Lebensmittel-Skandal
Augenschein beim Tag der offenen Coop-Metzgerei

Coop will das Vertrauen zu den Kunden wieder aufbauen. Deshalb war heute ein Tag der offenen Tür bei allen Coop-Metzgereien. Transparenz ist das Motto. Trotzdem darf kein Mitarbeiter gegenüber den Journalisten Auskunft geben.

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Coop - Tag der Offenen Tür

Coop - Tag der Offenen Tür

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«Kassensturz» deckte den Gammelfleisch-Skandal bei Coop auf. Abgelaufenes Fleisch aus der Selbstbedienung soll ausgepackt und als Frischfleisch in die Theke gelegt worden sein. Als Reaktion ist das Auspacken von vakuumiertem Fleisch verboten worden. Zusätzlich lancierte Coop einen «Tag der offenen Coop-Metzgerei» - um das Vertrauen zu den Kunden wieder herzustellen.

Keine Auskunft

Die Idee dahinter: Jeder und Jede kann einmal hinter die Kulissen schauen und Fragen stellen. Beim Besuch wird zuerst wird der Tiefkühlraum gezeigt, in welchem bergeweise Fleisch aufgestapelt ist. Es herrscht ein ziemliches Chaos. Nach einigem Suchen findet der Metzger geeignete Beispiel-Stücke. Details über das Aufbewahren der Ware will er keine geben.

«Von der Geschäftsleitung verboten»

Auskünfte über den Fleisch-Skandal gibt er auch nicht. «Von der Geschäftsleitung verboten» - so lautet der Kommentar aller Mitarbeiter bei Fragen dieser Art. Kurz wird noch das abgepackte Fleisch gezeigt. Fragen nach den «Auspack-Vorwürfen» führen wiederum in eine Sackgasse. Die Führung wird kurz danach beendet.

Coop wirbt auf dem Plakat mit Transparenz. Da ist die Frage ob gefilmt bzw. fotografiert werden, darf eine logische Folge. Stellt man diese Frage allerdings, taucht innerhalb weniger Minuten die Geschäftsleitung auf. Es wird nochmals erklärt, dass kein Mitarbeiter von Coop Stellung nehmen darf.

Denise Stadler, Mediensprecherin von Coop, sagt am Telefon zum Sachverhalt: «Wir müssen unsere Mitarbeiter schützen. Diese sind nicht geübt im Umgang mit den Medien und könnten sich versprechen.»

Coop hat offenbar Angst davor, dass weitere Skandale aufgedeckt werden könnten. Doch offiziell titelt das Unternehmen: «Wir haben nichts zu verbergen.» Mediensprecherin Stadler präzisiert: «Ein Tag der offenen Tür bedeutet kein Freipass für Medien.»

Angebot nicht genutzt

Hat diese Transparenz-Aktion etwas gebracht? «Wir erwarten den Ansturm auf Samstag», sagt Stadler. Bei Coop sieht man das aber nicht negativ. Kunden hätten keinen Bedarf, sich von der Kompetenz der Metzger zu überzeugen.

Immerhin: Vor dem Laden äussern sich Kunden zu den Vorwürfen: