Vorfälle beim Jugendtreff
Spreitenbach hat genug: Sicherheitsdienst soll neu für Ruhe und Ordnung sorgen

Weil das Nachbardorf Würenlos gute Erfahrungen damit gemacht hat, setzt nun auch Spreitenbach auf einen externen Sicherheitsdienst. Das Fass zum Überlaufen brachten Vorfälle beim Jugendtreff Peli.

Claudia Laube
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Auch vor dem Jugendtreff Peli wird der externe Sicherheitsdienst vermehrt kontrollieren. Dieser befindet sich im Schulhaus Glattler im Zentrum. (Symbolbild)

Auch vor dem Jugendtreff Peli wird der externe Sicherheitsdienst vermehrt kontrollieren. Dieser befindet sich im Schulhaus Glattler im Zentrum. (Symbolbild)

Severin Bigler (8.11.2019)

Vandalismus und Littering werden in Spreitenbach je länger je mehr zum grossen Problem. Dieser Entwicklung will der Gemeinderat nicht mehr länger zuschauen und zählt neu auf externe Unterstützung: Er hat einen Sicherheitsdienst damit beauftragt, die Hotspots zu überwachen und zu kontrollieren.

Dabei handelt es sich vor allem um die Schulanlage Zentrum mit den Schulhäusern Boostock, Glattler, Rebenägertli und Haufländi. Aber auch das etwas weiter entfernte Schulhaus Seefeld ist von Vandalismus betroffen. Festgestellt wurden unter anderem Fassadenschäden, Glasbrüche und unerlaubtes Eindringen in Schulgebäude. Ausserdem leiden auch die dortigen Anwohnerinnen und Anwohner unter Jugendlichen, die sich rücksichtslos verhalten. Wie in vielen Facebookgruppen anderer Gemeinden lassen auch Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher hin und wieder ihrem Frust über die Zustände freien Lauf.

Im Schulhaus Glattler befindet sich auch der Jugendtreff Peli, in dessen Umgebung der Sicherheitsdienst ebenfalls kontrollieren wird. Dort kam es «vereinzelt auch zu indirekten Bedrohungen durch Jugendliche», wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Gemeindepräsident Markus Mötteli (Mitte) präzisiert:

«Es kam vor, dass sich Jugendliche
hier aufgespielt haben. Das hat einige eingeschüchtert.»

Es sei zwar nie eskaliert, aber bevor es zu einem gröberen Vorfall komme, habe man sich nun dazu entschlossen, den externen Sicherheitsdienst zu engagieren. «Auch um Sicherheit zu vermitteln», betont Mötteli. Die Gemeinde könne solche Vorfälle nicht tolerieren, wie sie in den Dorfnachrichten nachdrücklich festhält.

Spreitenbach hat sich für diese Lösung bei Nachbar Würenlos informiert, wo seit dem Sommer ebenfalls ein externer Dienst für Ruhe und Ordnung sorgt. Dort hatten Vandalen unter anderem bei einem erst gerade instandgestellten Grillplatz gewütet und sich Jugendliche gegenseitig mit Steinen beworfen. «Da Würenlos sehr gute Erfahrungen mit dem Sicherheitsdienst macht, versuchen wir es nun zuerst auch so», sagt der Gemeindepräsident.

Hauptsächlich werde dieser am Wochenende patrouillieren, also an Freitag- und Samstagabenden. «Es wird auch einmal unter der Woche sein, einfach unregelmässig und nicht zu festgelegten Zeiten», sagt Mötteli. Hauptziel sei in erster Linie Prävention, bei Gesetzesverstössen werde aber auch Anzeige erstattet. So wie dies in der Vergangenheit der Fall war, als grössere Schäden gegen unbekannt zur Anzeige gebracht wurden.

Der Einsatz des Sicherheitsdienstes ist befristet. Wenn sich die Situation damit nicht bessere, werde früher oder später auch in Spreitenbach Videoüberwachung ein Thema, so Mötteli.

Stellenaufstockung beim Bauamt unter anderem wegen Littering

Der externe Sicherheitsdienst ist nicht die einzige Massnahme gegen Vandalismus und Littering. Die Wintergmeind hatte Ende November einer Stellenaufstockung im Bauamt zugestimmt, unter anderem, weil der Aufwand für die Reinigung von Strassen und Gehwegen bis hin zu öffentlichen WC-Anlagen in den letzten Jahren wesentlich gestiegen ist.

Die Gründe teilte der Gemeinderat im Vorfeld zur Gemeindeversammlung mit: «Dazu beigetragen haben zum Beispiel das Bevölkerungswachstum sowie das Verhalten der Menschen im öffentlichen Raum, die mehr Abfälle achtlos wegwerfen und so einen Spezialreinigungsaufwand verursachen.»

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