Brugg
Es wurde geschlemmt und viel gelacht

Das Rettungskorps hielt seinen traditionellen Ripplifrass im vollbesetzten Salzhaus ab. Der Anlass hat eine grosse Tradtion.

Irene Hung-König
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«En Guete»: Am traditionellen Ripplifrass wurden gegen 200 Portionen mit viel Genuss gegessen. Irene Hung-König

«En Guete»: Am traditionellen Ripplifrass wurden gegen 200 Portionen mit viel Genuss gegessen. Irene Hung-König

Es ist ein wahrer Mammutanlass, der Ripplifrass des Rettungskorps: 200 Garnituren an Geschirr und Besteck wurden geliefert. Ebenso 200 und 140 Suppenschalen für die Gerstensuppe als Vorspeise und die Mehlsuppe kurz vor Mitternacht. Rund 180 Portionen Rippli und Sauerkraut wurden bei der Dorfmetzgerei Keller in Würenlingen bestellt, ebenso viele Suppen. Seit 1903 besteht die Tradition, anlässlich der Generalversammlung Rippli mit Sauerkraut zu servieren. Ausnahmen gab es einzig während der Kriegsjahre in den 1940-er-Jahren. Damals wurde Rehpfeffer aufgetischt.

Am Samstagabend, kurz nach 18 Uhr, ist die Stimmung schon bestens, die aktiven und passiven Feuerwehrleute unterhalten sich beim Apéro. In der Küche herrscht Vollbetrieb. Die Mitglieder des Volleyballclubs Windisch bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Dominique Rinderknecht schaut, dass alles läuft: «10 Jahre servieren wir schon hier und es macht Spass», erklärt er. Geschickt schlängelt sich das in weissen Hemden oder Shirts ausgestattete Servicepersonal durch die eng gestuhlten Reihen und serviert die Gerstensuppe und das Brötli mit weissen Handschuhen. Zuvor war es ihre Aufgabe die Ripplistücke 1,2 Zentimeter breit zu schneiden. Die Männer und Frauen des Rettungskorps seien gute Esser, attestierte Dominique Rinderknecht: Rund 130 Portionen wurden vertilgt. Eine Portion, das heisst: zwei Ripplistücke, zwei Speckstücke, vier Kartoffeln und Sauerkraut. Als Nachschlag wurden Schweinswürstli gereicht.

Mit «Kafi Schnaps»

Den «Kafi Schnaps» hatte das Korps der Gemeinde Bözberg zu verdanken. Gemäss Gemeindeammann Peter Plüss geschah dies, weil Brugg den Bözbergern ihren Feuerwehrlöschwagen zurückgegeben hatte. Dieser Oldtimer, mit Baujahr 1810, war von 1963 bis 2016 im Heimatmuseum ausgestellt. Peter Plüss überreichte Korps-Chef Serge Läderach zur Erinnerung ein Bild des Feuerwehrlöschwagens mit Widmung.

«Was bleibt Ihnen vom vergangenen Jahr als prägendes Ereignis oder Erlebnis in Erinnerung?»

Stefan Baumann, 38, Chef Kommunikation: «Mir bleibt der Grossbrand vom 28. Dezember an der Herrenmatt in Erinnerung. Um 7.30 Uhr war Alarm. Ich war der erste Mann auf dem Platz, da stand das Haus bereits in Vollbrand. Schwierig war, dass das Haus kaum zugänglich war und wir nicht wussten, ob noch Leute drin sind.»
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Jimmy Schmid, 40, Angehöriger der Feuerwehr (AdF): «Die Übungen, die schweissen zusammen, eine Hand unterstützt die andere. Wir sind eine Miliz-Organisation, der eine bessert die Schwächen des andern aus und hilft wiederum andernorts. Ein Risikofaktor sind die schweren Geräte. Doch wir halten zusammen, das gefällt mir.»
Baroud Ali, 33, Verkehr/AdF: «Egal ob Übung oder Einsatz, da gibt es keinen Unterschied. Jeder gibt sein Bestes. In Erinnerung bleiben mir die Hochwasser im Mai/Juni, als wir die Sandsäcke ans Aareufer trugen. Schliesslich ein Verkehrsunfall, als ich für die Sicherheit auf der Strasse zu sorgen hatte und wir danach die Leute aus dem Auto retteten.»
Manuel Keller, 42, Vize-Kommandant: «Mir imponiert die jeweilige Entwicklung der Feuerwehrleute . Wenn man sieht, dass junge Offiziere den Einsatz im Kabelwerk leiten und das Ziel erreichen, nämlich den Brand löschen und die Personen retten. Anfangs waren wir immer dabei, doch irgendwann müssen sie selbstständig agieren.»
Alessandra Manzelli, 21, AdF: «Der Brand im Einfamilienhaus Ende Dezember war tragisch. Dennoch war es schön zu wissen: Wenn etwas passiert, dann funktioniert alles. Ich bin seit eineinhalb Jahren dabei und von Anfang an gut aufgenommen worden. Die Kameradschaft ist toll.»
Sandro Rossi, 38, Gruppenführer: «Der Vollbrand Ende Dezember hat mir die destruktive Wirkung des Feuers vor Augen geführt. Wir waren innert kurzer Zeit dort, konnten aber nur noch den Schaden begrenzen. Ich schätze die Feuerwehr, da sie alle verbindet. Bei einem Alarm stehen wir um 3 Uhr morgens auf. Wir sind derselben Sache verpflichtet.»

