Mellingen
Stimmbürger genehmigen neuen Schulsportplatz - aber bitte mit Berieselung!

Die stiefmütterlich behandelte Schul-«Magerwiese» soll wieder ein Sportplatz werden. Davon profitieren nicht nur Schüler aus Mellingen und Wohlenschwil.

Sabina Galbiati
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Der alte Schulsportplatz und die Laufbahn (l.) werden erneuert.

Der alte Schulsportplatz und die Laufbahn (l.) werden erneuert.

Screenshot Google Maps

Nicht das Budget 2016 gab an der Wintergmeind in Mellingen zu reden, sondern der Rasen. Genauer: die Schulsportwiese bei der Schulanlage an der Bahnhofstrasse. Schüler aus Mellingen, Wohlenschwil, Fislisbach und weiteren Gemeinden sollen auf einem neuen Platz Fussballspielen können.

Doch «schon bei geringeren Regenfällen entstehen grössere Pfützen und der Platz ist nicht nutzbar», informierte der Gemeinderat die 111 anwesenden Stimmbürger. Der Sportplatz sei in sehr schlechtem Zustand. Auch dass die Laufbahn gleich daneben in schlechter Verfassung sei und nicht mehr benutzt werde, war kein Geheimnis.

Deshalb sollten Laufbahn und Sportplatz in einem Aufwisch mit dem Pausenplatz für die Primarschule saniert werden. Das Paket kostet die Gemeinde insgesamt 560 000 Franken. Für die Sanierung der «Magerwiese», wie Schulpflegemitglied Simon Koller das stiefmütterlichbehandelte Stück Rasen nannte, rechnete der Gemeinderat mit rund 205 000 Franken, 115 000 für die Laufbahn mit Verbindungsweg und 240 000 Franken für den Pausenplatz.

Gegensätzliche Beobachtungen

«Der Sportplatz und die Laufbahn werden sowieso nicht genutzt.» Deshalb müsse man nicht so viel Geld in die Hand nehmen, plädierte eine junge, ehemalige Schülerin. «Die Rechtfertigung fehlt für so einen hohen Betrag». Entgegen ihrer Beobachtungen vermeldete der ehemalige Gemeinderat Rolf Hirsiger, dass der Sportplatz von Sportvereinen rege genutzt werde.

Simon Koller versprach: «Die Schulklassen werden einen sanierten Sportplatz und die neue Laufbahn auf jeden Fall nutzen.» Der Fall schien klar; es wird saniert. Doch in der Rechnung für die Jahrzehnte alte Wiese hatte der Gemeinderat einen wichtigen Posten ausgespart.

Der ehemalige Bauamtsvorsteher Moritz Hubschmid wunderte sich: «Was ist mit der Bewässerung, wenn der Abwart Ferien hat?» Dann werde eder Rasen wieder braun, verdörre und der Boden werde hart. «Wenn schon, denn schon soll man richtig investieren und eine Berieselungsanlage einbauen.»

Gemeindeammann Bruno Gretener (FDP) gab zu bedenken, dass eine solche Anlage sehr teuer sei. «Der Gemeinderat hat sie deshalb aus dem Budget gestrichen.» Bauverwalter Ramon Pedrini klärte auf, die Anlage koste 50 000 Franken. Ammann Gretener: Bewässern könne man auch von Hand und dadurch Geld sparen.

Doch letztlich stellte Rolf Hirsiger den Zusatzantrag für die Berieselungsanlage. Die Anwesenden stimmten am Ende mit grosser Mehrheit für die Luxusvariante des neuen Sportplatzes. Er wird neu 255 000 Franken kosten. Auch die Sanierung der Laufbahn inklusive Verbindungsweg und die Sanierung des Pausenplatzes der Primarschule wurden mit grosser Mehrheit angenommen.

Dritter Neugrüen-Kindergarten

Ein weiteres wichtiges Volksschul-Thema war der Kindergarten. Weil die Kindergärten der Gemeinde aus allen Nähten platzen, wird die Gemeinde bei den zwei Kindergartenstandorten im Neugrüen Räume für eine dritte Einheit zumieten. Die Eröffnung ist für Sommer 2016 geplant. Obwohl das Begehren letztlich Zustimmung fand, fragten sich die Anwesenden, ob der zusätzliche Platz für die kommenden Jahre reichen werde oder, ob es gar zuviel sei. Sowohl Gemeinderat als auch Schulpflegemitglied Simon Koller stützten sich auf vorliegende Prognosen, räumten aber ein, man könne die Kinderzahl nicht genau voraussagen. «Fakt ist aber, dass die Kinderzahl steigen wird», sagte Koller.

Diskussionslos und mit grosser Mehrheit haben die Stimmbürger das Budget 2016 mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 105 Prozent angenommen. Es weist knapp 31,9 Millionen Franken aus bei einem Ertragsüberschuss von knapp 260 000 Franken. Einigkeit herrschte auch bei der Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr Regio Mellingen. Der Kreditanteil von 288 000 Franken wurde gutgeheissen. Dem Zusammenschluss der Ortsbürgergemeinde mit der Einwohnergemeinde stimmten die Versammelten mit grosser Mehrheit zu. Die Ortsbürger haben dem Zusammenschluss bereits im Juni zugestimmt. Die obligatorische Urnenabstimmung findet im Februar 2016 statt. Der Zusammenschluss ist für 2017 geplant. Unter dem Traktandum Verschiedenes informierte Gemeindeammann Bruno Gretener über Fortschritte bei der Umfahrung Mellingen (die az berichtete). Sämtliche Beschlüsse der Wintergmeind unterstehen dem fakultativen Referendum. (gal)

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