Forschungswettbewerb
Warum Biologie-Gold-Gewinnerin Orna Frohnert (19) in ihrem Schlafzimmer eine Niere sezierte

Die Egliswilerin hat im Home Office Gold an der Biologie-Olympiade geholt. Ihre Laufbahn ist ein Paradebeispiel für die Durchlässigkeit des Schweizer Bildungssystems.

Nadja Rohner
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Orna Frohnert (2.v.r.) mit anderen Medaillenträgern und -trägerinnen.

Orna Frohnert (2.v.r.) mit anderen Medaillenträgern und -trägerinnen.

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Als eine von vier Schweizerinnen wurde Orna Frohnert an der Schweizer Biologie-Olympiade mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. 18 Finalistinnen und Finalisten waren beim viertägigen Prüfungsmarathon letzte Woche dabei – Orna Frohnert schon zum vierten Mal. Nach einer Bronze-, einer Silber- und einer Goldmedaille in den Vorjahren konnte die 19-jährige Egliswilerin nun erneut Gold holen.

Der Wettbewerb musste, wie alles derzeit, digital stattfinden. Das ist bei einem Fach wie Biologie gar nicht so einfach machbar, besonders nicht im praktischen Teil der Prüfung. Den Teilnehmenden wurden deshalb die Materialien per Post nach Hause geschickt, damit sie in den eigenen vier Wänden DNA vervielfachen oder Regenwürmer und Nieren sezieren konnten.

Orna Frohnert

Orna Frohnert

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«Meine Familie hat sich über die komischen Sachen im Kühlschrank beklagt», erzählt Orna Frohnert lachend. Seziert habe sie die Niere dann aber nicht in der Küche, sondern in ihrem Schlafzimmer; auf dem mit einem Tischtuch abgedeckten Pult. Während der vier Wettbewerbstage war sie praktisch dauernd online mit den anderen Teilnehmenden verbunden. Die Leidenschaft für Biologie habe sie in der Oberstufe entdeckt, sagt Frohnert. «Biologie ist wichtig, denn die aktuell grössten Probleme wie die Coronapandemie oder auch die Klimakrise und das Artensterben haben viel damit zu tun», lässt sie sich in der Medienmitteilung der Olympiade zitieren.

Für die Lehre ging sie nach Basel zu Roche

Frohnert absolvierte zunächst eine Lehre zur Biologielaborantin bei der Roche in Basel, wo sie während der Ausbildung im Wohnheim wohnen konnte, damit sie nicht von Egliswil pendeln musste. Danach machte sie die Technische Berufsmaturität an der Berufsschule Aarau. Aktuell absolviert sie die sogenannte Passerelle an der Aargauischen Maturitätsschule für Erwachsene, ab dem Herbst will sie an der Universität Basel pharmazeutische Wissenschaften studieren.

Zunächst aber wird sie im Juli die Schweiz an einer virtuellen Version der Internationalen Biologie-Olympiade vertreten. Hinter Frohnert holten die Aargauer Iris Warthmann (Neue Kantonsschule Aarau) und Jakob Laimberger (Alte Kantonsschule Aarau) Silber. Gut abgeschlossen hat auch Sanna Hotz (Berufsschule Aarau).