Brugg
Piekfein sollen die neuen Bikes sein: Der «Sibesiech» macht den Anfang

Andi Wernli vom Brugger Sportgeschäft No Limit erklärt, warum der Zeitpunkt ideal ist für die Lancierung der eigenen Bike-Marke «Posh» und warum früher der Mut fehlte für diesen Schritt.

Michael Hunziker
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No-Limit-Geschäftsinhaber Andi Wernli zeigt das brandneue «Posh»-Bike.

No-Limit-Geschäftsinhaber Andi Wernli zeigt das brandneue «Posh»-Bike.

Bild: mhu

Dieses Bike sei wie ein Schweizer Sackmesser: ein Allzweckgerät, sagt Andi Wernli vom Brugger Sportgeschäft No Limit mit einem breiten Lachen. Die Freude ist ihm anzusehen: Unter dem Namen «Posh» lanciert er eine eigene Bike-Marke. Vor dem Geschäftsinhaber steht das elegante Modell «Sibesiech» in edlem Schwarz mit silbrig-glänzendem Schriftzug. Vereint werde, sagt Wernli nicht ohne Stolz, das Beste eines All-Mountain-Bikes mit den Vorzügen eines Cross-Country-Bikes. «Damit kann man viel machen, das Einsatzgebiet ist gross.»

Jedes «Posh»-Bike wird in Brugg zusammengebaut. Zwei Varianten in zwei Preisklassen stehen zur Verfügung. Eingegangen werden könne überdies auf die verschiedensten Kundenwünsche, ergänzt Wernli, sei es bei Komponenten oder Farben. Er ist überzeugt:

«Mit diesem Design treffen wir den Zeitgeist.»

Gedanken über ein eigenes Bike machte sich das No-Limit-Team schon vor rund vier Jahren. Ein – dickes – Dossier mit Ideen und Spezifikationen war vorhanden. Der Mut aber, den entscheidenden Schritt zu wagen, habe damals gefehlt, blickt Wernli zurück. Auch habe es keine zwingenden Gründe gegeben. Denn ein fertiges Bike konnte auf Knopfdruck bei grossen Lieferanten bestellt werden.

«Posh» ist prägnant und bedeutet so viel wie piekfein – so sollen die Bikes auch sein

Im vergangenen Coronajahr stieg das Interesse der Bevölkerung an Velos schlagartig, es kam zu Lieferengpässen. Das Dossier wurde deshalb wieder hervorgeholt, ein Carbonrahmen-Hersteller gesucht, der den Vorstellungen und Ansprüchen genügt. Ab August fanden umfangreiche Tests statt. Es wurden Gabeln gewechselt, Federwege angepasst und Dämpfer eingestellt – bis schliesslich alle vom Ergebnis begeistert waren.

Intensiv war ebenfalls die Suche nach dem Namen und Logo. Kurz und schnörkellos sollte es sein, fein, aber nicht abgehoben. «Posh» sei prägnant und bedeute so viel wie piekfein, erklärt Wernli. «Genau so sollen auch die eigenen Bikes sein.» Entwickelt wurde das Logo von Wernlis Schwager. Professionell mit Autofolie geplottet wird es von Wernlis Schwester in Riniken. Der Geschäftsinhaber sagt:

«Uns war es ein grosses Anliegen, dass wir möglichst alles in einem kleinen, familiären Rahmen mit nahen Wegen umsetzen können.»

Ziel sei es, als kleiner Brand eine Nische zu finden. Der Zeitpunkt für die Lancierung sei ideal, ist sich Wernli sicher. «Wir sind agil und können schnell auf den Markt reagieren, montieren die Bikes ‹just in time›.»

Beim ersten Modell soll es übrigens nicht bleiben. Geplant ist, in den kommenden Monaten weitere «Posh»-Bikes auf den Markt zu bringen: das Rennvelo mit Namen «Tefig», das Gravel-Bike «Streuner» oder das Enduro-Bike «Grobian».