Aarau
Petarde im Brügglifeld gezündet? Junger St. Galler vor Bezirksgericht

Seit anderthalb Jahren hat ein 22-Jähriger Ostschweizer in der ganzen Schweiz Stadionverbot. Weil er im Februar 2013 beim Cupknüller gegen St. Gallen eine Petarde angezündet haben soll, musste er sich vor Gericht verantworten.

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Weil er angeblich eine Petarde im Brügglifeld anzündete, stand ein Ostschweizer am Mittwoch vor dem Bezirksgericht. (Archivbild)

Weil er angeblich eine Petarde im Brügglifeld anzündete, stand ein Ostschweizer am Mittwoch vor dem Bezirksgericht. (Archivbild)

Keystone

Trotz Stadionverbot soll der «Fussballfan», wie sich der junge Ostschweizer nennt, am 3. Februar im Brügglifeld gewesen sein. Und dort bei der Cup-Partie Aarau - St. Gallen eine Petarde gezündet haben. Deshalb stand er am Mittwoch vor dem Bezirksgericht in Aarau. Die Staatsanwaltschaft stützte ihre Anklage auf Fotos. Das Stadionverbot gegen ihn trat vor 18 Monaten in Kraft, nachdem er in einem Zürcher Stadion mit einer Pyrofackel erwischt worden war.

Gegenüber Tele M1 streitet der Angeklagte alles ab. «Ich bin gar nicht dort gewesen», sagt er in St. Gallerischem Dialekt, mit dem Rücken zur Kamera sowie einem Cap auf dem Kopf.

«An dem Tag war ich in den Skiferien», sagt Daniel M. weiter. In seinen Augen kam es nicht zuletzt wegen seiner Vorgeschichte zur Anklage: «Wenn du einmal auf dem Radar der Polizei bist, gerade als Fussballfan, dann kommst du da fast nicht mehr heraus. Die probieren dich für alles – und für alles, das du nicht gemacht hast – dranzunehmen. Und es ist extrem schwierig, aus dieser Spirale irgendwie wieder herauszukommen.»

Das Bezirksgericht sprach Daniel M. schliesslich frei. Es anerkannte die Beweiskraft der Fotos nicht an, wie Tele M1 berichtet.

«Das war eine Riesenerleichterung, der Freispruch», sagt der junge Ostschweizer danach. Live im Stadion Fussballspiele zu erleben, scheint ihn nicht mehr besonders zu locken. Er wolle nun eh nicht mehr an die Fussballspiele - sondern eine Weiterbildung absolvieren. (pz)