Der Termin stand fest: Am Freitag um 16 Uhr fällt die 100-jährige Buche vor dem Kantonsspital Aarau (KSA). So hatte es der Verwaltungsrat des KSA entschieden – trotz vehementem Widerstand, den rund 40 Angestellte leisteten, zuletzt mit einer Demonstration am Donnerstag.

Als die Uhr am Freitag dann 16 Uhr anzeigte, stand der Lastwagen bereit, der den Baum abtransportieren sollte. Aber auch die Demonstranten waren wieder da. Sie bildeten eine Menschenkette um den Baum, riefen "der Baum ist schön" und "der Baum macht glücklich".

KSA-Buche darf vorerst weiterleben

KSA-Buche darf vorerst weiterleben

Etappenerfolg bei den Demonstranten. Der Baum vor dem KSA konnte wegen den vielen Demonstranten nicht gefällt werden. Diese blockierten das Gelände.

Die KSA-Mediensprecherin und CEO Robert Rhiner forderten die Demonstranten mehrmals auf, den Baum freizugeben. Vergeblich – die Baum-Schützer blieben unnachgiebig. Schliesslich wurde die Fällaktion für den Moment abgebrochen, weil man die Demonstration nicht gewaltsam beenden wollte. Am Montag wird der Verwaltungsrat das weitere Vorgehen besprechen.

Der Grund für die Diskussionen um den Baum: Er dient rund 80 Rabenkrähen als Zuhause. Seit 50 Jahren übernachten die Tiere zwischen Oktober und März im Geäst – und verursachen viel Lärm und Dreck.

Um der Krähenplage Herr zu werden, griff das KSA vergangenes Jahr zu unkonventionellen Mitteln: Man engagierte eine Tierkommunikatorin. Doch die Krähen liessen sich nicht vertreiben. Nun soll der Baum fallen. Wann und ob überhaupt, ist nach dem heutigen Tag unklar. 

Eine Demonstration für die Buche

Eine Demonstration für die Buche: der "Tele M1"-Bericht vom Donnerstagabend.