Verkehr

Schnee sorgte schon wieder für Pendler-Chaos auf der Staffelegg

Schneechaos auf dem Benkerjoch

Schneechaos auf dem Benkerjoch

Ein urplötzlicher Temperatursturz und ein Schneesturm brachten den Verkehr zum Erliegen.

Während die Aarauer am am Donnerstagmorgen Wind und Regen begegneten, als sie aus dem Haus traten, sah es in Höhenlagen ganz anders aus. Auf dem Benken und der Staffelegg verursachte starker Schneefall ein Verkehrschaos – wie schon vor rund zwei Wochen, als ein Sattelschlepper um 4 Uhr früh die Staffeleggstrasse blockierte und die Schneeräumfahrzeuge nicht mehr durchkamen.

Am Donnerstag sei die Situation anders gewesen, betont Giovanni Leardini, Mediensprecher des kantonalen Verkehrsdepartements: «Um 06.40 Uhr waren die Strassen noch trocken, fahrbar und die Temperatur auf der Fahrbahn war 4 Grad. Zu diesem Zeitpunkt war es nicht voraussehbar, dass 5 Min. später auf der Staffelegg und am Benken schwierige Strassenverhältnisse auftreten würden. Denn plötzlich gab es einen Temperatursturz und die Strassentemperatur fiel auf 0,5 Grad und es fing an zu schneien in Form von einem Schneesturm. Um 7 Uhr haben wir aufgeboten zum Winterdienst, da war für unsere Einsatzfahrzeuge schon fast kein Durchkommen mehr möglich.»

Zeitweise mussten die Passübergänge Staffelegg und Benkerjoch zur Schneeräumung gesperrt werden. Das hat vor allem bei der Staffelegg Auswirkungen: Auf dieser wichtigen Verkehrsverbindung herrscht etwa 15 Prozent mehr Durchgangsverkehr als auf anderen Aargauer Kantonsstrassen. Rund 10'600 Fahrzeuge, davon 550 Lastwagen, fahren hier täglich durch, Tendenz steigend.

Ein AZ-Leser berichtet, er habe während des «extremen Schneefalls» am Donnerstag um 7 Uhr von Densbüren bis Aarau mehr als eine halbe Stunde gebraucht statt knapp zehn Minuten wie sonst. Ab dem Dorfausgang sei es kaum mehr vorwärts gegangen, vor allem wegen der Lastwagen. «Wenn da einer stehen bleibt, geht nichts mehr.» Auf der Passhöhe hätten mehrere Chauffeure beschlossen, den Räumungsdienst abzuwarten, andere seien quasi im Schritttempo auf der Aarauer Seite die Staffelegg hinunter gefahren.

Bus-Kurse fielen aus

Auch auf den öffentlichen Verkehr hatte der Schneefall Einfluss. Das bestätigt Katharina Merkle, Mediensprecherin der Postauto AG: «Zwischen 7 und 10 Uhr heute Morgen sind Kurse ausgefallen, und es kam zu Verspätungen. Die Linien 134 (Benkerjoch) und 135 (Staffelegg) waren direkt betroffen, weitere waren tangiert. Behinderungen gab es bei etwa 20 Kursen.» Weil sowohl die Staffelegg als auch das Benkerjoch zeitweise gesperrt waren, habe es keine Ausweichmöglichkeiten gegeben. «Fahrgäste im Tal konnte man noch zurückfahren, damit sie auf die Züge umsteigen konnten. Aber es gab auch Fahrzeuge, die bereits auf dem Benkerjoch und der Staffelegg waren und dort festsassen. Diese Fahrgäste mussten mehr Geduld aufbringen.»

Weil nicht nur die Passagiere, sondern eben auch die Postautos nicht an ihrem Bestimmungsort ankamen, kam es zu weiteren, logistisch bedingten Kursausfällen. «Die PostAuto-Region Nordschweiz war sehr aktiv und setzte Ersatzfahrzeuge ein», so Merkle. «Dennoch spürten natürlich einige Pendler und Pendlerinnen diese witterungsbedingen Verspätungen. Wir danken für deren Verständnis.»

Merkle betont ausserdem, dass es «praktisch jeden Winter» vorkomme, dass das Benkerjoch, die Staffelegg oder gleich beide gesperrt werden müssen. Für die Fahrer gelte: Sicherheit kommt zuerst. «Wenn die Strasse nicht fahrbar ist, fahren wir nicht.» Fahrer und Postautos seien zwar an winterliche Verhältnisse gewöhnt, die entsprechenden Pneus seien montiert und die Schneeketten an Bord. «Aber auch unsere Fahrerinnen und Fahrer sehen den Schnee lieber auf der Piste als auf der Strasse», sagt Katharina Merkle. «Denn obschon sie darin geschult sind, wie man Rutschpartien vermeidet, kann es zu Unfällen kommen. Wir vermeiden Risiken, indem wir langsamer fahren als sonst, noch dazu, wenn es wie am Donnerstag starke Böen gibt. Dadurch kommt es im Winter öfter zu Verspätungen als im Sommer. Kommt hinzu, dass wir bei solchem Wetter mehr Menschen befördern, da diese das Auto zu Hause stehen lassen.»

Der Kanton sieht derweil keinen Handlungsbedarf. Mediensprecher Leardini: «Kommt der Schneefall oder die Glätte kurz vor der Hauptverkehrszeit, sind die Verhältnisse auf der Staffelegg und am Benken immer schwierig. Das Wetter können wir nicht selber steuern. Wir haben Winter, und der ist manchmal unberechenbar.»

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