Aarau
BSA im Osten: Schweizer Schoggi-Kunst begeistert Studenten in Singapur

Im Auftrag der Berufsschule Aarau reiste Chocolatier Franz Ziegler mit den zwei besten Lehrlingen, Stephanie Bolliger (Zetzwil) und Raphael Frei (Boniswil) nach Singapur an ein College. Dessen Studenten und Lehrer profitierten vom Wissen der Drei.

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Chocolatier-Meister Franz Ziegler führt am College in Singapur eine Demo zum Thema Weihnachten vor. ZVG

Chocolatier-Meister Franz Ziegler führt am College in Singapur eine Demo zum Thema Weihnachten vor. ZVG

Vor einem Jahr erhielt die Berufsschule Aarau (BSA) Besuch aus Singapur. Delegierte der Schulleitung des ITE College besuchten die BSA mit Schwerpunkt Bäcker-Konditoren-Confiseure. Das duale Ausbildungssystem in der Schweiz hat Vorbildcharakter.

Kürzlich erwiderte die BSA diesen Besuch. Zusammen mit dem bekannten Chocolatier-Meister Franz Ziegler durften die zwei ehemaligen Lehrlinge, die im Sommer ihre Ausbildung als Beste abgeschlossen haben, in den asiatischen Stadtstaat reisen. Die 22-jährige Stephanie Bolliger aus Zetzwil und der 19-jährige Raphael Frei aus Boniswil seien von der Reise hin und weg gewesen, sagt Ziegler. Die Zetzwilerin Stephanie Bolliger machte ihre Lehre bei der Jowa in Gränichen, Raphael Frei aus Boniswil bei Kunz art of sweets Frick.

120 Studenten unterrichtet

Doch die drei BSA-Vertreter sind nicht als Touristen nach Singapur gereist. 120 College-Schüler wollten sich in ihrem Fachgebiet weiterbilden. Ziegler lud zu Demos zum Thema Weihnachten ein. Auch die Ausbildner des Colleges profitierten vom Unterricht des Pastry Chef of the Year 2008/2009. Ziegler liess dafür ein Paket mit Material, Zutaten, Arbeitsgeräten und einer Musterkollektion rechtzeitig verfrachten. Stephanie Bolliger und Raphael Frei zeigten ebenfalls, wie man in der Schweiz Knuspriges und Süsses macht.

Den Horizont erweitern

Selbst für Ziegler, der zur Weltelite der Konditoren und Chocolatiers gehört, war die Reise nach Singapur eine neue Erfahrung. «Städte wie Singapur haben eine inspirierende Wirkung auf mich», sagt er. Und sie würden ihn in seiner kreativen Arbeit unterstützen.

Er freut sich auch für seine beiden Begleiter, die mit dieser Reise ihren Horizont erweitern konnten und Impulse für ihre weitere Tätigkeit erhielten. Raphael Frei beeindruckte die Einladung zum Abschluss des Aufenthalts, jederzeit als Bäcker-Konditeur-Confiseur in Singapur arbeiten zu können.

Stephanie Bolliger zeigte sich begeistert über die Arbeit der Studenten: «Alle wurden in die Produktion involviert, arbeiteten mit und diskutierten in einer einmaligen Atmosphäre über unser grenzenloses Handwerk.» Die jungen Berufsleute wurden am ITE College staatsmännisch in Empfang genommen, in den riesigen College-Komplex (8000 Studenten studieren dort) geführt und dort in ein schuleigenes College eingecheckt.

Verbindung soll bestehen bleiben

Auch darum wünscht sich Ziegler, dass die Verbindungen zum College in Singapur bestehen bleiben. «Wir versuchen, eine weitere Zusammenarbeit zu organisieren», sagt er.

Im Wesentlichen würde es darum gehen, dass Schüler aus Singapur zwei bis drei Wochen in die Schweiz kommen und in einem Betrieb arbeiten würden; organisiert von der Berufsschule Aarau. «Im Gegenzug wäre es natürlich ein schönes Zückerli, wenn unsere besten Schüler dann auch nach Singapur könnten», sagt Ziegler. (jam/az)