Bundesgericht

Grünes Licht für das neue Aarauer Fussballstadion: «Wir können nun vorwärts machen»

Visualisierung: So soll das Aarauer Fussballstadion aussehen

Visualisierung: So soll das Aarauer Fussballstadion aussehen

Das neue Fussballstadion Torfeld-Süd in Aarau kann gebaut werden. Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Anwohners gegen die Baubewilligung abgewiesen und damit den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau bestätigt.

Das Bundesgericht kommt in seinem Urteil zum Schluss, dass die Grenzwerte für Lärm- und Luftimmissionen durch das Stadionprojekt nicht überschritten werden.

Der Beschwerdeführer hatte die Doppelnutzung eines Personal-Parkhauses bei Grossanlässen im Stadion kritisiert. Wie das Bundesgericht in seinem am Freitag publizierten Urteil ausführt, wird es zu 7200 zusätzlichen Fahrten pro Jahr kommen. Umgerechnet seien dies 20 Mehrfahrten pro Tag. Dies bewirke keine wahrnehmbaren Lärmzunahmen.

Die Bundesrichter rechnen vor, dass es auch beim Ausstoss von Stickstoffdioxid nicht zu grossen Auswirkungen im Bereich der Wohnstrasse des Beschwerdeführers kommen werde.

Das Lausanner Gericht hat darüber hinaus alle formellen Anträge abgewiesen. Es hält ausserdem fest, dass der Gestaltungsplan für das Projekt durch die Gerichte nicht mehr geprüft werden musste. Dies hatte der Anwohner verlangt. Gemäss Bundesgericht hatte er bereits bei der Auflage des Projekts die Möglichkeit gehabt, dagegen vorzugehen.

In Aarau herrscht Freude

"Wir sind über den Entscheid des Bundesgerichts sehr erfreut", sagte der Aarauer Stadtrat Lukas Pfisterer (FDP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. "Wir können und wollen nun vorwärts machen."

Ein langjähriger Planungs- und Bewilligungsprozess sei endlich abgeschlossen. Stadtrat Pfisterer ist für das Ressort Hochbau und Raumplanung zuständig.

«Ob es mehr kostet und wer diese Kosten tragen wird, ist noch völlig offen»: Stadtrat Lukas Pfisterer nach dem Bundesgerichts-Urteil zum Aarauer Stadion.

«Ob es mehr kostet und wer diese Kosten tragen wird, ist noch völlig offen»: Stadtrat Lukas Pfisterer nach dem Bundesgerichts-Urteil zum Aarauer Stadion.

Wann die Baumaschinen auffahren werden, steht gemäss Pfisterer noch nicht fest. Nach dem Entscheid des Bundesgerichts liegt für die Dauer von zwei Jahren eine rechtskräftige Baubewilligung vor.

Die Stadt werde gemeinsam mit der Bauherrschaft HRS Real Estate AG eine Auslegeordnung vornehmen, sagte Pfisterer: "Wir machen nun Nägel mit Köpfen."

«Wahnsinnig, wenn man da zurückschaut»: FCA-Präsident Alfred Schmid ist «sehr erleichtert»

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Der Stadtrat von Aarau hatte die Baubewilligung im Mai 2014 erteilt. Der Spatenstich für das Projekt war ursprünglich für Herbst 2014 geplant gewesen. Das 10'000 Plätze zählende Fussballstadion Torfeld-Süd sieht Investitionen von 36 Millionen Franken vor.

Im Mantel des neuen Stadions sollen ein Einkaufszentrum sowie Büros, Wohnungen und Räume für Detailhandel und Gastronomie untergebracht werden.

Stadiongegner geht vor Bundesgericht – ein Tiefschlag für den FC Aarau: «Wir sind enttäuscht, aber nicht überrascht», sagt FCA-Präsident Alfred Schmid.

8.10.2015: Der Stadiongegner geht vor Bundesgericht – ein Tiefschlag für den FC Aarau:

«Wir sind enttäuscht, aber nicht überrascht», sagte FCA-Präsident Alfred Schmid damals. 

Zusammen mit dem neuen Fussballstadion entsteht im Gebiet Torfeld Süd - in einem ehemaligen Industriegebiet östlich des Bahnhofs Aarau - für 170 Millionen Franken ein völlig neuer Stadtteil. 

(Urteil 1C_507/2015 vom 18.05.2016)

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