Buchs
Diese illegalen Hüttchen bei der beliebten Feuerstelle müssen weg – das ärgert den Feuerwehrverein

Die Hüttchen bei der Feuerstelle im Suret-Wald müssen auf Weisung des Regierungsrats über kurz oder lang abgebrochen werden. Ob der Feuerwehrverein die Feuerstelle dann weiter betreuen mag, ist offen.

Nadja Rohner
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Die beiden kleinen Holzhütten sind schon über 20 Jahre alt – aber genauso illegal wie die grössere, die erst 2017 erstellt wurde. Alle müssen über kurz oder lang weg.

Die beiden kleinen Holzhütten sind schon über 20 Jahre alt – aber genauso illegal wie die grössere, die erst 2017 erstellt wurde. Alle müssen über kurz oder lang weg.

Nadja Rohner

Die Feuerstelle im Suret-Wald, in der Nähe des Forstwerkhofs, ist an diesem schönen Vormittag besetzt. Drei Frauen backen Flia, eine albanische Pastete, die über dem Feuer besonders schmackhaft wird. Man kann die öffentliche Feuerstelle reservieren.

Hier kommen nicht nur Familien zusammen, die Feuerstelle ist auch oft Ziel von Schulausflügen oder Veranstaltungsort für den grossen Buchser Neujahrsapéro mit gegen 400 Gästen. Die beiden Holztische bieten Platz für eine ganze Schulklasse; die grosse Feuerschale mit Rost schützt den Boden, aus einem Brunnen plätschert Wasser in einen hölzernen Trog.

Durch den Neubau flog alles auf

Dafür, dass es hier immer tipptopp aussieht, ist der Feuerwehrverein Buchs zuständig. Mehrmals pro Woche wird die Feuerstelle aufgeräumt, der Abfall entsorgt, die Feuerschale gereinigt. Der Verein hat die vor rund 30 Jahren durch die SVP Buchs initiierte Feuerstelle anno 2005 übernommen. Mitsamt zwei Unterständen aus Holz. In einem stehen zwei Abfallkübel, im anderen lagern Brennholz und Werkzeug. Dieser hat auf der offenen Seite ein abschliessbares Gitter, gegen Langfinger.

Dahinter steht ein grösserer, halbfertiger Unterstand. Das noch helle Holz zeigt, dass er erst vor wenigen Jahren gebaut wurde. Dieser Unterstand hat dem Feuerwehrverein Ungemach beschert – die Situation ist so eskaliert, dass der Feuerwehrverein den Bettel am liebsten hinschmeissen würde.

Das Problem: Alle drei Holzunterstände sind illegal. Schon seit die SVP die Feuerstelle angelegt und die ersten zwei Unterstände vor etwa 23 Jahren gebaut hat. Gestört hat sich daran nie jemand. In beinahe jedem Wald hat es illegale Bauten (siehe auch AZ vom 18. September mit dem Beispiel der Gemeinde Muri).

Das Unheil nahm in Buchs erst seinen Lauf, als der Vorstand des Feuerwehrvereins 2017 beschloss, anstelle der zwei alten, teilweise verfaulten Unterstände einen neuen zu bauen. Etwas weiter vom Feuer entfernt, und ein bisschen grösser. Der Vereinspräsident schritt zur Tat - aber ohne Baugesuch. In Buchs hat das niemand gemerkt, auch nicht die Behörden – denn das Gebiet, auf dem sich die Feuerstelle befindet, gehört der Gemeinde Suhr.

Als auskam, dass der Neubau illegal war, versuchte der Feuerwehrverein, die Sache geradezubiegen. Er reichte ein nachträgliches Baugesuch bei der Gemeinde Suhr ein. Einsprachen gab es nicht. Aber: Bei Bauten im Wald hat der Kanton ein Wörtchen mitzureden. Und nach Prüfung durch die Abteilung Wald und die Abteilung Baubewilligungen hiess es vonseiten des zuständigen Departements: nicht bewilligungsfähig.

Mehr noch: Erst jetzt kam aus, dass auch die beiden alten Unterstände auch nie bewilligt worden waren. Als «nichtforstliche Kleinbauten» könnten sie, wie der neue Unterstand, auch nicht nachträglich bewilligt werden. Das Brennholz, so schreibt der Regierungsrat in seinem Beschluss vom 14. August, könne man ja einfach mit einer Blache abdecken. Und das Werkzeug, das im Unterstand lagere, könne der Feuerwehrverein jeweils mitnehmen oder auch im nahe gelegenen Forstwerkhof deponieren.

Wie lange wird die Feuerstelle noch betreut?

Der Regierungsrat befahl den Abriss aller drei Bauten innert drei Monaten. Im Sinne der Verhältnismässigkeit darf einer der alten, baufälligen Unterstände noch bleiben, der mit dem Brennholz und den Werkzeugen. Grössere Reparaturen dürfen aber nicht mehr vorgenommen werden.

Beim Feuerwehrverein ist die Konsternation riesig. Ohne Unterstand für Abfallkübel, Werkzeug und Holz wolle man die Feuerstelle nicht weiterbetreuen, heisst es. Der Aufwand würde zu gross, und man befürchtet den Diebstahl von Brennholz, wenn dieses einfach nur mit einer Blache abgedeckt würde. Da der dritte Unterstand wenigstens geduldet wird, bis er ganz zusammenfällt, macht der Feuerwehrverein vorerst weiter. Wie lange, ist unklar. Auf einen Rekurs gegen den Regierungsratsbeschluss verzichtet der Verein.