Aarau
Spontaner «Chrutwäje»-Ersatz: Noch in der Nacht ging die Getränkebestellung raus

Innert einer Woche hat das OK das «Trotzdemwäje» aus dem Boden gestampft: ein kleiner, feiner Ersatz für das «Chrutwäje», das Maienzug-Open-Air. Getanzt wird diesmal nicht bei der Pferderennbahn, sondern auf dem Vogelinseli, mit «Odd Beholder» und «Waldskin».

Katja Schlegel
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Daniela Weinmann tritt mit Odd Beholder am «Trotzdemwäje» auf.

Daniela Weinmann tritt mit Odd Beholder am «Trotzdemwäje» auf.

zvg

Das nennt man flexibel: Innert einer Woche hat das siebenköpfige Organisationskomitee ein «Chrutwäje» der anderen Art aus dem Boden gestampft. Nicht wie gewohnt bei der Pferderennbahn im Schachen, sondern auf dem Gelände der ehemaligen Eniwa-Werkhalle auf dem Vogelinseli. Mit 500 Personen, zwei Bands und einer Bar. Der Name: «Trotzdemwäje».

Bis 2019 fand das Open Air Chrutwäje 37-mal statt. Als der Ort, an dem jedes Jahr 2000 bis 3000 Besucher den Maienzug ausklingen liessen. Dann kam Corona. Nach dem Totalausfall 2020 war für das OK auch für 2021 rasch klar: Ein «Chrutwäje», wie man es kennt, wird nicht möglich sein. Doch den Kopf wollten sie nicht in den Sand stecken. «Wir überlegen, ob es andere Möglichkeiten mit Chrutwäje-Charakter gibt», sagte Michelle Benz vom OK Anfang März, als die Maienzugkommission das Aus für Morgenfeier und Bankett bekanntgab.

Innert Tagen aus dem Boden gestampft

Dass nun tatsächlich ein Open Air stattfindet, ist einem Kraftakt des OKs – lauter erfahrene Kulturschaffende – zu verdanken. Erst am Donnerstagabend letzte Woche haben sich die Organisatoren die Location der ehemaligen Eniwa-Werkhallen angeschaut. «Wir wollten etwas Kleines; 500 Leute hätten auf der Pferderennbahn verloren gewirkt», sagt Michelle Benz. Noch am Donnerstag haben sie das «Go» der Eniwa bekommen, noch in der Nacht hat das OK die Getränkebestellung rausgeschickt.

Innert fünf Tagen konnten ausserdem zwei Schweizer Bands gebucht werden: Odd Beholder aus Zürich mit Electro/Indie (spielte bereits am Frauenstreik 2019 in Aarau) und Waldskin aus der Welschschweiz, die sich während Corona gefunden und im März ihr Débutalbum auf den Markt gebracht haben. «Wir sind begeistert, wie viele tolle, engagierte Menschen uns geholfen haben, diesen Event zu stemmen», sagt Michelle Benz. Die Vorfreude des OKs sei deshalb riesig, der «Feuerwehrübung» zum Trotz. «Es ist improvisiert, es ist spontan. Aber es wird bestimmt ein unvergesslicher Abend.»

Hinweis

Open Air Trotzdemwäje, Freitag, 2. Juli. Türen 17 Uhr, 19.45 Uhr Odd Beholder, 20.45 Uhr Waldskin. Eintritt frei, Kollekte. Es werden 450 Besucher eingelassen.

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