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Chefwechsel, TCS-Heli, Konzession: So verändert sich der Flugplatz Birrfeld

Der Flugplatz Birrfeld erhält einen neuen Chef . Dazu sorgen die Konzessionserneuerung, Nachtflüge des TCS-Helikopters und die Positionierung für Schlagzeilen. Zehn Fragen und Antworten.

Claudia Meier
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Die Konzession für den Flugplatz Birrfeld wurde um ein Jahr verlängert. (Archiv)

Die Konzession für den Flugplatz Birrfeld wurde um ein Jahr verlängert. (Archiv)

Michael Hunziker

Geht es um den Flugplatz Birrfeld, werden bei einigen Kindheitserinnerungen an einen Familienausflug wach. Andere sind im Eigenamt schon zu einem Rundflug gestartet. Klar ist, seit der TCS-Helikopter im Birrfeld eine Basis betreibt, zieht der Flugplatz noch mehr Aufmerksamkeit auf sich.

In diesem Jahr stehen wichtige Veränderungen an. Die Aargauer Zeitung hat sich deshalb bei Vorstandsvertretern des Aero-Clubs Aargau, beim Delegierten des Verwaltungsrats und Geschäftsführer der Alpine Air Ambulance, Jürg Fleischmann, sowie beim abtretenden und neuen Flugplatzchef über die Zukunft des Flughafens informiert.

1. Roger Trüb verlässt Ende Woche nach über zehn Jahren seine Stelle als Flugplatzchef. Warum?

Er findet es an der Zeit, nochmals etwas Neues zu wagen. Nun macht sich der ursprünglich diplomierte Gärtnermeister im Gartenbau selbstständig. Der Wechsel ist Gelegenheit, Trübs bisherige Funktionen als Flugplatzchef und Leiter der Fliegerschule Birrfeld AG auf zwei Personen zu verteilen, weil die Aufgaben in den letzten Jahr enorm zugenommen haben.

2. Wer wird neuer Flugplatzchef?

Der bisherige Stellvertreter und frühere Vereinspräsident Heinz Wyss übernimmt diese Aufgabe ab 1. November in einem 60-Prozent-Pensum. Wyss kennt den Flugplatz Birrfeld seit 1972. Als Flugplatzchef ist der 61-Jährige gegenüber dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) für den vorschriftsgemässen und sicheren Flugbetrieb im Birrfeld, für alle Vereinsbelange sowie für die Liegenschaften verantwortlich. Im Nebenamt wird Wyss weiterhin als Fluglehrer tätig sein.

3. Wer leitet künftig die Fliegerschule Birrfeld AG?

Die Stelle für die Geschäftsführung wurde ausgeschrieben. Über 40 Bewerbungen sind eingegangen. Das Auswahlverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Roger Trüb wird in der Übergangszeit temporär aushelfen, bis sich der neue Geschäftsführer oder die neue Geschäftsführerin eingearbeitet hat.

4. Der Aero-Club Aargau hat beim Bazl das Gesuch um Verlängerung der Konzession für die nächsten 30 Jahre (2016 bis 2046) eingereicht. Vereinsintern hat man sich erst im Mai 2015 darauf geeinigt, dass man die Konzession wieder verlängern will. Warum?

Die Konzessionserneuerung löste eine Grundsatzdiskussion im Aero-Club Aargau mit seinen rund 1400 Mitgliedern aus. Der Flugplatz Birrfeld ist der einzige konzessionierte Flugplatz im Aargau. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich. Die Konzession wird vom Bundesrat abgesegnet. Einerseits anerkennt der Bund so den Flugplatz Birrfeld als wichtigster Ausbildungsplatz der Schweiz in der Leichtaviatik. Andererseits gibt es laufend neue Vorschriften, die eingehalten werden müssen, was auch mit Kosten verbunden ist.

5. Der Bund hat die Konzession für den Flugplatz Birrfeld vorerst nur um ein Jahr verlängert, weil noch kein neues Betriebsreglement vorliegt. Was wäre die Alternative zur Konzession?

Ohne Konzession wäre das Birrfeld ein normales Flugfeld wie beispielsweise Schupfart. Die Bewilligung dafür müsste regelmässig neu beim Bundesamt beantragt werden. Die interne Vernehmlassung zum Entwurf des Betriebsreglements wird in diesen Tagen abgeschlossen, sodass dem Bund alle erforderlichen Unterlagen abgegeben werden können.

6. Wie positioniert sich der Flugplatz Birrfeld?

Der Aero-Club Aargau will den Flugplatz als Vereinsflugplatz für Motor- und Segelflugzeuge beibehalten. Es gibt nur eine professionelle Anbieterin: Die Firma Alpine Air Ambulance (AAA) mit dem TCS-Helikopter. Der gelbe Rettungshelikopter ist allerdings der einzige im Birrfeld stationierte Helikopter. Nach Anmeldung dürfen aber auch militärische und zivile Helikopter im Birrfeld landen und starten.

7. Welche Flüge finden in der Nacht statt?

Für Such- und Rettungsflüge darf der Helikopter nachts fliegen. Sonst finden im Birrfeld keine Nachtflüge statt.

8. Was bringt der TCS-Helikopter auf dem Flugplatz Birrfeld?

Er trägt im Rettungswesen zu einer besseren Abdeckung im Kanton Aargau bei. Der Vorteil ist ausserdem, dass wegen des Helikopters immer ein Arzt auf dem Birrfeld stationiert ist. Davon haben auch schon Gäste auf dem Flugplatz profitiert. Andererseits ist der Helikopter auch ein Wirtschaftsfaktor für den Flugplatz. Der Helikopter profitiert von der Flugplatz-Infrastruktur und kann vor Ort getankt werden. Das ist mit ein Grund, warum er nicht bei einem Spital stationiert ist.

9. In welche Richtung soll sich der Flugplatz Birrfeld in den nächsten fünf Jahren entwickeln?

Die Verantwortlichen wollen weiterhin einen Flugplatz für Leichtaviatik und Flugsport. Ein Ausbau oder eine Pistenverlängerung wird vonseiten des Aero-Clubs Aargau weder gewünscht noch ist dies aufgrund der Platzverhältnisse möglich. Geplant ist ein Ersatz der vor 47 Jahren erbauten Werkstatt.

10. Wie geht es mit dem TCS-Helikopter weiter?

Der TCS-Helikopter soll auch in fünf Jahren noch vom Flugplatz Birrfeld abheben. Aber mehr als einen Helikopter im Birrfeld zu betreiben ist weder geplant noch würde es sich für die AAA lohnen.