Verkehr

Aargauer verursachen unter Drogeneinfluss besonders häufig Verkehrsunfälle

Bei knapp zehn Prozent der Unfälle im Kanton Aargau ist Alkohol die Ursache. (Archiv)

Bei knapp zehn Prozent der Unfälle im Kanton Aargau ist Alkohol die Ursache. (Archiv)

Die Unfallstatistik aus dem Jahr 2011 bringt Überraschendes zu Tage. Wenn andere Drogen als Alkohol bei Unfallverursachern im Spiel sind, belegt der Kanton Aargau im interkantonalen Vergleich den dritten Platz.

Der Aargau gilt als Verkehrskanton. Das Kontrollschild mit dem Kantonskürzel AG wird von vielen Ausserkantonalen als «Achtung Gefahr» interpretiert. Nicht ganz zu unrecht, wie eine Auswertung der Unfalldaten aus dem Jahr 2011 zeigt.

Bei Lenkern, die unter Drogeneinfluss - ausgenommen Alkohol - einen Unfall verursachten, belegen die Aargauer allerdings den dritten Platz unter allen Schweizer Kantonen. Pro 10'000 registrierter Fahrzeuge verursachte ein Lenker einen Unfall unter Drogeneinfluss. Der Aargau steht bei der Unfallursache «Andere Drogen» somit hinter den Kantonen Bern und Neuenburg auf dem dritten Podestplatz.

Alkohol als Unfallursache ist vor allem in der Romandie inklusive Wallis (Platz 1) und im Tessin (Platz 2) ein Problem. Die Aargauer belegen diesbezüglich im interkantonalen Vergleich Platz 16. Pro 10'000 registrierter Fahrzeuge verursachten alkoholisierte Aargauer Lenker im vergangenen Jahr 4,9 Unfälle. Im gleichen Zeitraum kam es bei den Walliser im angetrunkenen Zustand zu 13,8 Unfällen.

Keine Statistik über einzelne Drogen

Auf dem Kantonsgebiet wurden letztes Jahr 2'644 Unfälle polizeilich rapportiert. Das sind 4,2 Prozent weniger als 2010. Im Bericht «Polizeiliche Sicherheit. Kanton Aargau» schreibt Major Rudolf Scherer, Produktgruppenverantwortlicher Verkehrssicherheit: «Bei 244 Verkehrsunfällen standen Beteiligte unter Alkoholeinfluss. Dies sind 17 mehr als im Vorjahr. In 92 Fällen waren Übermüdung und in 86 Fällen der Konsum oder Missbrauch von Betäubungsmitteln und/oder Medikamenten die Unfallursache.»

Diese Zahlen werden aber nicht genauer nach legalen und illegalen Substanzen aufgeschlüsselt. «Im Verkehr spielt es keine Rolle, ob harte oder weiche Drogen im Spiel sind. Entscheidend ist, ob der Lenker in einem nicht fahrfähigen Zustand unterwegs ist», sagt Roland Pfister, Medienverantwortlicher bei der Kantonspolizei Aargau.

Freitags passieren am meisten Unfälle

Seit Anfang 2011 müssen die Polizeidienststellen dem Bundesamt für Strassen (Astra) für jeden Unfalleinsatz detaillierte Angaben und Geo-Koordinaten melden. Die SonntagsZeitung wertete 54'916 von der Polizei ausgefüllte Unfallprotokolle mit Sach- und Personenschäden vom vergangenen Jahr aus. Die Analyse zeigt, dass es, gemessen am Durchschnitt, am Freitag 13 Prozent häufiger zu Unfällen kommt als an anderen Wochentagen. Das Risiko in einen Verkehrsunfall verwickelt zu sein, nimmt von Montag bis Freitag kontinuierlich zu. Sonntag ist der sicherste Tag. Das Unfallrisiko liegt dann 21 Prozent unter dem Durchschnitt.

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