Obersiggenthal
«Ich kann mir ein Leben ohne Musik nicht mehr vorstellen»: Wie eine 24-jährige Flötistin Karriere macht

Sie trat letzten Herbst im Kulturpalast in Dresden auf, diesen Freitag nun spielt sie in Baden in der Villa Boveri: Magdalena Popp spricht über das bevorstehende Konzert mit dem Trio «Lucea »– und über ihre Zukunft als Musikerin.

Jeanine Kemper
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Magdalena Popp spielt seit ihrem 12. Lebensjahr Querflöte. Hier fotografiert in ihrem Elternhaus in Rieden.

Magdalena Popp spielt seit ihrem 12. Lebensjahr Querflöte. Hier fotografiert in ihrem Elternhaus in Rieden.

Sandra Ardizzone / BAD

Das Abendkonzert des Trios Lucea wird seine Zuhörer von deutscher Romantik bis hin zu russischem Jazz entführen. Lucea besteht aus Lukas Barmann (Violoncello), Magdalena Popp (Querflöte) und Federico Pulina (Klavier). Ihr Auftritt wird aus einem kontrastreichen Programm bestehen. Dieses beinhaltet das 1. Klaviertrio von Felix Mendelssohn, in der selten gespielten Fassung für Flöte; das «Pièce romantique» von Philippe Gaubert und das Trio op. 86 von Nikolai Kapustin.

Der Komponist des ersten Stückes legte grossen Wert auf den Ausdruck von Empfindungen und Gefühlen in seinen Sätzen. Auch dem Komponist des zweites Stückes war es wichtig, Stimmung und die subjektive Wahrnehmung zu vermitteln. Für den dritten Komponisten war es von Bedeutung, eine Verbindung zwischen dem herkömmlichen Klassik und dem Jazz zu bilden.

Querflötenspielen ist ihre Leidenschaft

Die 24-jährige Magdalena Popp kommt ursprünglich aus Rieden AG und schon von klein auf hat es sie zur Querflöte hingezogen. «Als ich mit 12 Jahren dann angefangen habe, Querflöte zu spielen, war für mich schnell klar, dass dies mein Instrument ist», sagt Popp.

Nach nur zwei Jahren Spielzeit wurde sie in die regionale Begabtenförderung aufgenommen. Später an der Kantonsschule in Wettingen war sie in der Spitzenförderung. Zurzeit absolviert sie an der Musikhochschule Luzern ihren Master in Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Querflöte. Sie sagt:

«Damit ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Ich kann mir ein Leben ohne Musik nicht mehr vorstellen.»

Seit ihrer Jugend hat sie schon an diversen Wettbewerben teilgenommen. So gewann sie mehrere Preise beim schweizerischen Jugendmusikwettbewerb sowie beim deutschen Musikwettbewerb «Jugend musiziert». Bereits früh wirkte sie in verschiedenen Jugendorchestern mit, was ihr Konzertreisen nach Portugal, England, Südkorea und Skandinavien ermöglichte.

Im vergangenen September trat Magdalena Popp mit ihrem Dozenten und dem Komponisten Stefan Wirth im Kulturpalast in Dresden auf. Er hatte sie gefragt, nachdem er gehört hatte, wie sie eines seiner Lieder spielte. «Das war schon eine grosse Chance für mich», sagt Popp.

«Für mich ist das Musizieren ein Mittel, um Gefühle auszudrücken», sagt Popp. Auch dass man durch gemeinsames Musikmachen eine besondere Beziehung zu den Mitmenschen aufbaut, sagt ihr zu. Dazu kommt, dass sie in einer sehr musikalischen Familie aufwuchs.

Der Vater war engagierter Laienmusiker und ihre Mutter hat klassisches Ballett getanzt. Ihr Bruder spielt Klavier und studiert ebenfalls klassische Musik. Mit ihm hat sie schon mehrere Auftritte organisiert und absolviert, unter anderem in auch Brugg.

Ihre Zukunft lässt die junge Künstlerin noch offen. Sie würde gerne in einem Orchester spielen und auch Querflöte zu unterrichten, könnte sie sich vorstellen. Zum anderen ist sie daran interessiert, auch weiterhin eigene Projekte auszuführen und an diversen Projekten teilzunehmen.

Das nächste grosse Projekt steht schon an. Im Mai findet eine grosse Produktion der «Zauberflöte» von Mozart statt und das mit einer eigenen, modernen Inszenierung. Diese wird unter anderem auch in Aarau im Kuk aufgeführt werden.

Das Trio Lucea. Von links nach rechts: Lukas Barmann, Frederico Pulina und Magdalena Popp.

Das Trio Lucea. Von links nach rechts: Lukas Barmann, Frederico Pulina und Magdalena Popp.

zvg

Auch ihre Triomitglieder haben eine Karriere in klassischer Musik

Die zwei weiteren Mitglieder des Trios Lucea hat Magdalena Popp während ihres Studiums kennen gelernt. Die beiden haben ebenfalls Erfolge in der Musikbranche vorzuweisen.

Frederico Pulina, der Klavierspieler der Gruppe, hat ein Master in klassischer Musik und den Master in Solo Performance. Er ist auch als Solist unterwegs und tritt in Italien und im Ausland auf. Zuletzt gewann er den 1. Preis beim Luigi Nono International Competition, den 1. Preis beim Giangrandi-Eggmann-Wettbewerb und nahm im Finale des Aevea-Klavierwettbewerbs teil.

Lukas Barmann ist das dritte Mitglied und der Violoncellist des Trios. Er kommt ursprünglich aus Stuttgart und stammt ebenfalls aus einer Musikerfamilie. Er hat mehrmals den ersten Preis bei «Jugend musiziert» gewonnen und den 2. Preis beim Wettbewerb der Elise-Meyer-Stiftung. Er war ebenfalls bereits mehrmals als Solist unterwegs.

Kammerkonzert «Kontraste»

Ein Auftritt des Trios Lucea

Das Abendkonzert findet am 25. Februar um 19.30 Uhr in der Villa Boveri statt. Tickets kann man online wie auch an der Abendkasse lösen. 

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