Aarau
Ein doppelter Kunstgenuss im Rathaus

Virginia Buhofer und Jakob E. Omlin stellen gegenwärtig im Rathaus aus. Sie 80, er 73 Jahre alt, verbindet beide eine ungebrochene, ungestüme Schaffenskraft.

Hubert Keller
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Jakob E. Omlin und Virginia Buhofer verfügen noch immer über eine unermüdliche, starke Schaffenskraft.

Jakob E. Omlin und Virginia Buhofer verfügen noch immer über eine unermüdliche, starke Schaffenskraft.

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Gitarristin Barbara Sieker umrahmte die Vernissage mit spanischem Temperament und wies so auf eine Gemeinsamkeit der beiden Künstler hin: Virginia Buhofer ist 1932 in Spanien geboren, Jakob E. Omlin hat auf vielen Reisen Inspiration gewonnen, insbesondere aber auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Virginia Buhofer kam nach ihrer Heirat in die Schweiz, wo sie seit 1958 lebt und arbeitet. Im Aargau fand sie, wie Stadtrat Carlo Mettauer, der in das Werk der beiden Künstler einführte, einen männerdominierten Kunstbetrieb vor.

Denkzimmer und Werkstatt

In Ursula Fischer-Klemm in Dottikon fand Buhofer aber eine hervorragende Lehrerin und Wegweiserin. 1970 bezog Buhofer ihr eigenes Atelier in der Pelzgasse in Aarau. Seit 1986 arbeitet sie im Atelier an der Römerstrasse; es ist ihr Denkzimmer, Labor und Werkstatt.

Virginia Buhofer malt seit 60 Jahren, und dies mit uneingeschränktem Drang und mit Leidenschaft. Noch arbeitet die 80-Jährige fast täglich in ihrem Atelier.

Carlo Mettauer beschrieb ihren künstlerischen Weg. 1985 befreite sich die Künstlerin vom Figürlichen, sie setzt seither ganz auf die informelle, nichtgegenständliche Malerei. Oft mit einem leisen, dezenten, fast lyrischen Farbauftrag, der den vertieften Betrachter wie Musik in seinen Bann ziehe, sagte Mettauer.

Jakob E. Omlin – der Name verrät die Obwaldner Herkunft – kam 1961 nach Aarau. Hier führte er einen Handwerksbetrieb mit sechs bis acht Mann. Die alten Pflästerungen in der Altstadt waren noch sein Werk. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre war er Einwohnerratspräsident.

Seine Auseinandersetzung mit der Kunst begann bereits in seiner Ausbildung als technischer Zeichner, und als Pflästermeister interessierte er sich auch für Kunst im öffentlichen Raum.

Obsessive Kraft

Der Autodidakt hat sich sein künstlerisches Rüstzeug mit regelmässigen Ausbildungs- und Meisterkursen angeeignet, unter anderem bei Prof. Dr. Markus Lüpertz, mit dem Omlin noch heute einen freundschaftlichen Austausch pflegt. Die beiden verbindet die Hinwendung zu einer eher abstrakten-expressiven, informellen Malerei. In Omlins Bildern breche immer wieder das Figürliche durch, erklärte Carlo Mettauer. Es ist eine starke, fast obsessive Kraft, mit welcher die Bilder den Betrachter zu packen vermögen.

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