Aarau
«Mein Aargau im Topf» im Stadtmuseum – zum Dessert gibt’s Pfefferminzkaugummi

Das Stadtmuseum Aarau hat mit «Mein Aargau im Topf» ein neues Begegnungsformat lanciert. Ein kurzweiliges Angebot mit Überraschungseffekt.

Katja Schlegel
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Mein Aargau im Topf und Bärlauch im Teller.

Mein Aargau im Topf und Bärlauch im Teller.

Katja Schlegel

Rüebli sind gesetzt. Aber die weissen Würfel; Kohlrabi? Oder doch Knollensellerie? Die Tischrunde ist sich uneins. «Spielt doch keine Rolle, schmeckt sowieso alles nach Bärlauch», sagt einer lakonisch. «Aber gut ist es.» Recht hat er.

Es ist Dienstagmittag und in den Tellern der gut 25 Gäste im Stadtmuseum Aarau liegt das, was sich aktuell auch als grüner Teppich über den ganzen Aargau zieht: Bärlauch, als Spätzli und als Pesto. Das Menu ist eben Programm. «Mein Aargau im Topf» heisst das neue Begegnungsformat des Stadtmuseums, ein öffentliches Mittagessen samt anschliessender Kurzführung durch die Ausstellung «Zeitgeschichte Aargau».

Wer mit am Tisch sitzt, ist eine Überraschung. Kurz vor 12 Uhr tröpfeln die Hungrigen ins Foyer, manche kennen sich schon, andere lernen sich kennen, einer nach dem andern sucht sein Plätzchen an einem der drei grossen Tische.

Man isst und plaudert, über das Essen natürlich; diesmal aus der Küche von Lotti Dober von Querbeet, über das Vis-à-vis und einem selbst, dann über dies und das. Über die Wichtigkeit eines guten Arbeitsteams oder das richtige Alter für das erste Handy bei Kindern. Es ist ein bisschen wie ein Blind Date, nur – wie soll man sagen – erwartungsärmer. Oder mit anders gelagerter Erwartung.

«Der Aargau ist eben nicht nur die Rüeblitorte, sondern auch Börek»

«Wir möchten mit diesem Format mitunter ausprobieren, was im Foyer alles möglich ist», sagt die Projektverantwortliche, Flavia Muscionico. Dabei gehe es natürlich in erster Linie um das Vernetzen, um das Zusammenbringen ganz unterschiedlicher Menschen. Um die Diversität des Aargaus ganz generell, das gilt auch für das Menü.

Dieses wechselt von Mal zu Mal, ebenso wie die Köchinnen und Köche, mitunter aus den Reihen der interkulturellen Guides des Museums. So wird nicht aufgetischt, was die Aargauer Grossmutter schon kochte, sondern auch, was Aargauerinnen mit türkischen Wurzeln servieren. «Der Aargau ist eben nicht nur die Rüeblitorte, sondern auch Börek», sagt Muscionico.

Das Angebot kommt an: Zwei erste Veranstaltungen Ende 2021 waren beide ausgebucht. «Zu unserer grossen Freude – und Überraschung», sagt Muscionico. Nach einer coronabedingten Unterbrechung findet der Event nun wieder regelmässig statt, so zum Beispiel am 3. und 17. Mai sowie 7. und 21. Juni.

Das Mittagessen im Foyer ist nicht nur gut, es ist vor allem kurzweilig. Weiter geht’s auf die Kurzführung, hoch in die Ausstellung zur «Zeitgeschichte Aargau», dem vierten Band der Kantonsgeschichte. Museumsmitarbeiterin Annette Rutsch will der Gruppe ihre Lieblingsbilder zeigen. Doch davor gibt’s, man nimmt es dankbar an, einen Pfefferminzkaugummi für jeden.

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