Aarau
SVP-Einwohnerrat Winzenried nervt sich über Feuerwerk: «Feiertage dürfen nicht zu Frust- und Angsttagen verkommen»

Der Aarauer Einwohner- und Grossrat Urs Winzenried fragt den Stadtrat, ob dieser nicht ein generelles Verbot für private Feuerwerke erlassen möchte.

Nadja Rohner
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Liegengelassene Böller sah man am Morgen des 1. Januars in zahlreichen Gemeinden.

Liegengelassene Böller sah man am Morgen des 1. Januars in zahlreichen Gemeinden.

Sandro Büchler

In den letzten Tagen haben sich in den sozialen Medien zahlreiche Menschen über die Silvesterböller und -feuerwerke echauffiert. Einerseits über die Knallerei selber, andererseits aber auch über das dadurch verursachte Littering. In Aarau war das nicht anders. Deshalb fragt nun SVP-Einwohnerrat Urs Winzenried den Stadtrat an, ob dieser sich vorstellen könne, «in Aarau analog zu anderen Gemeinden ein generelles Verbot für private Feuerwerke zu erlassen». Winzenried hatte schon nach dem 1. August in einem Leserbrief die Zustände angeprangert.

Urs Winzenried, Einwohnerrat und Grossrat, SVP Aarau.

Urs Winzenried, Einwohnerrat und Grossrat, SVP Aarau.

Alex Spichale

Der Ex-Kripochef, Gross- und Einwohnerrat schreibt in seiner Anfrage, der ursprünglich schöne Brauch sei zunehmend mit zahlreichen negativen Auswirkungen verbunden, weil das Verursachen von unnötigem Lärm in rücksichtsloser Art immer mehr im Vordergrund stehe: «Das private Abrennen von Feuerwerk, insbesondere die Verwendung von Knallkörpern und Böllern, wird für viele Mitmenschen dann zum Ärgernis und zur eigentlichen Plage, wenn beispielsweise zum Jahresende jeweils bereits am 30. Dezember gefeuert wird und die «Knallerei» bis zum 3. Januar weitergeht, in der Silvesternacht selber sogar pausenlos bis in die frühen Morgenstunden.» Und: «Das Verpackungsmaterial inklusive ganze Batterien von abgeschossenen Böllern und Raketen wird oftmals einfach auf den Spazierwegen und im Gras liegengelassen (entsorgt), aber auch Scherben von zerbrochenen Flaschen und halbwegs verzehrte Esswaren zeugen tagelang vom nächtlichen Treiben.»

Winzenried schreibt weiter, ein «durchaus wünschbares generelles Verbot von privatem Feuerwerk am Nationalfeiertag und an Silvester» sei im Polizeireglement der Stadt «ausdrücklich nicht vorgesehen und möglicherweise zurzeit auch noch nicht mehrheitsfähig». Der Jurist findet aber, eine deutlich engere zeitliche Beschränkung der privaten Feuerwerke sei auf jeden Fall ernsthaft zu prüfen. Ausserdem sei ein konsequentes Vorgehen gegen die Verursacher von Abfällen auch in Aarau dringend geboten. «Diese Feiertage dürfen nicht zu Frust-und Angsttagen verkommen», so Winzenried.

Der 1. Januar im Wald in Buchs.

Der 1. Januar im Wald in Buchs.

Leserbild Chris Häfliger

Konkret will er nun vom Stadtrat wissen, als wie gravierend dieser die Probleme einstufe, welche Massnahmen gegen Lärm und Littering ergriffen werden können, ob ein kommunales Verbot oder zumindest eine zeitliche Einschränkung denkbar sei und wie sich der Stadtrat zur laufenden Feuerwerks-Initiative stelle.

Aus anderen Gemeinden klang es ähnlich. Die Buchser SVP-Einwohnerrätin Sandra Meier-Jaisli beispielsweise schrieb auf Facebook, sie habe nichts gegen ausgiebiges Feiern an Silvester, aber gegen das Littering: «Es sah am 1.1.22 aus wie auf einem Schlachtfeld, und dies in ganz Buchs. Das kann doch einfach nicht sein!»

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