Bezirk Brugg
«Der Rosenstrauss ist oft ein Verlegenheitskauf»: Warum der Valentinstag diesmal so unberechenbar ist

Dieses Jahr fällt der 14. Februar auf einen Montag: Für den Tag der Liebenden erweitern einige Blumengeschäfte im Bezirk Brugg die Öffnungszeiten. Floristinnen sprechen über Herausforderungen bei der Planung und attraktive Alternativen zum Blumenklassiker.

Claudia Meier
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Chefin Cynthia Maurer (Mitte) und ihre Teamkolleginnen Noemi Wiedmer (links) sowie Marlis Hotz haben derzeit Hochsaison.

Chefin Cynthia Maurer (Mitte) und ihre Teamkolleginnen Noemi Wiedmer (links) sowie Marlis Hotz haben derzeit Hochsaison.

Claudia Meier

Blumen, Ring und Pralinen: Das sind die beliebtesten Geschenke am Valentinstag. Wobei bei den Blumen ein Strauss roter Rosen nach wie vor der Klassiker ist. Der Tag der Liebenden geht zurück auf den Heiligen Valentin, der im dritten Jahrhundert Bischof der italienischen Stadt Terni war.

Als römischer Priester soll Valentin trotz des Verbots des Kaisers Claudius Gothicus Liebespaare nach christlichem Ritus getraut und mit Blumen aus seinem eigenen Garten beschenkt haben. Der erzürnte Kaiser liess Valentin deswegen am 14. Februar 269 n. Chr. hinrichten.

Vorbestellungen würden beiden Seiten helfen

Dass der Valentinstag dieses Jahr nicht nur in die Sportferien, sondern auch auf einen Montag fällt, ist insbesondere für kleinere Blumengeschäfte mit einem Zusatzeffort verbunden. So auch für Cynthia Maurer. Die 25-jährige Floristin hat sich im vergangenen März in der Brugger Altstadt mit dem Blumenladen Blütenmeer selbstständig gemacht. Am Montag wird ihr Geschäft extra für den Valentinstag von 9 bis 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 18.30 Uhr offenstehen.

Die klassischen roten Rosen bietet sie am liebsten auf Vorbestellung an, denn die Floristin will möglichst keine Blumen wegwerfen. Maurers Team hat derzeit alle Hände voll zu tun. Am Sonntag wird die Chefin alleine weitere Vorbereitungen treffen für einen der wichtigsten Tage der Blumengeschäfte im Jahr. Dass Vorbestellungen für alle das Leben einfacher machen würde, bestätigen auch andere Anbieter im Bezirk Brugg.

Bei den roten Rosen kann es Qualitätsprobleme geben

Wenn der Valentinstag auf einen Samstag, Sonntag oder Montag falle, sei er besonders unberechenbar, sagt Monika Bösiger. Die Betriebsleiterin vom Neuhof-Märt in Birr hat in der Floristik über 30 Jahre Erfahrung. Vielleicht lade man am Wochenende die Partnerin oder den Partner zum Essen oder auf einen Ausflug ein. Der Rosenstrauss sei oft ein Verlegenheitskauf, meistens von Männern, die nicht regelmässig Blumen besorgen. Falle der Valentinstag auf Dienstag bis Freitag, sei er in der Regel besser planbar.

Monika Bösiger gestaltet Herzgestecke mit verschiedenen Blumen.

Monika Bösiger gestaltet Herzgestecke mit verschiedenen Blumen.

zvg

Da der Valentinstag am gleichen Datum fast auf der ganzen Welt gefeiert wird, kann es laut Bösiger bei den – ohnehin meist teureren – roten Rosen Qualitätsprobleme geben. Die Betriebsleiterin erklärt:

«Die Züchter haben ja nicht plötzlich das Fünffache an Rosenstöcken zur Verfügung.»

Sie ruft deshalb dazu auf, bei den Rosen andere Farbe zu wählen oder sich für Frühlingssträusse und Gestecke zu entscheiden. «Der Kunde hat mehr davon», so Bösiger, die den Neuhof-Märt am 14. Februar von 13.30 bis 18 Uhr öffnen wird.

Zarte Farben lösen die rote Rose allmählich ab

Wie die Geschäfte von Blueme Kari – mit einem umfangreichen Onlineshop – steht auch der Amaryllis-Laden in Brugg das ganze Jahr durch am Montag offen. Die leitende Floristin Celine Allemann stellt fest, dass für den Valentinstag dieses Jahr zartere Farben gefragt sind. Sie sagt:

«Die Sträusse in weiss-rosa mit einzelnen roten Rosen kommen bei unserer Kundschaft gut an.»

Je nach Vorbestellungen werden am Sonntag zwischen zwei und vier Floristinnen im Einsatz stehen, um alle Kundenwünsche für Montag zu erfüllen.

Zusätzlich zu den normalen Montagsöffnungszeiten wird die Kundschaft der Aareblumen in Veltheim am 14. Februar über Mittag bedient. Das Geschäft im Schenkenbergertal steht somit von 7.30 bis 18.30 Uhr offen.

Vielleicht verliert der Valentinstag an Bedeutung

Bereits am Sonntag geöffnet haben folgende drei Geschäfte: Blumen Umiker in Hausen und Le petite Maison an der Wydenstrasse in Birr von 10 bis 12 Uhr sowie Unico Blumen und Geschenke Atelier an der Dohlenzelgstrasse in Windisch von 10 bis 14 Uhr.

Silvia Huggenberger ist Geschäftsführerin im Blumen Umiker in Hausen.

Silvia Huggenberger ist Geschäftsführerin im Blumen Umiker in Hausen.

Severin Bigler (20. Februar 2020)

Iris Schroff-Frey betreibt La petite Maison seit drei Jahren im Eigenamt. Sie wird am Montag ausserordentlich von 8.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 18.30 Uhr Kundenwünsche erfüllen. Als Vorbereitung schmückt sie Orchideen aus und bereitet Trockengestecke vor. Irene Rossi vom Unico-Laden öffnet am Montag von 13.30 bis 18 Uhr zusätzlich. Die Nachfrage sei schwierig abzuschätzen, räumt sie ein.

Vielleicht spiele der Valentinstag bald keine so grosse Rolle mehr, meint Cynthia Maurer. «Weil die Leute das ganze Jahr durch Blumen schenken.»

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