Brugg/Windisch
Neues Quartier für 2000 Einwohner: Das Zentrum verändert sich erheblich

Brugg und Windisch starten gemeinsam mit Partnern ein Entwicklungsprojekt für das Gebiet rund um den Bahnhof. Entstehen soll ein Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandort mit Ausstrahlungskraft. Die Bevölkerung wird eingebunden.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Wie soll sich das Gebiet beidseits der Gleise dereinst präsentieren? Solche Fragen werden in einer offenen Diskussion auch zusammen mit der Bevölkerung geklärt.

Wie soll sich das Gebiet beidseits der Gleise dereinst präsentieren? Solche Fragen werden in einer offenen Diskussion auch zusammen mit der Bevölkerung geklärt.

Bild: mhu
(13. Mai 2021)

Einschneidende Veränderungen stehen an mitten in Brugg und Windisch. Schrittweise entstehen soll ein neues, lebendiges Quartier rund um den Bahnhof: mit bis zu 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie 3000 Arbeitsplätzen.

Das Potenzial ist gross, das Vorhaben komplex. Unter dem Titel «Gebietsentwicklung Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch» wird der Prozess so richtig lanciert – mit viel Elan, wie an einer Medienorientierung am Mittwoch zum Ausdruck kam.

Barbara Horlacher ist Stadtammann in Brugg.

Barbara Horlacher ist Stadtammann in Brugg.

Bild: san (10. März 2020)

Die Freude über die aktive Gestaltung der mittel- und langfristigen Zukunft, über die geplante Aufwertung und Umstrukturierung war den Beteiligten anzumerken: Neben Barbara Horlacher, Stadtammann in Brugg, sowie Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin in Windisch, waren Vertreter anwesend der Abteilungen Planung und Bau, des Kantons, der SBB sowie der Brugg Real Estate als Grundeigentümerin.

Das Gebiet im Süden ist stark industriell geprägt

Dass so viele Partner beteiligt sind, hat seinen guten Grund: Es bestehen diverse Abhängigkeiten und einiger Abstimmungsbedarf. Die Bedeutung des zentralen Areals um den Bahnhof – eine wichtige Verkehrsdrehscheibe – sei gross, nicht nur für die beiden Gemeinden, sondern weit über die Region hinaus, hielt Barbara Horlacher fest. Die Rede ist von einer Fläche von rund 340'000 Quadratmetern beidseits der Gleise samt den Teilgebieten Campus, Neumarkt und Industrie.

Das Areal hat eine Fläche von rund 340'000 Quadratmetern.

Das Areal hat eine Fläche von rund 340'000 Quadratmetern.

Bild: zvg

Der Zeitpunkt für eine Gesamtbetrachtung, für eine sorgfältige, gemeinsame und koordinierte Gebietsentwicklung, für eine Abstimmung der Interessen bezeichnete Barbara Horlacher als ideal. Einerseits besteht bei den bahnnahen Infrastrukturen und den öffentlichen Räumen Handlungs- und Erneuerungsbedarf. Andererseits hat der Grosse Rat vor kurzem für den Raum Brugg das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) im Richtplan festgesetzt. Und nicht zuletzt äusserte der private Grundeigentümer Entwicklungsabsichten. Heute ist der Raum im Süden des Bahnhofs – mit den Arealen der Kabelwerke – stark industriell geprägt.

Ein Verkehrskonzept zeigt die Anforderungen auf

Die beiden Einwohnerräte entscheiden an den nächsten Sitzungen im Juni über die Planungskredite, damit für die zweite Phase die Testplanung vorbereitet werden kann. Der Anteil beläuft sich auf je 60'000 Franken.

Gleichzeitig ist vorgesehen, die öffentliche Diskussion zu vertiefen und mit der Partizipation der Bevölkerung zu starten. Es sollen von Grund auf die Voraussetzungen geschaffen werden für geordnete Strukturen bis im 2040/45 – «sodass es Freude macht, hier zu leben», sagte Heidi Ammon. Es sei ein langer Prozess, fügte sie an. «Wir wollen diesen Weg gemeinsam mit der Region und den Partnern beschreiten.»

Nach der Medienorientierung werfen die Projektpartner vom Centurion Tower aus einen Blick auf das Zentrum.

Nach der Medienorientierung werfen die Projektpartner vom Centurion Tower aus einen Blick auf das Zentrum.

Bild: mhu (12. Mai 2021)

Das Ziel der Projektpartner ist klar: Entstehen soll ein starkes Zentrum, ein attraktiver Bahnhof, ein Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandort mit Ausstrahlungskraft sowie belebte öffentliche Räume. Als Grundlage und Einstieg ist eine Potenzialstudie erarbeitet worden. Drei Szenarien liegen als Ergebnis vor. Basierend auf diesen ersten Anhaltspunkten sind die voraussichtlich zu erwartenden Verkehrsmengen evaluiert worden.

Das Verkehrskonzept enthält Aussagen zum Grob- und Feinerschliessungsnetz. Gerechnet wird künftig mit einem grösseren Anteil an Fuss- und Veloverkehr. Eine neue Erschliessung für das Entwicklungsgebiet soll über die Südwestumfahrung angebunden werden.

Angeknüpft wird an den Erfolg der Vision Mitte

Für das Projekt «Gebietsentwicklung Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch» wird mit Gesamtkosten von rund 2,4 Mio. Franken gerechnet. Der Anteil von Brugg wird auf insgesamt knapp 530'000 Franken geschätzt, der Anteil von Windisch auf knapp 541'000 Franken.

Heidi Ammon ist Gemeindepräsidentin in Windisch.

Heidi Ammon ist Gemeindepräsidentin in Windisch.

Bild: mhu (15. April 2021)

Anknüpfen wollen Brugg und Windisch mit dem Entwicklungsprojekt an den Erfolg der Vision Mitte. Aus dieser ging der Fachhochschul-Campus hervor. Der Grundstein wurde 2006 gelegt mit einem Entwicklungsrichtplan, im 2011 starteten die beiden Gemeinden mit der Erarbeitung des räumlichen Entwicklungsleitbilds sowie anschliessend mit der gemeinsamen Nutzungsplanung.

Es sei ganz wichtig, nun einen Schritt weiterzugehen, betonte Heidi Ammon. Es sei ein Brocken, der aber einen Gewinn bringen werde, zeigte sie sich überzeugt. Zu finden sind die Unterlagen online unter www.raumbruggwindisch.ch.