Im zweiten Wahlgang ist nur wählbar, wer innert 10 Tagen nach dem ersten Wahlgang durch mindestens 10 Stimmberechtigte des betreffenden Wahlkreises angemeldet wird. So steht es im Paragraf 32 des Gesetzes über die politischen Rechte, das in der geltenden Form im Oktober 2010 verabschiedet worden ist. Mit andern Worten: Ungeachtet der Wahlresultate im ersten Wahlgang steht es jedermann offen, sich unter obigen Bedingungen für den zweiten Wahlgang der Stadtammann- und/oder Stadtratswahl vom 3. März anzumelden.

Gibt es weitere Kandidaten?

Könnte jemand beziehungsweise eine Partei ein Interesse daran haben, einen Sprengkandidaten zu lancieren oder einen der jetzigen Kandidierenden auszuwechseln? Diese Möglichkeit ist bei den Ammannwahlen wohl eher auszuschliessen. Den Bürgerlichen ist es nach wie vor wichtig, die Wahl von Geri Müller zum Stadtammann zu verhindern. Sie werden sich – und darauf deutet alles hin – davor hüten und mit einem Kandidaten gegen Müller antreten. Dies kann in der jetzigen Konstellation nur Roger Huber sein. Würde Schneider dennoch ins Rennen steigen, würde er riskieren, dass wie im ersten Wahlgang Müller vorne liegen würde.

Ebenso wenig liegt von der linksgrünen Seite ein Grund vor, Geri Müller, der am meisten Stimmen aller Kandidierenden erzielt hat, eine Konkurrenz zur Seite zu stellen oder ihn gar auszuwechseln. Auch das gute Wahlresultat von Ruth Müri liefert keinen Grund, an dieser Konstellation – Ruth Müri (team baden) gegen Peter Courvoisier (FDP) – etwas zu ändern. Die FDP muss damit rechnen, dass es für Courvoisier sehr eng wird. Aus dieser Situation wäre allenfalls denkbar gewesen, ihn durch Fraktionssprecher Lukas Breunig zu ersetzen. Breunig, der sich trotz seines noch jungen Alters für die FDP als Stadtratskandidat hätte aufdrängen müssen, wird im Laufe der nächsten Monate die Stadt Baden als Wohnsitz verlassen. FDP-Präsident Matthias Bernhard macht denn auch klar, dass die Partei weiterhin an ihren Stadtratskandidaten Peter Courvoisier glaube: «Eine andere Kandidatur als Courvoisier ist für uns kein Thema.»

Die SVP hat bereits angekündigt, dass sie im Herbst bei den Gesamterneuerungswahlen mit einer Kandidatur aufwarten wolle. Sie wird wenig Interesse haben, mit einem Sprengkandidaten sogar noch Ruth Müri zur Wahl in den Stadtrat zu verhelfen. Nicht auszuschliessen ist, dass sich noch irgendwelche Jux-Kandidaten in Szene setzen könnten. Doch diese hätten keinen Einfluss auf den Wahlausgang.

Wahlresultat wird anders ermittelt

Beim zweiten Wahlgang ändert sich einzig die Zählweise. Wer nicht angemeldet ist und damit nicht auf dem offiziellen Wahlzettel figuriert, der ist nicht wählbar. Wahlzettel, auf denen andere figurieren, werden als ungültig erklärt. Beim Auszählen gilt beim zweiten Wahlgang das relative Mehr. Oder im einfach gesagt: Wer am meisten Stimmen auf sich vereinigt, ist gewählt.