Bezirk Brugg
Vom Babyboom bis zur Verlierergemeinde: Die Wachstumszahlen im zweiten Pandemiejahr zeigen Überraschendes

Die kantonale Bevölkerungsstatistik 2021 liegt vor. Das sind die interessantesten Zahlen aus dem Bezirk Brugg.

Maja Reznicek
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Mandach ist seit 2022 die kleinste Gemeinde im Bezirk Brugg.

Mandach ist seit 2022 die kleinste Gemeinde im Bezirk Brugg.

Britta Gut (14. Juni 2021)

Brugg liegt über dem Durchschnitt. Zumindest was die Entwicklung des Bevölkerungswachstums im letzten Jahr betrifft. Knapp 1,5 Prozent mehr Menschen lebten Ende Dezember 2021 im Bezirk als noch zur gleichen Zeit im 2020. Gesamtkantonal wurden mit 703’186 Einwohnerinnen und Einwohnern (2020: 694’060 Personen) ein Anstieg von 1,3 Prozent verzeichnet. Damit haben sich im Aargau erstmals mehr als 700’000 Menschen angesiedelt. Bis 2030 sollen es gemäss Prognose 780’000 Personen sein.

Zusätzlich belegte Brugg im vergangenen Jahr nach Lenzburg und noch vor Rheinfelden den sechsten Platz der bevölkerungsreichsten Bezirke im Kanton. Unter den elf Bezirken war Baden Spitzenreiter mit 147’256 Einwohnerinnen und Einwohnern, Zweitplatzierter Aarau mit gut 81’000 Personen. Laufenburg bildete das Schlusslicht (33’765 Einwohnende), wie die kantonale Bevölkerungsstatistik zeigt.

Fünf Gemeinden im Bezirk schrumpften gegenüber 2020

Wenig überraschend ist die grösste Gemeinde im Bezirk Brugg – Stand 31. Dezember 2021 – mit 12’944 Einwohnerinnen und Einwohnern weiterhin Brugg (2020: 12’732). Auf dem zweiten Platz befindet sich mit 7911 Personen Windisch (2020: 7717). Dahingegen war die kleinste Gemeinde im Jahr 2021 noch Elfingen. Hier lebten zu dieser Zeit 304 Menschen. Durch die Fusion mit Effingen, Hornussen und Bözen zur Gemeinde Böztal gehört die Kommune per 1. Januar 2022 nicht mehr zum Bezirk Brugg. Die Gemeinde mit der geringsten Bevölkerungszahl wird zukünftig wohl Mandach (2021: 328) sein.

Im Dezember 2021 fand die erste Gemeindeversammlung von Böztal statt.

Im Dezember 2021 fand die erste Gemeindeversammlung von Böztal statt.

Roland Schmid (4. Dezember 2021)

Bei den grössten Gemeinden ist prozentual aber nicht Brugg am meisten gewachsen (+1,7 Prozent), sondern wieder einmal Windisch (+2,5 Prozent). Sieht man sich alle Kommunen im Bezirk an, ist Thalheim den anderen beiden jedoch weit voraus. Mit einer Zunahme von 6,1 Prozent ist sie Wachstumskönigin. 2021 leben hier statt 819 inzwischen 869 Personen.

Dem gegenüber schrumpften fünf Gemeinden: Birr (-56), Bözberg (-10), Effingen (-11), Hausen (-11) und Mönthal (-11) wiesen Ende 2021 im Vergleich zu Ende 2020 alle eine kleinere Bevölkerung auf. Prozentual gesehen (-2,8 Prozent) ist letztere die grösste «Verliererin». Total gesehen verzeichnete der Bezirk 4323 Zuzüge und 3741 Wegzüge. Damit haben sich im Vergleich zum Vorjahr mehr Personen im Bezirk angesiedelt, als sie ihn verlassen haben (Zuzüge: +39 / Wegzüge: -14).

In Brugg wurden fast 30 Prozent mehr Kinder geboren

Für den Bezirk Brugg war das zweite Pandemiejahr ein äusserst geburtenreiches: 537 Babys kamen auf die Welt. 2020 waren es noch 472 gewesen, das entspricht einer Steigerung von fast 14 Prozent. Dem gegenüber mussten mit 422 Todesfällen zehn weniger verzeichnet werden als noch im Vorjahr (432). So ergibt es sich, dass der Geburtenüberschuss von 115 – also die Anzahl Geburten abzüglich der Todesfälle – fast dreimal so hoch ist wie im ersten Coronajahr (damals: 40).

Am meisten Geburten im Bezirk gab es 2021 in Brugg.

Am meisten Geburten im Bezirk gab es 2021 in Brugg.

Symbolbild: Sandra Ardizzone

Diese Tendenz zeigt sich auch gesamtkantonal. Gemäss der Aargauer Bevölkerungsstatistik stieg der Geburtenüberschuss 2021 stark an, lag bei 1897 statt bei 1282 wie noch im ersten Pandemiejahr.

Am meisten Geburten gab es 2021 in Brugg (139), fast zweimal so viele wie in Windisch (84). Prozentual gesehen entspricht das bei letzterer Gemeinde einem Zuwachs der Geburtenzahl um 12 Prozent, bei Brugg gar um knapp 28 Prozent. Obwohl Elfingen offiziell im 2021 noch die kleinste Gemeinde war, wurden hier das Doppelte an Kindern geboren als in Mönthal: nämlich zwei statt nur einem Baby.

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