Küttigen
Die Stiftung Heilsarmee baut in Rombach: So soll der neue «Obstgarten» aussehen

Das Siegerprojekt für den 10-Millionen-Franken-Neubau steht fest. Ein Zürcher Architekturbüro hat das Rennen gemacht. Im Idealfall ist der Baustart schon im kommenden Jahr.

Nadja Rohner
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Das Projekt Navata von Schmid Ziörjen Architektenkollektiv hat den Wettbewerb für den Neubau des Obstgartens der Stiftung Heilsarmee in Rombach gewonnen.

Das Projekt Navata von Schmid Ziörjen Architektenkollektiv hat den Wettbewerb für den Neubau des Obstgartens der Stiftung Heilsarmee in Rombach gewonnen.

zvg / Aargauer Zeitung

Fast in jedem Jahresbericht der Stiftung Heilsarmee der letzten Jahre stand, dass man das Projekt «Neubau Obstgarten» gerne vorwärtsbringen würde – nun konnte endlich ein entscheidender Schritt gemacht werden. Der Obstgarten ist ein Wohnheim im Küttiger Ortsteil Rombach. Einst eine «Mädchenanstalt», dann ein Männerheim für Alkoholkranke und heute ein Zuhause respektive eine Tagesstrukturinstitution für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Suchterkrankungen.

Die Obstgarten-Liegenschaft ist in die Jahre gekommen. Sie entspreche nicht mehr den heutigen Standards und den Erwartungen der Klientinnen und Klienten, sagte Institutionsleiter Heinrich Bourquin vor einem Jahr gegenüber der AZ. Entsprechend ist die Auslastung zwar nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht so gut, wie man sie gerne hätte. Mit dem Neubau sollen nun nicht nur schöne und funktionale neue Räume geschaffen, sondern auch die Kapazität erweitert werden. Aktuell hat das Wohnheim 34 Plätze, die Tagesstruktur 45.

Der Obstgarten befindet sich im Küttiger Ortsteil Rombach.

Der Obstgarten befindet sich im Küttiger Ortsteil Rombach.

Urs Helbling / AAR

Für den Neubau mit 38 Wohnplätzen (Einbettzimmer, Wohnstudios mit und ohne Kochgelegenheiten, Wohnungen), einem kleinen Gastrobetrieb sowie Räumen für Tagesstrukturen, Unterhalt und Büro hat die Stiftung Heilsarmee 2020 einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Acht Teams haben teilgenommen.

Nun steht das Siegerprojekt fest: Gewonnen hat das Zürcher Büro Schmid Ziörjen Architektenkollektiv mit dem Entwurf Navata. «Der architektonischen Gestaltung liegt die Grundhaltung der Einfachheit, der Sparsamkeit und Klarheit zugrunde, was den Werten der Institution sehr angemessen ist», heisst es im Jurybericht.

Etwa so könnte der Bistrobereich künftig aussehen.

Etwa so könnte der Bistrobereich künftig aussehen.

zvg / Aargauer Zeitung

Prägend für die Materialwahl und die Gestaltung sei der Obstgarten-Gärtnereibetrieb sowie «die charakteristische Erscheinung an­derer Betriebe in der Region»: «Das Gebäude erscheint wie ein riesiges Pflanzregal oder Rankgitter. Ein individuelles Bewachsen der Balkonkonstruktion durch die Bewohner wird explizit begrüsst.»

Die Parkierung wird oberirdisch entlang der Bibersteinerstrasse angeordnet, die Erschliessung erfolgt über die Widlerstrasse. Durch einen grossen offenen Durchgang zwischen den beiden miteinander verbundenen Gebäudeteilen (eines drei- und eines viergeschossig) gelangt man direkt zur Terrasse und zur weitläufigen Gartenanlage mit Obstbäumen, Blumen- und Gemüsebeeten, Beerenstauden, Tierställen, Begegnungsplatz, Spiel- und Sportfeld sowie Feuerstelle.

Neubau könnte 2024 fertig werden

«Wenn alles optimal läuft, sollte mit dem Bau Mitte 2022 begonnen werden», hiess es im letzten Jahresbericht der Stiftung. Der Neubau wäre dann 2024 fertig.

Es wird mit Kosten von rund 10 Millionen Franken gerechnet. Der Kanton hat das entsprechende Raumprogramm genehmigt. «Mit dem Kanton haben wir einen regen Austausch, sie sind über das Siegerprojekt informiert und der erste Eindruck war positiv», sagt Institutionsleiter Heinrich Bourquin. «Das für die Baueingabe bei der Gemeinde ausgearbeitete Projekt wird ebenfalls dem Kanton zur Genehmigung vorgelegt.»

Die Liegenschaft Obstgarten, die für das Neubauprojekt weichen muss, gehört seit 2017 der Stiftung. Sie hat den Obstgarten für 3,1 Mio. Franken gekauft, nachdem sie jahrzehntelang eingemietet war.

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