Wettingen

Feuerwehrkommandant Oliver Gross: «Das Feuer schlug schon aus dem Dach»

Die Feuerwehr konnte das brennende Haus nur noch von aussen löschen und die Nachbarhäuser schützen.

Die Feuerwehr konnte das brennende Haus nur noch von aussen löschen und die Nachbarhäuser schützen.

Beim Vollbrand eines Einfamilienhauses kam für das alte Haus jede Hilfe zu spät – die Bewohnerin konnte sich retten.

Ein Brand zerstörte in der Nacht auf Mittwoch ein älteres Einfamilienhaus an der Heimentalstrasse in Wettingen. Die 76-jährige Bewohnerin musste mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Spital gebracht werden. Sie habe nachts kurz vor drei Uhr die Küche aufgesucht und dort plötzlich Geräusche gehört, wie die Kantonspolizei am Mittwoch mitteilte. Die Frau stellte dann fest, dass im Schlafzimmer ein Brand ausgebrochen war. «Sie rettete sich ins Freie. Die Nachbarn alarmierten die Feuerwehr», schreibt die Kapo.

Wie am Sonntag beim Brand in der Wohnüberbauung Neugrüen in Mellingen ging auch bei der Feuerwehr Wettingen der Alarm für einen sogenannten «Brand gross» ein, sagte der Wettinger Feuerwehrkommandant, Oliver Gross, gestern auf Anfrage. Mit drei Löschfahrzeugen, vier Transportwagen und rund 60 Mann traf die Feuerwehr Wettingen kurz nach dem Alarm am Brandplatz ein. «Aber als wir ankamen, schlug das Feuer schon aus dem Dach», sagt Gross. Das Haus stand bereits in Vollbrand.

Unter der Einsatzleitung von Claudio Madaschi und Michael Voser an der Brandfront versuchte der Trupp, durch das Innere des Hauses an den Brandherd zu kommen. «Aber für einen Löschangriff von innen war es bereits zu spät», sagt Gross. «Weil der hölzerne Dachstock einzustürzen drohte, haben wir uns rasch aus dem Haus zurückgezogen.» Die Feuerwehr konnte nur noch von aussen löschen. «Gleichzeitig schützten wir die beiden Nachbarhäuser vor den Flammen.» Ein Vorteil für Hausbesitzer und Feuerwehr war, dass die beiden Gebäude nicht allzu nahe an der brennenden Liegenschaft stehen. So war die Gefahr geringer, dass das Feuer auf diese übergreift. Am brennenden Haus entstand allerdings Totalschaden.

Brandwache blieb vor Ort

Rund drei Stunden dauerte der nächtliche Einsatz der Löschkräfte. «Zwischen fünf und sechs Uhr gestern Morgen zogen wir unsere Leute gestaffelt vom Brandplatz ab», erklärt Gross. Allerdings blieb während des ganzen Tages eine zwei Mann starke Brandwache vor Ort. Diese wurde im Schichtbetrieb aufrechterhalten. Sie kontrollierten regelmässig, ob es noch Glutnester gibt, und löschten wenn nötig nach.

Kommandant Gross ist zufrieden mit dem Einsatz: «Es war ein sauberer und geordneter Einsatz, bei dem niemand verletzt wurde.» Das sei das Wichtigste.
Die Brandursache war bis gestern noch unklar. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.

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