Schinznach-Dorf
Ein Zauberer bringt ein Nichts und ein Etwas in die neue Aula

Der Kulturverein Kulturgrund bespielte erstmals die flexible Bühne in Schinznach-Dorf. Zauberer Peter Honegger entwirrte die Gedanken einer Zuschauerin und liess einen anderen endlich durchblicken.

Ina Wiedenmann
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Neue Aula Schinznach-Dorf
6 Bilder
Einstieg in die Flugkiste
Honegger und seine Flugkiste
Honegger verhilft Bruno zum Durchblick
Ingrid weiht er auch in seine Geheimisse ein und lässt sie fühlen
Renate Lerch und Peter Honegger vor der Aufführung

Neue Aula Schinznach-Dorf

Aargauer Zeitung

«Sehen Sie was? Hören Sie was?», fragt Bühnenkünstler Peter Honegger und zeigt auf ein kleines, rechteckiges Glaskästchen mit viel Nichts drin. Er weiss, es ist immer etwas – in diesem Moment aber ist nichts. Dieses Nichts ist leicht. Und darin können die Dinge des Lebens ihren Lauf nehmen. Für 60 Zuschauer beginnen damit Momente voller Zauber, Humor und Poesie.

Zu Beginn des Abends begrüsst Renate Lerch vom Verein Kulturgrund Schinznach-Dorf die Gäste. «Sie sitzen auf nigelnagelneuen Stühlen in dieser nigelnagelneuen Aula», betont sie die Besonderheit dieses Moments. Das Motto «Ankommen» ihres Herbst- und Winterprogramms beschreibt, was den Verein bewegt. Endlich können Kulturbegeisterte wieder Live-Programme auf der flexiblen Bühne in Schinznach-Dorf erleben.

Kleine Wächter, damit dem Nichts nichts passiert

Gebannt schaut das Publikum auf das Glaskästchen mit dem Nichts. Honegger stellt rund um dieses Kästchen kleine Figürchen als Wächter auf, damit dem Nichts nichts passiert. Auf der anderen Seite der Bühne steht eine Holzkiste bereit. Darin ist das Etwas. Aber was ist dieses Etwas? Der Künstler verzaubert in diesem Übergangsstadium vom Nichts zum Etwas alle, indem er auf eine Drehscheibe steht, in den Sternenhimmel schaut und ganze Galaxien auf die Bühne holt.

Dann kommt ein weisser Becher ins Spiel. «Hauptsache, wir haben ein Bild von einem Becher in uns», beruhigt der Zauberkünstler die nachdenklichen Gäste. Er spielt mit Becher und Publikum. Er pustet zaghaft und verwandelt den Becher in eine lange Luftschlange. «So sieht Heidis Verstand aus», veranschaulicht der Zauberer das Papier-Wirrwarr und rührt wie wild mit einem Zauberstab im Verstand von Zuschauerin Heidi und allen anderen um sie herum um. Für Klarheit sorgt nun Bruno aus dem Publikum, den Honegger durch eine Holzkiste schauen lässt und ihm damit zum ersten Mal zum Durchblick verhilft. Honegger liebt Anfänger. Beflügelt davon präsentiert der Zauberer seine Flugkünste. Er besteigt eine Kiste und hebt ab. Jeder kann es sehen.

Der Abend schwebt leicht dahin, Dinge tauchen auf und verschwinden wieder – ins Nichts. Die Präsidentin des Vereins, Sandra Wiederkehr, sowie alle weiteren Zuschauer sind begeistert und applaudieren kräftig. Renate Lerch übergibt dem Künstler zum Dank für den bezaubernden Abend passend eine Schachtel Pralinen mit dem Namen «Nichts» aus einer Schinznacher Bäckerei.