Aarau
Ein Paradies für Sportler: Die Stadt soll eine öffentliche Anlage für Velos, Laufräder und Skateboards erhalten

Fünf Initianten aus der Region kämpfen für einen Pumptrack in Aarau. Es wäre der erste im westlichen Teil des Kantons.

Daniel Vizentini
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Vier der fünf Initianten des Pumptracks Aarau (v.l.): Monika Büchi, David Häuptli, Simon Kaufmann und Robin Müller.

Vier der fünf Initianten des Pumptracks Aarau (v.l.): Monika Büchi, David Häuptli, Simon Kaufmann und Robin Müller.

zvg

Eine Rundstrecke voller Wellen und steiler Kurven, auf denen man sich mit dem Fahrrad austoben kann: Das ist ein sogenannter Pumptrack. Ohne auf die Pedale zu treten, baut man durch ein Auf-und-ab-Bewegen des Körpers – also einer Art schwungvollen Pumpbewegung, Englisch «pumping» – Geschwindigkeit auf und fährt so durch die hügelige Piste. Ursprünglich waren solche Strecken eher das Paradies von Mountainbikern oder BMX-Extremsportlern.

Heute sind sie aber auch für normale Fahrräder, Laufräder, Kickboards, Inlineskates oder Skateboards geeignet, sind also auch etwas für Familien. «Das Publikum ist sehr breit aufgestellt und reicht vom Jugendlichen über den Sportler bis zu Kindern», sagt Simon Kaufmann. Er und vier weiterere Initianten verfolgen das Ziel, in Aarau einen öffentlichen Pumptrack zu errichten.

Letztes Jahr seien sie mit der Idee auf den Stadtrat zugegangen. Dieser habe sich aber eher skeptisch geäussert: Aktuell gebe es keinen geeigneten Standort, zu einem späteren Zeitpunkt würden sie das Vorhaben aber nochmals prüfen. «Wir wollen aber nicht warten und finden, dass die Kinder von heute an ihrem Wohnort die Chance haben sollen, auf einem Pumptrack zu fahren», sagt Simon Kaufmann.

Die Initianten seien auch fest davon überzeugt, dass es in Aarau geeignete Standorte für einen Pumptrack gibt. Sie nennen etwa im Schachen den Kiesparkplatz beim ehemaligen Kugelfang oder die Wiese zwischen Freibad und Summertime. Auch die Fläche neben dem Tennisclub in Buchs sei denkbar.

«Wir wollen gerne eine grössere Anlage bauen, längerfristig aber auch viele kleine an Spielplätzen», sagt er, damit Kinder schon mit Pumptracks aufwachsen. In Bern etwa würden derzeit an die 20 kleine Anlagen gebaut, im Sinne einer Velo- und Bewegungsförderung für die Bevölkerung. «Sie bauen Pumptracks in den Quartieren, im alltäglichen Bewegungsradius der Kinder.»

Noch keine Pumptracks im Westaargau

Im Aargau gibt es heute Pumptracks in Brugg, Bad Zurzach oder Birmenstorf. Derzeit werden nebst in Aarau auch in Erlinsbach AG und Aarburg Pläne dafür geschmiedet. Je nach Gelände und Ausstattung – sie kann etwa asphaltiert sein oder nicht – koste eine solche Rundstrecke zwischen 50 000 und 300 000 Franken, sagt Simon Kaufmann, der Swisslos-Sportfonds übernehme in der Regel an die 40 Prozent. Die Initianten sind also auch auf der Suche nach Sponsoren.

Nach Wandern ist Velofahren die beliebteste Sportart der Schweiz. «Dennoch fehlen oft geeignete Anlagen, in denen abseits vom Verkehr geübt werden kann», sagt er. «Wir denken, Pumptracks sind einfach noch nicht genug bekannt. Es sind weder Downhill-Strecken noch Skaterparks. Es gibt keine Rampen, um Schwung zu holen, die Risiken sind relativ gering», sagt er und bekräftigt: «Es ist keine Extremsportanlage und die Benutzung verursacht auch keinen Lärm.»