Pub-Tour

Feiern, chillen, tanzen – in den Badener Bars ist alles möglich

Nachtleben Baden: Welche Bar ist die beste der Stadt?

Nachtleben Baden: Welche Bar ist die beste der Stadt?

«Baden hat die besseren Bars als Aarau», sagen Freunde unserem Redaktor schon seit Jahren. Als Aarauer hat er sich stets gegen diese Aussage gesträubt. Mit seinem Jugendfreund wagte er den Sprung nach Baden - und war am Ende positiv überrascht.

Es ist 19 Uhr, Samstagabend und es regnet. „In Aarau scheint die Sonne“, sagt mein Kumpel mit einem Augenzwinkern. Wir starten unsere Pub-Tour im Kunstgütli.

Die 2010 eröffnete Bar besticht mit einem modernen „Look“. Es ist noch fast leer, nur eine Frauengruppe sitzt in einer Ecke und unterhält sich.

Wir nehmen in der Lounge Platz und wählen zwei Mango-Cocktails aus der grosszügigen Getränke-Karte aus. 

Die etwas lange Wartezeit überbrücken wir mit einem Gespräch mit Inhaber Alper Oezdek, der gemütlich an der Bar steht. Er sagt uns: „Ihr seid viel zu früh hier, kommt später wieder.

Um 22 Uhr ist die Bar voll“. Wir beschwichtigen ihn und versprechen, nochmals vorbeizuschauen. Die Cocktails waren übrigens hervorragend, ein gelungener Start in den Abend.

Atmosphäre: ***** Einrichtung: ***** Drinks ****

Kunstgütli - 14 Sterne

Atmosphäre: ***** Einrichtung: ***** Drinks ****

Schon 15 Minuten hinter dem anspruchsvollen Zeitplan verlassen wir das Kunstgütli und gehen 50 Meter weiter in die Almodobar. Mittlerweile hat es aufgehört zu regnen. Auch hier wartet die Wirtin noch auf den grossen Ansturm. Als ich bei ihr ein Wasser bestelle, schmunzelt sie. „Wir haben noch viel vor“, rechtfertige ich mich.

Grosse Auswahl an Drinks in Almodobar

Wie schon im Kunstgütli hat auch die Almodobar eine grosse Auswahl an alkoholischen Getränken. Die Einrichtung ist etwas weniger spektakulär, dafür hat es einen grosszügigen Aussenbereich, der wohl vor allem im Sommer beliebt ist.

Atmosphäre: **** Einrichtung: *** Drinks: ****

Almodobar - 11 Sterne

Atmosphäre: **** Einrichtung: *** Drinks: ****

Die Bar soll eine der angesagtesten Locations bei den jungen Partygängern sein, wie ein Bekannter aus Baden mir vor der Pub-Tour erzählte. Beim Bezahlen will die Wirtin uns auch hier überreden, später nochmals zu kommen. Wir willigen ein, wie wollen wir auch anders bei einer solch charmanten Dame.

„Du Rosen kaufen? Für schönes Mädchen“

Unsere dritte Etappe führt uns in die Mojo Bar beim Bahnhof. Ein Pub mit einem Restaurant im hinteren Bereich. Wie schon das Kunstgütli besticht auch das Mojo mit modernen Möbeln. „Die Bars sind viel schöner eingerichtet als in Aarau“, zieht mein Freund ein erstes Zwischenfazit. Recht hat er.

Der hauseigene Mojo Sour ist lecker, auch wenn er mit knapp 15 Franken etwas teuer ist. Mein Kumpel erwischt einen starken Vodka Tini. Er muss kapitulieren. „Das schreibst du aber nicht“, sagt er.

Atmosphäre: **** Einrichtung: **** Drinks: ****

Mojo Bar - 12 Sterne

Atmosphäre: **** Einrichtung: **** Drinks: ****

Das Mojo füllt sich gegen 21 Uhr immer mehr. Der DJ bringt sich am Mischpult in Stellung. Leider müssen wir weiter. Die Uhr tickt. Als wir die Bar verlassen wollen, drängt sich ein Mann mit dunkler Jacke an uns vorbei. In der Hand hält er rote Rosen. „Du Rosen kaufen? Für schönes Mädchen“, fragt er meinen Freund in gebrochenem Deutsch. Er lehnt dankend ab. Der Mann erinnert uns an den Rosenverkäufer in Aarau. Ob es der gleiche ist?

Auf dem Weg in die Mittlere Gasse kommt uns ein Junggesellenabschied entgegen. Die rund 15 Männer torkeln schon kurz nach 21 Uhr ziemlich heftig durch die Gegend. „So enden wir aber nicht“, sage ich zu meinem Kumpel. Der Bräutigam trägt Schwimmgflügeli und eine Taucherbrille. Leider haben wir keine Zeit das bunte Treiben weiter zu verfolgen. Die Bistro Bar ruft.

Viel Stammkundschaft in der Bistro Bar

Die Kneipe ist das völlige Gegenteil zu den bisherigen Bars. Hier ist nichts mit Schickimicki. Es riecht nach Tabak. „Endlich eine richtige Bar“, sagt mein Freund begeistert. Seine Freude ist verständlich. Er ist Raucher.

