Abwasser

In Aarau wird das Wasser teurer

Der Abwasserverband Aarau und Umgebung feiert das 50-jährige Bestehen

Jubiläum

Der Abwasserverband Aarau und Umgebung feiert das 50-jährige Bestehen

Der Abwasserverband Aarau und Umgebung (Avau) feierte gestern den 50. Geburtstag. Zum Jubiläum erhöht die Stadt Aarau die Klärgebühren.

Katzenstreu, Frittieröl, Zigarettenstummel, Wattestäbchen oder auch Pflästerli. Immer wieder entsorgen Leute Materialien über das Abwasser, die eigentlich nicht dorthin gehören. «Littering findet nicht nur auf der Strasse statt, auch bei uns ist das ein andauerndes Thema und bekundet uns Mühe bei der Abwasserreinigung», sagt Jörg Kaufmann, Präsident des Abwasserverbandes Aarau und Umgebung (Avau) anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums gegenüber der AZ.

Deshalb wurde kürzlich ein Film entwickelt, der vor allem Kinder im Schulalter darauf aufmerksam machen soll, dass die Dusche oder die Toilette kein Abfallkübel ist. «Der Film erklärt das System und die Funktion der Abwasserreinigung und zeigt beispielsweise auf, was passiert, wenn man Katzenstreu das WC hinunterspült», erklärt Kaufmann.

Aarau: Kosten nicht mehr gedeckt

Undisziplinierte Leute kosten Geld. Aber nicht nur deshalb muss die Stadt Aarau per 1. Oktober die Klärgebühren von 50 Rappen pro Kubikmeter Frischwasser auf 65 Rappen erhöhen. Der Deckungsgrad ist die letzten drei Jahre in der Stadt Aarau auf unter 80 Prozent gesunken, weshalb der Stadtrat beschloss, die Klärgebühren zwangsläufig zu erhöhen. Ausserdem kosten Sanierungen an den Abwasseranlagen viel Geld. Klar ist zudem: Die Bevölkerung wächst und damit auch die Abwassermenge.

Zurzeit werden bei trockenem Wetter 450 Liter Abwasser pro Sekunde gereinigt. 2000 Tonnen Schlamm oder Dreck werden pro Jahr aus dem Abwasser entfernt. Das gereinigte Wasser wird anschliessend der Aare zugeführt. Aus dem Schlamm, der in grossen Behältern gesammelt wird, wird nach einem Gärungsprozess Methangas gewonnen, das für den eigenen Betriebsunterhalt wiederverwertet wird.

Avau: Projekte in Bearbeitung

Künftig soll die Abwasserreinigung noch besser werden. Der Verband beschäftigt sich deshalb mit Projekten: Mikroverunreinigungen sollen künftig aus dem Abwasser entfernt werden. Das beinhaltet starke Chemikalien aus etwa Körperpflegemitteln, welche ins Grundwasser zu versinken drohen. Deshalb hat der Bund ein Projekt lanciert, um dies zu verhindern. «Pilotversuche haben gezeigt, dass es technisch möglich wäre, 80 Prozent dieser Mikroverunreinigung herauszufiltern», erklärt Kaufmann.

Ein weiteres Projekt ist eine enge Zusammenarbeit mit Firmen aus der Region, um die Abwasserprobleme sowohl des jeweiligen Unternehmens wie auch des Abwasserverbandes in den Griff zu bekommen. So müsse man auch Unternehmen auf die Regeln der korrekten Abwasserreinigung stets aufmerksam machen, so Kaufmann.

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