Flugplatz Birrfeld
«Wir lassen sie zur Wahl zu»: Präsident vom Aero-Club Aargau spricht von Chaos

Die Frage, welche Kandidaten zur Vorstandswahl für den Aero-Club Aargau empfohlen und zugelassen werden, beschäftigt die Motorfluggruppe Birrfeld und den Aero-Club Aargau seit Wochen. Präsident Werner Neuhaus sagt, wie es zum Entscheid gekommen ist.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Der Flugplatz Birrfeld wurde im Jahr 1937 gegründet.

Der Flugplatz Birrfeld wurde im Jahr 1937 gegründet.

Bild: zvg

Bekanntlich will eine Gruppierung die Vorstandsmehrheit des Aero-Clubs Aargau (AeCA) auswechseln. Vier Neue und drei Bisherige sollen künftig das Sagen haben auf dem Flugplatz Birrfeld. Der für den 22. Juni geplante Versand der Wahlzettel ist jedoch noch nicht erfolgt. Klar ist bereits, dass sich die 87. ordentliche Generalversammlung des Regionalverbands Aargau des Aero-Clubs der Schweiz sowie die Wahl der sieben Vorstandsmitglieder, die gleichzeitig Verwaltungsratsmitglieder der Fliegerschule Birrfeld sind, in die zweite Hälfte der Sommerferien verschieben dürfte.

Werner Neuhaus ist Präsident vom Aero-Club Aargau.

Werner Neuhaus ist Präsident vom Aero-Club Aargau.

Bild: Claudio Thoma / freshfocus

Coronabedingt hatte sich der AeCA-Vorstand entschieden, die GV in schriftlicher Form durchzuführen. Der Gruppierung, die sich neue Vorstandsmitglieder wünscht, und vier neue Kandidaten ins Spiel gebracht hat, wurde vom Vorstand vorgeworfen, Formfehler begangen zu haben. Neben den drei Bisherigen Werner Neuhaus, Roger Birchmeier und Leo Widler sollen neu Alex Erismann aus Scherz, Peter Lanz aus Unterengstringen, Jens B. Thuesen aus Wollerau und Roger Trüb aus Dietlikon in den Vorstand des AeCA gewählt werden. Neue Kandidaten müssen gemäss Statuten von einer im Birrfeld angeschlossenen Fluggruppe empfohlen werden. Ob diese Unterstützung vom Vorstand oder von der GV erfolgt und wie diese beantragt werden soll, darüber gingen die Meinungen in den letzten Tagen innerhalb der Motorfluggruppe Birrfeld (MFGB) auseinander.

Konsultativabstimmung wurde anonym durchgeführt

Nach der Bekanntgabe der vier neuen Kandidaten hiess es, der Vorstand MFGB empfehle diese zur Wahl. Am Freitag, 25. Juni, wurde an der GV beantragt, über die Wahlempfehlung erneut abzustimmen. Zwar gehört AeCA-Präsident Werner Neuhaus der MFGB nicht an, er weiss aber, dass dort die Vorstandsempfehlung an der GV gekippt wurde.

Auf dieses Resultat hin sah es die halbe Woche so aus, als würde der AeCA-Vorstand nur die sieben Bisherigen zur Wahl zulassen und den vier Neuen, die in einer ausführlichen Broschüre vorgestellt wurden, daran verunmöglichen, überhaupt Stimmen holen zu können. Werner Neuhaus sagt:

«Es ist unglaublich, wie die Gruppe um Andreas Fischer seit eineinhalb Jahren alles minutiös vorbereitet hat und dann mit der unvollständigen Eingabe der Kandidaten ein richtiges juristisches Chaos angerichtet hat.»

Weil auch an der GV der MFGB Formfehler passierten und sich Exponenten stritten, wie es weitergehen soll, wurde unter allen Mitgliedern eine anonyme Konsultativabstimmung durchgeführt, die am Abend des 1. Juli ablief. Laut Werner Neuhaus hat sich entgegen dem Entscheid an der GV die Mehrheit der MFGB-Mitglieder nun doch dafür ausgesprochen, den Wahlvorschlag der Widerstandsgruppe zu unterstützen.

Neuhaus ergänzt: «Wir sind nun vernünftig und lassen sie zur Wahl zu, obwohl letzte Zweifel über die Legitimität nicht ausgeräumt werden konnten. Die Wahlzettel mit den insgesamt elf Kandidaten werden demnächst an unsere 1400 Mitglieder verschickt.»

Aktuelle Nachrichten