Im Bistro herrscht eine familiäre Stimmung. Die Wirtin begrüsst uns herzlich. „Hallo, ich bin Flo“, sagt sie und ergänzt unter unseren verdutzten Blicken: „Florentina.“

Auch Besitzer Fabian Müller ist im Bistro. Für ihn ist die Bar seine grosse Leidenschaft „Wir haben viele Stammkunden, die immer wieder hierher finden“, erzählt er uns. Am Wochenende sei es etwas anders, dann kommen auch „fremde“ Leute in die Bar. In diesem Sommer feiert die Bistro Bar ihr fünfjähriges Bestehen. „Es wird ein grosses Fest in der Gasse geben“, verspricht er.

Atmosphäre: ***** Einrichtung: *** Drinks: ***

Bistro Bar - 11 Sterne

Atmosphäre: ***** Einrichtung: *** Drinks: ***

Wir fühlen uns wohl in der Kneipe. Bis jetzt wurden wir in Baden noch von keiner Bar enttäuscht. Leider müssen wir uns verabschieden, der Zeitplan drängt. 

Gute Stimmung in der Zäni Bar

Der fünfte Stopp des Abends ist die legendäre Zäni Bar. Ein Pub mit zwei Etagen. „Sieh da, der Bräutigam“, ruft mir mein Freund zu. Tatsächlich: Der Junggesellenabschied hat es auch noch ins Zäni geschafft. Benebelt sitzt der Bräutigam auf einem Stuhl. Ich gehe zu ihm und frage, ob er ein Wasser möchte. „Nein, schon okay“, stammelt er.

An der Bar sind viele verschiedene Gin-Flaschen in Reih und Glied aufgestellt. Wir fragen den Wirt, welchen er uns denn empfehlen könne. Der junge Mann hinter dem Tresen kann sich nur schwer entscheiden, ist hin und her gerissen. Schliesslich gibt er uns einen Turicum aus Zürich und einen Breil Par aus dem Bündnerland.

Mein Kumpel und ich, wahrlich keine Gin-Kenner, sind positiv überrascht. Viel besser als ein Gin-Tonic, wie man ihn in zahlreichen Bars bekommt, denke ich mir.

Atmosphäre: ***** Einrichtung: *** Drinks: *****

Zäni Bar - 13 Sterne

Atmosphäre: ***** Einrichtung: *** Drinks: *****

Die Atmosphäre im Zäni ist gut, ja fast schon überschwänglich. Eine junge Frau kippt ihr Glas um. Gelächter bei den Männern, die an ihrem Tisch sitzen.

Auch der Rosenverkäufer scheint die gute Stimmung mitbekommen zu haben. Kurz nach zehn Uhr kommt er in die Bar: „Rosen, Rosen“, ruft er. Wir schlängeln uns an ihm vorbei und ziehen weiter ins Pickwicks Pub. Ein engländisches Fahnenmeer empfängt uns dort. Die Dekoration ist typisch Britisch.

Leise Musik, laute Gäste im Pickwicks Pub

Mein Freund hat Hunger. Als er etwas zu essen bestellen will, schaut ihn der Wirt nur verdutzt an. „Again please“, sagt er mit einem mir fremden englischen Akzent. Dann winkt er ab. „No food, sorry."

Atmosphäre: *** Einrichtung: *** Drinks: ****

Mr. Pickwick Pub - 10 Sterne

Atmosphäre: *** Einrichtung: *** Drinks: ****

Die Bar ist voll, das Publikum bunt durchmischt. Von 16-Jährigen Teenies bis zu älteren Herren mit Krawatte findet man im Pickwicks Pub alles. Die Musik ist leise, dafür der Lärm der Gäste umso lauter. In den TV-Geräten läuft Fussball. „Gehen wir weiter, ich muss etwas essen“, sagt mein Freund ungeduldig.

Ich willige nach einem Tor von Barcelona-Star Lionel Messi ein. Wir verlassen unsere Tour für einen kurzen Augenblick und gehen in den McDonald‘s.

Auf dem Schlossbergplatz kommt uns eine grosse Frauen-Gruppe entgegen. Alle sind in rote Shirts gekleidet. Es scheint sich wieder um einen Polterabend zu handeln. Ob sie wohl die Braut des angeschlagenen Bräutigams ist? "Komm schon“, drängt mich mein Kumpel ungeduldig.

Gute Drinks im Time – aber zu laute Musik

Nach der Stärkung im Fast-Food-Restaurant regnet es wieder. Wir beeilen uns in die nächste Bar - das Time beim Schlossbergplatz. Die Bar ist vor allem beim jüngeren Publikum sehr beliebt. Im Sommer stehen viele junge Menschen vor dem Pub, wie mein Freund weiss.

