Baden

Teures klebriges Ärgernis: SBB lassen Bahnhof von Kaugummis befreien

Die SBB haben am Bahnhof Baden Kaugummis entfernen lassen. Die Extremschmutz-Reinigung ist aufwendig und teuer.

Der zu Boden gespuckte Kaugummi ist klebrig, eklig und fast nicht mehr wegzubringen. In heissen Sommern wie dem diesjährigen sind die Klebe-Biester besonders ärgerlich: Sie bleiben häufiger an den Schuhsohlen haften und ziehen Fäden.

Am Bahnhof Baden haben die SBB das Problem nun angepackt: In fünf Nächten während der vergangenen zwei Wochen befreite ein Reinigungstrupp der Franz Pfister AG das Perron am Gleis 1 auf 1500 Quadratmetern von Extremschmutz. Darunter fallen auch Energy-Drink- und Urinflecken sowie Fastfood-Spuren. Das Faltsignal mit der Aufschrift «Kaugummi-Entfernung» kündete vom Reinigungseinsatz.

Achtung Kaugummi-Entfernung.

Achtung Kaugummi-Entfernung.

Reinigung kostet Tausende von Franken

Es war die erste Kaugummi-Entfernung dieser Art am Bahnhof Baden, schreibt SBB-Mediensprecher Reto Schärli. Und sie war nötig: «Das Areal war aussergewöhnlich stark verschmutzt», sagt Thomas Guhl, Leiter Flächentechnik bei der Franz Pfister AG. Im Hochdruck-Heisswasserverfahren entfernte sein Team die Kaugummis vom Boden. Unter dem kochend heissen Wasser und dem grossen Druck lösen sich die Kaugummis auf. Zwischen 6000 und 8000 Liter Wasser setzt das Team pro Nacht ein. Der Auftrag in Baden belief sich auf 10'000 bis 12'000 Franken.

Bilder nach der Reinigung zeigen einen deutlich helleren Boden mit einzelnen Negativ-Abdrücken, die zurückblieben. Die SBB lassen nächstes Jahr auch die Perrons an den Gleisen 2/3 und 4/5 sowie den Busbahnhof West von Kaugummis befreien. Künftig entferne man sie im normalen Unterhalt. Dazu setzen die Bundesbahnen laut Schärli eine spezielle Maschine ein.

Das Problem mit Heisswasser

Kaugummi-Entfernung ist aufwendig und teuer. Der Baudirektor der Stadt Chur rechnet für die Reinigung der Bahnhofsstrasse mit Kosten von 50'000 Franken, wie die «Südostschweiz» schreibt. Häufig werden die Kaugummis einzeln mit Eisspray besprüht – quasi hartgefroren – und abgekratzt. Dabei bleibt jedoch ein Negativ-Fleck zurück, wo der Kaugummi klebte. Die Franz Pfister AG arbeitet seit einem halben Jahr mit dem Heisswasserverfahren. Damit können auch die Negativ-Flecken beseitigt werden. Laut Guhl setzt sonst kein Unternehmen das Verfahren ein. Aber auch die Arbeit mit Heisswasser birgt Gefahren – besonders, wenn der Teer von den Sommertemperaturen schon erhitzt ist. Guhl sagt: «Wir mussten vorsichtig sein, um den Belag mit der zusätzlichen Hitze nicht kaputt zu machen.»

Die Pfister AG führte Kaugummi-Entfernungen auch schon an der Berufsfachschule BBB, am Autobahnraststätte Würenlos und regelmässig am Zürcher Flughafen durch. Das Unternehmen ist Teil der Hächler Gruppe mit Sitz in Wettingen. Zum Ressourcenverbrauch der Heisswassermethode sagt Guhl: «Im Vergleich zur Reinigung des Gubristtunnels, für die man pro Nacht 100'000 Liter Wasser braucht, ist das sehr wenig.»

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