Brugg
Kein Platz für künftige Kinder: Schule Umiken soll Doppelkindergarten und mehr Raum für Tagesstrukturen erhalten

Am 22. Oktober entscheidet der Einwohnerrat Brugg über die Bewilligung eines Wettbewerbskredits von 340'000 Franken für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlage. Warum sich der Stadtrat für diese Projektvariante einsetzt.

Maja Reznicek
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Das Primarschulgebäude in Umiken ist laut Stadtrat deutlich zu klein.

Das Primarschulgebäude in Umiken ist laut Stadtrat deutlich zu klein.

Claudia Meier
(2. Oktober 2021)

Die Schülerinnen- und Schülerzahlen in der Stadt Brugg steigen. Ein Wachstum um 7 Klassen bei Kindergarten und Primarschule sowie um 6 Klassen in der Sekundarstufe ist laut aktueller Botschaft innert 15 Jahren sehr wahrscheinlich. Aufgrund dieser künftigen Entwicklung müsse, schreibt der Stadtrat, mehr Schulraum zur Verfügung gestellt werden.

Das zu erwartende Wachstum beim Schulraumbedarf betreffe aber nicht alle Schulstandorte in gleichem Masse. Prioritären Handlungsbedarf sieht die Exekutive dabei am Standort Umiken. Dazu heisst es im Bericht:

«Der Raumbedarf der Primarschule Umiken kann schon heute nur mit provisorischen Massnahmen gedeckt werden.»

Das bestehende Primarschulgebäude sei deutlich zu klein – in den nächsten Jahren sollen 4 bis 5 Klassen hinzukommen – und weise erheblichen Sanierungsbedarf auf. Weiter fehlten Gruppenräume. Zudem besteht in Umiken, so die Botschaft, nach einem Kindergarten als Ersatz für das Provisorium Freudensteinwiese. Ein zweiter Kindergarten sei erforderlich, um das Wachstum der nächsten Jahre aufzufangen: Eine Klasse soll bis 2025/26 dazukommen.

Auch die Tagesstrukturen brauchen gemäss Exekutive mehr Platz. Bis zum Schuljahr 2034/35 sei mit rund 25 Kindern für den Mittagstisch zu rechnen. Daraus resultiere ein Flächenbedarf von 125 m2.

10,6 Mio. Franken soll das vom Stadtrat favorisierte Projekt kosten

Der errechnete Flächenbedarf für den künftigen Schulbetrieb Umiken liegt laut Bericht bei 1440 m2 Hauptnutzungsfläche (Primarschule: 1080 m2, Kindergarten: 200 m2, Tagesstrukturen: 157 m2). Im bestehenden Schulhaus können davon rund 600 m2 untergebracht werden. 840 m2 zusätzliche Fläche sind deshalb, beim Erhalt des alten Gebäudes, neu zu erstellen.

Für die Entwicklung des Schulstandorts favorisiert der Stadtrat folgende Variante: Für Kosten von 10,6 Mio. Franken (Kostengenauigkeit: +/- 30%) soll die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes sowie dessen Ergänzung um einen dreistöckigen Erweiterungsbau erfolgen. Letzterer umfasste unter anderem 5 Klassenzimmer und 3 Gruppenräume sowie den Doppelkindergarten im Erdgeschoss. Bestands- und Erweiterungsbau würden über das 1. Obergeschoss verbunden.

Neben dieser Entwicklungsvariante wurde ebenfalls der Abriss des alten Baus und die Erstellung eines viergeschossigen Gesamtneubaus für 11,7 Mio. Franken geprüft. Gemäss der Exekutive habe die Variante, bei der das alte Schulgebäude bestehen bleibt, «Vorteile bezüglich des Erhalts eines das Ortsbild prägenden Gebäudes und besitzt nach grober Einschätzung eine bessere Bilanz bezogen auf graue Energie und CO2». Zudem sei diese Alternative etwa eine Million Franken günstiger.

Der Baubeginn ist im ersten Quartal 2025 geplant

In einem nächsten Schritt soll ein Projektwettbewerb für Generalplaner durchgeführt werden. Über den dafür nötigen Wettbewerbskredit von 340'000 Franken stimmt der Einwohnerrat Brugg ab. Die FDP-Fraktion äusserte sich bereits zu diesem Geschäft: Sie fragt, wo der «wirkliche Vorteil des Wettbewerbsverfahrens» liege. Mit der Auflage, dass die Wettbewerber die Obergrenze des Baukredits von 10,6 Mio. Franken nicht überschreiten dürfen, stimme sie dem Antrag des Stadtrats aber zu.

Nach dem Kreditbeschluss durch den Einwohnerrat ist geplant, die Wettbewerbsphase im zweiten Quartal 2022 abzuschliessen. Der Baubeginn liegt laut Botschaft im ersten Quartal 2025. Der Bezug des Erweiterungsbaus erfolgt voraussichtlich im Schuljahr 2026/27.

Aufgrund der Ergebnisse der Schulraumplanung sieht der Stadtrat vor, nach dem Standort Umiken die räumliche Entwicklung der Oberstufe genauer zu betrachten. Planerische Potenzial- und Vorabklärungen zu den Oberstufenstandorten sollen 2022 angegangen werden.

Einwohnerratssitzung 22. Oktober, 19 Uhr, Campussaal.

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