Bözberg
Für die Loipen trotzt Erich Steffen jeden Tag der Kälte

Nach zwei Jahren Pause kann Erich Steffen dank gutem Wetter wieder Langlaufspuren präparieren.

Timea Hunkeler (Text und foto)
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«Gegen die Kälte bin ich abgehärtet. Ich kann bei minus zehn Grad auch ohne Handschuhe auskommen», sagt Erich Steffen. Der 64-Jährige sitzt im «Bären» in Bözberg. «Der Kaffee kostet hier nur drei Franken. Das gibt es sonst fast nirgendwo mehr», sagt Steffen und lacht.

Seine farbige Mütze, die er anbehalten hat, rückt er immer wieder zurecht, während er spricht. Auf seinen Schneetöff angesprochen, erhellt ein Lächeln sein Gesicht: «Der neue Schneetöff, den ich vor zwei Jahren gekauft habe, hat sich wirklich bewährt.» Er präpariert seit 17 Jahren ehrenamtlich die Langlaufspuren in der Region.

Steffen bezahlte den 6900 Franken teuren Töff, die Wirtin des «Bären» das Benzin und das Öl. Zudem führt er ein Loipen-Tagebuch für den Kanton. Denn dank dem Swisslos-Fonds konnten 40 Prozent des neuen Spurgeräts bezahlt werden, das Steffen vor zwei Wochen in Deutschland gekauft hat.

Nachdem das alte Spurgerät, das er selbst zusammenschweisste, kaputt ging, musste ein neues her. «Es macht wirklich eine schöne Spur in den Schnee», sagt er stolz.

Bis zu drei Stunden präparieren

Der Naturfreund besitzt zwei Hunde, mit denen er regelmässig bei jedem Wetter spazieren geht. Ausserdem liebt es Steffen, der als Betriebstechniker tätig ist, Tiere in der Natur zu fotografieren.

Der Mönthaler Erich Steffen (64) präpariert seit 17 Jahren die Langlaufspuren in der Region. Das erste Mal seit 2014 sind die Bedingungen wieder so gut, dass er die Langlaufloipen machen kann.

Der Mönthaler Erich Steffen (64) präpariert seit 17 Jahren die Langlaufspuren in der Region. Das erste Mal seit 2014 sind die Bedingungen wieder so gut, dass er die Langlaufloipen machen kann.

Timea Hunkeler

Er verbringt in seiner Freizeit oft bis zu drei Stunden damit, die Langlaufspuren zu präparieren. «Ich mache das gerne, weil ich selbst langläufle», sagt der 64-Jährige, der schon rund 20 Mal am Engadiner Marathon mitgemacht hat.

Er erinnert sich noch gut, wie es dazu kam, dass er nun die Loipen präpariert: «Damals gab es einen Mann, der aus Riniken kam. Wenn ich in Bözberg am Langläuflen war, habe ich ihn mit seinem Schneetöff gesehen. Das hat mir immer imponiert.»

Als dieser Mann eines Tages nicht mehr präparieren konnte, kaufte sich Steffen selber einen Schneetöff und übernahm die Aufgabe. «In den 17 Jahren bekam ich immer positive Rückmeldungen. Bis heute schreiben mir die Leute und bedanken sich», freut sich Steffen. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht: «Ich will sicher noch ein paar Jahre weitermachen.»

Wind erschwert seine Arbeit

Steffen präpariert die Loipen jeweils in Bözberg und in Mönthal. «Diese zwei Routen habe ich gewählt, weil ich so direkt vor meiner Haustür starten kann», erklärt er.

Das letzte Mal konnte er die Langlaufspuren im Jahr 2014 machen. In diesem Jahr seien die Bedingungen allerdings wieder gut, um die Loipen zu präparieren.

Nur der Wind macht Steffen ein wenig zu schaffen. «Die Spuren, die ich heute zog, wurden alle weggewindet. Nun muss ich diese auf dem Weg nach Hause gleich nochmals ziehen.» 6 von 12 Kilometer sind zurzeit befahrbar.

Wenn er die Loipen fertig präpariert hat, meldet er dies seinem Freund. Dieser gibt die Strecke dann für die Leute frei, die dank Steffen auch dieses Jahr wieder in Bözberg und Mönthal langläuflen können.