Aarau
Schulhaus Gönhard: 340 Kinder müssen in Quarantäne, 280 zum Massentest

Es begann mit sechs positiv getesteten Kindern aus drei Schulklassen, jetzt ist das Gönhard-Schulhaus im Aarauer Nobelquartier der grösste Corona-Fall im Kanton. Zwölf Kinder aus vier Klassen wurden bisher positiv getestet, fünf davon mit Mutationen.

Daniel Vizentini
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Verwaist: Das Gönhardschulhaus in Aarau am Montagabend.

Verwaist: Das Gönhardschulhaus in Aarau am Montagabend.

Urs Helbling

Die Lage im Primarschulhaus Gönhard wurde doch dramatischer als befürchtet: Von anfangs sechs positiv getesteten Kindern aus drei Schulklassen stieg die Zahl der Infizierten am vergangenen Freitag auf neun. Am Montagabend teilte der Kanton nun mit, dass sich zwölf Kinder mit dem Coronavirus infiziert haben – fünf davon mit Mutationen.

Neu hat sich auch ein Kind aus dem zweiten Schuljahr angesteckt und weitere Kinder haben Symptome gezeigt. Laut einem Schreiben der Kreisschule Aarau-Buchs hatten infizierte Schulkinder unter anderem beim Schulsport Kontakt mit weiteren Kindern.

Das ganze Schulhaus bleibt bis und mit Freitag geschlossen

Zu den drei zuvor betroffenen Klassen 6a, 3a und 3c, die seit Freitag in Quarantäne sind, gesellt sich nun das ganze Schulhaus: Der Kanton schickt ab Dienstag bis und mit Freitag, 5. März, alle 19 Schulklassen sowie beide Kindergartenabteilungen vom Gönhard in Quarantäne. Über 340 Schulkinder sind damit von der Massnahme betroffen.

Laut einem Schreiben der Kreisschule Aarau-Buchs müssen auch die Klassenlehrpersonen in Quarantäne, die Fachlehrpersonen hingegen nicht. Der Kanton spricht von «rund 13 Lehrpersonen». Die Aussenkindergärten der benachbarten Quartieren Goldern und Binzenhof mit zwei respektive drei Abteilungen müssen nicht in Quarantäne und bleiben geöffnet.

Nur die Schulkinder der 1. bis 4. Klasse müssen zum Test

Alle Schulkinder der 1. bis 4. Klasse – laut Kanton 280 Kinder – sollen vom kantonalen Contact-Tracing demnächst eine Aufforderung zu einem Corona-Schnelltest erhalten. Wer dort positiv getestet wird, muss zusätzlich den genaueren PCR-Test machen. Die Eltern von positiv getesteten Kindern müssen in Quarantäne.

Gönhard-Schulkinder der 5. und 6. Klasse werden aber laut Kreisschule nicht zu diesen Massentests aufgeboten. Zudem müssen die Geschwister von Gönhard-Schulkindern, die andere Schulen der Kreisschule Aarau-Buchs besuchen wie etwa die Oberstufe, nicht in Quarantäne und können weiterhin in den Unterricht, sofern kein positives Testresultat vorliegt. Derweil werden die Gönhard-Primarschüler diese Woche wieder Fernunterricht erhalten.

Die Kinder aus den besten Adressen Aaraus

Der Gönhard-Fall ist jetzt der grösste bekannte Covid-19-Fall an einer Schule im Kanton. In dieses Schulhaus gehen die Töchter und Söhne der besten Aarauer Adressen: der Einfamilienhausquartiere Zelgli und Gönhard.

Nebst überdurchschnittlich gut verdienenden Personen wohnt dort auch eine Reihe prominenter Politiker mit ihren Kindern. Eine von ihnen ist Stadt- und Grossrätin Suzanne Marclay-Merz (FDP). «Jetzt ist der Zeitpunkt ideal für Massentests an der Schule, um weitere Ausbrüche zu vermeiden», schrieb sie letzte Woche auf Twitter und sprach sich für eine Maskenpflicht an den Schulen aus.

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