Stefan Baumann, 38, Chef Kommunikation: «Mir bleibt der Grossbrand vom 28. Dezember an der Herrenmatt in Erinnerung. Um 7.30 Uhr war Alarm. Ich war der erste Mann auf dem Platz, da stand das Haus bereits in Vollbrand. Schwierig war, dass das Haus kaum zugänglich war und wir nicht wussten, ob noch Leute drin sind.»

AZ

Die Aufgabe des Rettungskorps ist es, die Kameradschaft unter den Feuerwehrleuten mit diversen Anlässen zu pflegen. «Wer ein Jahr lang in der Feuerwehr tätig ist, wird ins Rettungskorps aufgenommen. Das ist eine Ehre», erklärte Serge Läderach. Dass Aktivitäten wie der kantonale Feuerwehrmarsch nur von sechs Mitgliedern begangen wurde, stimmte ihn ein wenig nachdenklich. Ebenso die Tatsache, dass an den vier Höcks kaum jemand teilgenommen habe.

Vorstand wiedergewählt

Die 114 Stimmberechtigten nahmen nebst dem Jahresbericht des Korps-Chef auch die Rechnung 2016, mit einer Vermögenszunahme um 825 Franken, an. Das Budget wurde ebenfalls gutgeheissen. Die Vorstandswahlen gingen problemlos über die Bühne. Die Bisherigen Serge Läderach, Urs Herzog (Vize-Korpschef), Adrian Wegmüller (Kassier), Petra Prévôt (Aktuarin) und die Beisitzer Stefan Baumann, Heinz Bertschi und Hans Peter Füchslin wurden bestätigt.

Feuerwehr-Kommandant Florian Isenring ging in seinem Bericht auf die neue Stelle des Stabsoffiziers ein. Mit Philipp Strähl sei es gelungen, eine Kapazität für die Feuerwehr zu gewinnen. 79 Einsätze in 1649 Einsatzstunden wurden letztes Jahr durch die Feuerwehr Brugg geleistet. Dazu wurden 120 Übungen durchgeführt und 95 Kurstage besucht. 110 aktive Angehörige der Feuerwehr (AdF) und zwei festangestellte Mitarbeiter zählt die Feuerwehr Brugg.

Befördert (siehe Box), entlassen und geehrt wird am Ripplifrass traditionsgemäss: Adrian Wegmüller gab seinen Austritt per Ende 2016 bekannt, für seine 34 Dienstjahre erhielt er unter anderem eine Pfeffermühle in Hydrantenform. Mit 32 respektive 29 Jahren sehr lange im Dienst waren Alex Honegger und Peter Lauper.

Beförderungen

Die Feuerwehr Brugg beförderte folgende Personen:

- Ramon Regenass (zum Oblt, Chef Atemschutz)

- Marcel Wiederkehr (zum Lt)

- Timon Balmer (zum Kpl, Chef Absturzsicherung)

- Stephan Menton (zum Wm)

- Dieter Rehmann (zum Gfr)

- Andreas Wölfli (zum Chef Jugendfeuerwehr)

- Roland Diener (zum Chef Sanität)

- Petra Prévôt (zum stv. Chef Atemschutz und stv. Chef Züge)

- Florian Mühlbauer (zum stv. Chef Absturzsicherung)

- Falk Bazylak (zum Kpl nach bestandenem Gruppenführerkurs)

- Sandro Rossi (zum Kpl nach bestandenem Gruppenführerkurs)

Der Zivilschutz Brugg beförderte folgende Personen:

Offiziere

- David Henzmann (zum Oblt, Ernennung zum Zugführer Bereitschaftszug)

- Daniel Ehrler (zum Zugführer Betreuung)

Höhere Unteroffiziere

- Florian Geissberger (zum Fw)

- Fabio Landolt (zum Four)

Unteroffiziere

- Manuel Baumann (zum Wm)

- Roberto Mangiaracina (zum Wm)

- Simon Marcin (zum Wm)

- Kevin von Rotz (zum Wm)

- Michael Burger (zum Kpl)

- Michael Geissberger (zum Kpl)

- Marco Jenni (zum Kpl)

- Remo Nikles (zum Kpl)

- Pon Pitteloud (zum Kpl)

- David Steigmeier (zum Kpl)