirkung der GLP Hausen.»

Dies darum, weil erfahrungsgemäss die Wirkung der Eingabe einer Interessengemeinschaft viel grösser sei als die einer Einzelperson. Zudem seien in dieser Runde die zentralen Themen diskutiert worden.

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