Atmosphäre: ** Einrichtung: * Drinks *****

Time - 8 Sterne

Atmosphäre: ** Einrichtung: * Drinks *****

Heute sieht es von aussen ziemlich verlassen aus, wohl auch wegen des Wetters. Im Innern der Bar läuft laute Musik. Im hinteren Bereich des Time gibt es einen zusätzlichen Raum für die Raucher. Nach kurzem konsultieren der Getränke-Karte entscheiden wir uns beide für den Long Island Ice Tea.

Die Wirtin geizt nicht mit Alkohol. „In Aarau kriegt man für denselben Preis einen Bruchteil“, sagt mein Kumpel. Der Cocktail überzeugt uns. Leider kann man im Time kaum miteinander sprechen. Wahrlich keine Bar zum Verweilen, es ist klebrig und Stühle liegen am Boden.

Familien-Feeling im Pascha

Durch das Stadttor hindurch gelangen wir zur Pascha-Bar. Hier tummelt sich die ältere Generation. „Wollt ihr ein Bier“, fragt man uns. Wir winken ab, stattdessen teilen wir einen Vodka und ein Wasser.

Atmosphäre: *** Einrichtung: ** Drinks: ****

Pascha Bar - 9 Sterne

Atmosphäre: *** Einrichtung: ** Drinks: ****

Die Bar ist klein, bietet keinen Platz mehr für uns. Die Menschen sitzen an Tischen und unterhalten sich. So verabschieden wir uns schon bald wieder. Das Pascha ist familiär – etwas zu familiär für uns. Dafür sind wir wohl noch zu jung.

Wir laufen zurück, durchqueren zum gefühlt zehnten Mal das Stadttor und gelangen zum Laden 5. Dort erwartet uns eine grosse Menschenmenge. Die Bar befindet sich in der Unterführung in Richtung Bahnhof. Es ist kurz nach elf Uhr. Heute scheint hier der Treffpunkt des Badener Partyvolks zu sein.

Viele Menschen vor dem Laden 5

Drei Männer mit schwarzen Zauber-Hüten verkaufen Shotdrinks für fünf (!) Franken. „Wohl für einen guten Zweck“, wie mein Kumpel vermutet. Wir finden noch Platz in der Lounge. „Warum stehen alle draussen, wenn es drinnen noch Platz hat“, frage ich meinen Sitznachbar. „Das ist hier immer so“, sagt er nur.

Atmosphäre: *** Einrichtung: *** Drinks: ****

Laden 5 - 10 Sterne

Atmosphäre: *** Einrichtung: *** Drinks: ****

Wegen des schlechten Wetters türmen sich die Schirme auf dem Boden. Ein solcher Schirm wird einem älteren Mann fast zum Verhängnis, als er auf dem Weg zur Bar ins Stolpern gerät.

Zum Glück kann er sich noch rechtzeitig am Barhocker festhalten und so Schlimmeres verhindern. Um halb zwölf Uhr wird es Zeit für das letzte Etappenziel unserer Pub-Tour: Das Viva direkt neben dem Bahnhof.

Mies gelaunter Türsteher beim Viva

Der Türsteher scheint nicht seinen besten Abend zu haben. „Tasche“, sagt er mit grimmigem Blick und deutet auf meine Umhängetasche. Nachdem ich alles rausgenommen habe, gewährt er uns doch noch Eintritt.

Atmosphäre: ** Einrichtung: ** Drinks: ***

Viva - 7 Sterne

Atmosphäre: ** Einrichtung: ** Drinks: ***

Drinnen ist es heiss. Das Viva scheint eine Kopie des Time zu sein. Auch hier sind vor allem junge Gäste, die Musik dröhnt aus den Boxen. Der Cocktail ist zwar günstiger als in der Mojo Bar, doch der Drink überzeugt uns nicht. Nach rund zehn Minuten entscheiden wir uns, nochmals zu unserem Startpunkt zurückzukehren und unsere Versprechen einzulösen.

Baden hat die besseren Bars als Aarau

Auf dem Weg zur Stadtturmstrasse fängt es wieder stärker an zu regnen. Mein Schirm fliegt mir aus der Hand. Durchnässt erreichen wir die Almodobar. Die Wirtin hat nicht zu viel versprochen, vor der Bar stehen viele Menschen.

Wir gehen eine Strassenecke weiter zum Kunstgütli, das noch in einer Ecke Platz bietet. Der DJ spielt die aktuellsten Hits der Charts. Trotzdem kann man sich hier  noch gut unterhalten. Das Kunstgütli scheint die richtige Lautstärke gefunden zu haben.

Almodobar bis Zäni Bar: die Pub-Tour durch Baden im Schnelldurchlauf

Almodobar bis Zäni Bar: die Pub-Tour durch Baden im Schnelldurchlauf

Wir blicken auf einen ereignisreichen Abend zurück. Baden hat tatsächlich gehalten, was mir meine Freunde versprochen haben. Die Bars sind schön und bieten Abwechslung: Hier findet jeder eine passende Kneipe.

„Mein Favorit ist das Kunstgütli und die Zäni Bar“, sagt mein Freund. Ich stimme zu und muss mir eingestehen: „Baden hat die besseren Bars als Aarau.“ 

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Autor

Nicola Imfeld

Nicola  Imfeld

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