Ein geschminktes Gesicht starrt von der Wand hinunter auf die Bühne. Im blitzenden Licht des Stroboskops steht Seven in dunklem Anzug mit edlem roten Einstecktuch, geflankt von Männern in Uniform und hohen Lederstiefeln. In den ersten Reihen stehen fast ausschliesslich weibliche Teenies, die sich für ihren Star herausgeputzt haben.

King of Soul

Für die aktuelle Tour hat der wohl bekannteste Schweizer Soul-Musiker einen Saxofonisten sowie Background-Sänger als Verstärkung geholt. Und dieses Rezept scheint aufzugehen. Nebst den für Seven typischen Soul- und R&B-Stücken geht es äusserst abwechslungsreich zu und her. Rockige Klänge mit verzerrten Gitarren wechseln sich mit poppigen Melodiebögen und funkigen bis jazzig anmutenden Saxofonpassagen ab. Sevens charakteristische Kopfstimme erinnert dabei über weite Strecken an Michael Jackson. Teilweise bewegt sich die Musik jedoch gefährlich nahe am Kitsch und erinnert stark an R&B und Soul der 90er-Jahre.

Dank der energiegeladenen Bühnenshow kann man jedoch getrost darüber hinwegsehen. Der 34-jährige Sänger springt unermüdlich auf der Bühne herum, bald schon ist sein Hemd von Schweiss durchtränkt. Unterstützt durch die Background-Sängerinnen und -Sänger stimmen die Zuschauer immer wieder mit ein und singen die Lieder aus vollen Kehlen mit. Schnell wird klar: Sevens Live-Auftritte sind nicht zu vergleichen mit den Songs auf den CDs.

Musik im Blut

Seven, mit bürgerlichem Namen Jan Dettwyler, wurde als Sohn eines Tenors und einer Pianistin geboren und hat damit die Musik quasi in die Wiege gelegt bekommen. Nach ersten Gehversuchen als A-cappella-Sänger veröffentlichte er im Jahr 2004 sein erstes Album – mittlerweile sind es deren sieben geworden.

Als Seven zusammen mit seinen Background-Sängerinnen und -Sängern an den Bühnenrand tritt und – einzig begleitet von einem leichten Pianoteppich – zu singen beginnt, fühlt man sich unweigerlich an seine Wurzeln erinnert. Trotz solch intimen Momenten erfährt man während des gesamten Konzertes nur wenig vom Frontmann. Ansprachen vor den einzelnen Stücken sind eine Seltenheit, Sevens Leidenschaft gilt eindeutig der Kunstform Musik.
Dies zeigt auch der Titel seiner aktuellen CD. Mit «The Art is King» – Kunst ist König – hat Seven eine neue Ära eingeläutet.