Brugg/Windisch
Gruppe «Oase aber richtig» sammelt Unterschriften gegen neuen Schwerverkehrs-Korridor

Geht es nach der regional verankerten Gruppe «Oasar – Oase aber richtig», sollen der Lebensraum Aufeld nicht zerstört und das künftige Quartier Kabelwerk nicht verbaut werden. Gegen 500 Unterschriften sind für die Petition über das Wochenende zusammengekommen.

Claudia Meier
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Laut der aktuellen Variante des Kantons soll der neue Umfahrungstunnel von vor der Sportanlage Au in Brugg her unter dem Geissenschachen und der Aare hindurch nach Windisch führen.

Laut der aktuellen Variante des Kantons soll der neue Umfahrungstunnel von vor der Sportanlage Au in Brugg her unter dem Geissenschachen und der Aare hindurch nach Windisch führen.

Bild: mhu (25. August 2015)

Seit einigen Wochen wird dieser Schritt erwartet: Das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase), das die Zentren bis 2040 vom Durchgangsverkehr entlasten soll, geht in die nächste Runde. Am Freitag will der Regierungsrat seine Botschaft dem Grossen Rat vorstellen. Dabei geht es um die Festsetzung des Brugger Astes in den kantonalen Richtplan.

Das hat die Gegner dieses grossen Strassenbauprojekts veranlasst, jetzt aktiv zu werden. Über die sozialen Medien, Plakate und persönliche Kontakte sammelt die in Brugg und Windisch verankerte Interessengemeinschaft «Kein Schwerverkehrskorridor durch unsere Region» unter Oasar seit dem Wochenende für eine Petition Unterschriften, die dem Grossen Rat in ein paar Wochen überreicht werden sollen. Bis am Montagmorgen sind laut Sprecherin Esther Duran (CVP-Einwohnerrätin Windisch) bereits 475 Unterschriften zusammengekommen.

Von zusätzlicher Rheinbrücke bei Koblenz schnell auf die Autobahn

Damit will die parteiübergreifende IG die Mitglieder des Grossen Rates auffordern, den Schwerverkehrskorridor durch die Region Brugg/Windisch zu stoppen. «Zusammen mit der geplanten zusätzlichen Rheinbrücke bei Koblenz würde die Oase eine schnelle Verbindung von Deutschland auf die A1 schaffen, mit der die Schwerverkehrsabgabe LSVA reduziert werden kann», heisst es in einer Mitteilung zur Petition. Mit dem so ausgebauten Schwerverkehrskorridor drohe dem Raum Brugg «eine Flut von Lastwagen, die direkt vor den Häusern und Gärten durchfahre».

Laut der IG ist das Wasserschloss eine Naturlandschaft von nationaler Bedeutung und ein Biotop für Amphibien, Libellen und viele andere Arten. Zurzeit werde in einem innovativen Projekt sogar Reis angebaut und das Feld mit Wasser aus der nahen Aare geflutet.

Nördlich vom Reisfeld in Lauffohr würde die Umfahrungsstrasse zum neuen Tunnelportal durchführen.

Nördlich vom Reisfeld in Lauffohr würde die Umfahrungsstrasse zum neuen Tunnelportal durchführen.

Bild: san (27. Juli 2020)

Die Aue, die dem Aufeld den Namen gab, werde wieder spürbar. Der Schwerverkehrskorridor würde den Lebensraum Aufeld beim Wasserschloss gemäss den Strassenbaugegnern zerschneiden und ein grosses Tunnelportal die Landschaft verschandeln.

Übersicht Varianten (mit aktueller Variante K2 für den Richtplaneintrag Festsetzung in blauer Farbe dargestellt).

Übersicht Varianten (mit aktueller Variante K2 für den Richtplaneintrag Festsetzung in blauer Farbe dargestellt).

Bild: zvg

Vom Aufeld würde ein Tunnel unter dem Geissenschachen und der Aare hindurch zum Kabelwerkareal führen. Die neue Strasse würde anschliessend in die sich im Bau befindende Südwestumfahrung Brugg münden.

Neues Wohnquartier neben dem Bahnhof Brugg würde von Strasse tangiert

Die Gruppierung Oasar sieht dieses Vorhaben kritisch: Auf dem heutigen Kabelwerkareal werde in naher Zukunft ein neues Quartier entstehen. Direkt neben dem Bahnhof Brugg und in Spazierdistanz zum Habsburgwald soll es zu einem attraktiven Lebensraum werden, in dem sich die Bevölkerung wohlfühle. Deshalb betont die IG:

«Mit der Oase-Fehlplanung würden aber mitten im zukünftigen Wohnquartier die Lastwagen und Autos aus dem Tunnel kommen und die Quartierstrassen überschwemmen.»

Die Verkehrsplanung im Ostaargau muss laut der IG auf eine neue Grundlage gestellt werden, in der als oberstes Ziel die Einhaltung der Klimaziele steht. «Das bedeutet, dass wir neue Verkehrskonzepte brauchen, und nicht Konzepte aus den Siebzigerjahren, die mit dem Projekt Oase einfach fortgeschrieben werden!»

Die Petition soll laut Sprecherin Esther Duran voraussichtlich im März dem Kantonsparlament in Aarau übergeben werden.