Aarau
Nächste Runde für den «Pont Neuf» – 2019 soll die Brücke stehen

Ab Montag wird das Bauprojekt für die neue Brücke öffentlich aufgelegt. Der Spatenstich ist für 2017 vorgesehen. Die Bauzeit soll anderthalb Jahre dauern.

Nadja Rohner
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«Pont Neuf»: So fliesst der Verkehr während des Brücken-Neubaus.
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Brückenkopf der neuen Aarebrücke «Pont Neuf».
Das Aarauer Brückenprojekt Pont Neuf

«Pont Neuf»: So fliesst der Verkehr während des Brücken-Neubaus.

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Das Kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat am Donnerstag zum «Pont Neuf»-Infoanlass in die Berufsschule bsa eingeladen. Rund drei Dutzend Personen nutzten die Gelegenheit – einige waren eine halbe Stunde vor Beginn schon da, weil die az in einer Veranstaltungsnotiz fälschlicherweise eine falsche Uhrzeit angegeben hatte. Immerhin blieb so Zeit, um Projektunterlagen eingehend zu studieren.

Kantonsingenieur Rolf H. Meier zeigte auf, weshalb die Kettenbrücke ersetzt werden muss: undichter Belag, Risse in den Widerlagern, problematische Fahrbahnübergänge. Illustriert wurde das ganze mit eindrücklichen Fotos der «Problemzonen». «Wenn man die Bilder anschaut, ist man froh, man siehts beim Drüberfahren nicht», so Meier.

Der Bau des «Pont Neuf» wird in mehreren Phasen abgewickelt. Zunächst braucht es Vorbereitungsarbeiten: Der Installationsplatz für die Baustelle kommt beim Aarepark zu liegen. Die Bauunternehmen sind verpflichtet, ihre Arbeiter mittels Sammeltransporten dorthin zu bringen, damit nicht zu viele Parkplätze notwendig sind.

In der nächsten Phase wird die Hilfsbrücke mit Werkleitungen östlich der Kettenbrücke erstellt. Auf ihr wird während etwa eines Jahres sämtlicher Verkehr fliessen, der sonst über die Kettenbrücke fährt – auch Busse und Lastwagen. Dazu muss die Aarestrasse stellenweise verbreitert werden. Die Hilfsbrücke verfügt über Trottoirs auf beiden Strassenseiten.

Als Nächstes wird die Kettenbrücke abgerissen und neu aufgebaut. «Die Brücke wird direkt vor Ort betoniert», sagte Projektleiter Roberto Scappaticci. «Eine Vorfabrikation oder ein Einschwimmen ist nicht möglich.»

Während der Bauarbeiten kann der Langsamverkehr auf den beiden Uferpromenaden im Brückenbereich nicht aufrechterhalten werden. Er wird umgeleitet. Die Kettenbrücke und später die Hilfsbrücke werden nie dauerhaft gesperrt sein. «Punktuelle Behinderungen wird es aber geben», so Kantonsingenieur Meier. Auch, dass die Anwohner mit gewissen Lärmemissionen rechnen müssen, «schleckt keine Geiss weg». Die Bauarbeiter seien aber an die Ruhezeiten gebunden.

Auch die Ufer werden erneuert

Auf dem «Pont Neuf» gibt es neben der Fahrbahn beidseitig ein Trottoir; auf der Unterwasserseite wird es überbreit sein, damit auch Velofahrer Platz haben. Die Ufergestaltung ist Teil des Projekts. Das Ufer auf der Südseite (Richtung Altstadt) wird vom «Summertime» bis zur «Schwanbar» durchgehend zur breiten Promenade ausgebaut. Auf der Nordseite (Richtung Küttigen) bleibt das Ufer naturnah. Wo heute eine steile Treppe ist, ist eine Rampe von der Promenade auf die Brücke geplant. Die Passagen unter der Brücke werden an beiden Ufern höher und vor allem breiter als heute, damit es nicht mehr zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fussgängern kommt.

Diese Woche wurde die Profilierung angebracht. Das Projekt liegt vom
23. November bis 23. Dezember 2015 auf. Bis Mitte 2016 werden allfällige Einwendungen behandelt. Bis Ende 2016 sollen auch die notwendigen Landerwerbs-Verhandlungen abgeschlossen sein. Der Spatenstich ist für das Jahr 2017 vorgesehen. «Wir rechnen mit einer Bauzeit von 18 Monaten», sagt Projektleiter Scappaticci. Der Verkehr wird während etwa 12 Monaten über die Hilfsbrücke fahren.