Suhr
Nach der Baumpanne im Februar: Gemeinde zieht Baugesuch zurück

Grund dafür seien nicht die Einsprachen, sondern die geplante Begegnungszone an der Anna-Heer-Strasse.

Daniel Vizentini
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Da war der Suhrer Baum gerade frisch entfernt worden.

Da war der Suhrer Baum gerade frisch entfernt worden.

Daniel Vizentini (9.3.2021)

Anfang Jahr sorgte diese Geschichte für Aufruhr: Als Verkehrsberuhigung, Natur- und Schönheitsmassnahme ersetzte die Gemeinde im November 2019 den Betonkübel an der Oberen Dorfstrasse durch einen Baum – aber ausgerechnet dort, wo die Zufahrt zu den Besucherparkplätzen der neuen Wohnüberbauung bereits geplant war. Der Fehler wurde erst nach Bauende bemerkt, SVP-Präsident und Gemeinderatskandidat Beat Woodli machte im «Suhr Plus» auf die für die Gemeinde peinliche Angelegenheit aufmerksam.

Der Baum wurde ein einer Stelle gepflanzt, wo bereits eine Überbauung mit Besucherparkplätzen bewilligt worden war.

Der Baum wurde ein einer Stelle gepflanzt, wo bereits eine Überbauung mit Besucherparkplätzen bewilligt worden war.

Beat Woodtli/zvg

Der Baum wurde entfernt und vor dem «Naturama» gepflanzt. Geplant war, dass im Gegenzug der Gemeinde ein neuer Baum gespendet würde. Diese Abmachung besteht weiterhin, doch die Umsetzung ist nun auf Eis gelegt: Wie Gemeinderat Thomas Baumann bestätigt, hat die Gemeinde das Baugesuch für die Verschiebung der Verkehrsberuhigung samt Baum zurückgezogen. Für 4000 Franken hätte Suhr den neuen Baum sieben Meter weiter hinten vor dem Briefkasten des älteren Hauses pflanzen wollen (siehe Bild mit gelber Markierung auf dem Boden).

Ein Verkehrsplanungsbüro hatte die dadurch engere Durchfahrt als problemlos eingestuft. Doch: Teile der Bevölkerung zeigten sich empört über den Fehler der Gemeinde und das Festhalten an der Baumidee, zum Baugesuch der Gemeinde gingen mehrere Einsprachen ein.

Gemeinde will zuerst die Tempo-20-Zone einrichten

Dass das Gesuch nun zurückgezogen wurde, ist aber nicht als Sieg der Einsprechenden zu werten: Laut Thomas Baumann hat dies eher mit der geplanten Begegnungszone auf der unmittelbar nebenan liegenden Anna-Heer-Strasse zu tun. Am Infoforum Ende Mai kündigte der Gemeinderat an, dort und am Schützenweg die ersten Tempo-20-Zonen von Suhr einzuführen. Weil diese Projekte auch die umliegenden Abzweigungen tangieren – in diesem Fall die Obere Dorfstrasse – will die Gemeinde nun erst mal abwarten, bis das genaue Konzept für die Begegnungszone an der Anna-Heer-Strasse vorliegt. So könnte der Ort des neuen Baums darauf abgestimmt werden.

Es ist auch möglich, dass gar kein Baum mehr an der Stelle gepflanzt wird. Der Baum, den die Gemeinde noch zu gut hat, könnte woanders aufgestellt werden. Suhr beschäftigt sich derzeit mit der Gestaltung seiner Aussenräume, die meisten der teils beschädigten Betonkübel werden voraussichtlich durch Bäume ersetzt.

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