Pandemie-Bilanz
Die Walthersburg – eine Festung gegen Corona

Fast 3’000’000 Coronainfektionen und 13’000 Todesfälle hat das Bundesamt für Gesundheit seit dem 24. Februar 2020 schweizweit registriert. Keiner dieser Fälle kommt aus dem Aarauer Seniorenzentrum Walthersburg. Wie kann das sein?

ArgoviaToday
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Zeigt sich wehrhaft gegen das Coronavirus: Die Walthersburg hat in zwei Jahren Pandemie keine einzige Infektion registriert.

Zeigt sich wehrhaft gegen das Coronavirus: Die Walthersburg hat in zwei Jahren Pandemie keine einzige Infektion registriert.

AAR

Zwei Jahre Pandemie hat die Schweiz hinter sich, erst letzte Woche jährte sich zum zweiten Mal der Tag, an dem die erste Coronainfektion im Land registriert wurde. Es scheint fast unglaublich, dass weder beim Personal noch bei den Bewohnenden je eine Coronainfektion festgestellt wurde, oder?

Verzögerte Lockerungen

Man habe schon auch Angst gehabt, dass jemand das Virus erwischt und sich dann das ganze Zentrum ansteckt, sagt die Geschäftsleiterin der Walthersburg, Karin Frey, gegenüber ArgoviaToday. Der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner stand im Alterszentrum auf Walthersburg in Aarau deshalb an oberster Stelle, sagt sie. So sei das gesamte Personal und die Bewohnenden der Alterswohnungen geimpft. «Wir haben die Mitarbeitenden und die Bewohner über die Impfung informiert. Bei niemandem haben wir Druck aufgesetzt, die Impfung wurde freiwillig gemacht», sagt Frey rückblickend.

Auch die weiteren Schutzmassnahmen seien von allen mitgetragen worden. So gut sogar, dass Lockerungsschritte des Bundes erst mit Verzögerung umgesetzt worden seien. So gilt im Restaurant des Zentrums, wo die Bewohnenden ihre Mahlzeiten einnehmen, vorerst 2G für Gäste. Und das, obwohl der Bundesrat diese Massnahme Mitte Februar bereits aufgehoben hatte.

Massnahmen nicht verordnet, sondern abgesprochen

«Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Bewohnern», sagt Karin Frey, man spreche unter anderem solche Massnahmen in regelmässigen Abständen in einem sogenannten Parlamentarium ab und nehme die Wünsche der Bewohnenden auf. So eben auch das verzögerte Lockern. Dass sich so niemand angesteckt hat, trägt zur Motivation bei, sich weiterhin zu schützen und gelassen zu bleiben.

Zwingen will und kann die Geschäftsleiterin sowieso niemanden, in ihren Wohnungen sind die Bewohnenden sehr frei. Für den Umgang untereinander und mit Besuchenden in den Wohnungen habe man lediglich dringende Empfehlungen ausgesprochen, so zum Beispiel zur Händehygiene, Begrüssungs- und Verabschiedungsritualen oder zum Einhalten von Abständen.

Mit 29 solchen Alterswohnungen ist das Zentrum oberhalb der Schanz zudem eher klein. Ein Vorteil, wenn es darum geht, das Virus nicht zu stark zirkulieren zu lassen. Rund acht der 23 Mitarbeitenden sind laut Geschäftsleiterin Frey pro Tag im Zentrum unterwegs und im Kontakt mit den Bewohnenden. Für diese gilt aber sowieso weiterhin Maskenpflicht.

Gemeinsames Mittragen von Schutzmassnahmen, die Impfung und wenig Zirkulation scheinen also die Gründe, warum die Walthersburg eine Festung gegen das Coronavirus ist.

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