Er wird im Spiel der Rapperswil-Jona Lakers eine zentrale Figur sein und die Oltner Verteidigung im Playoff-Viertelfinal von Einsatz zu Einsatz fordern, ja zur Weissglut treiben: Dion Knelsen, Kanadier, 28-jährig.

In 48 Qualifikationspartien verbuchte der Mittelstürmer für die Rapperswil-Jona Lakers 69 Skorerpunkte (30 Tore / 39 Assists) und hatte damit in 40 Prozent (!) aller Lakers-Tore seinen Stock im Spiel. Das bedeutet ligaweit Platz drei der besten Skorer.

Als sich Dion Knelsen im Frühsommer für die Rapperswil-Jona Lakers entschied, unterschrieb er ein wenig ins Blaue. Trotz intensiver Informationsbeschaffung im Internet wusste er nicht recht, was ihn in der zweithöchsten Liga der Schweiz erwarten würde.

Er verliess sich schliesslich auf den international hervorragenden Ruf des Schweizer Eishockeys. «Die Schweiz betreibt sehr gute Juniorenarbeit, hat schnelle Läufer und versierte Techniker», sagt Knelsen, der in den letzten sechs Jahren in Skandinavien spielte – vier in Norwegen, zwei in der zweithöchsten schwedischen Liga.

Diese Eigenschaften verkörpern auch ihn selbst bestens. Es dauerte denn auch nicht lange, bis sich der Kanadier mit feinen Händen in Rapperswil-Jona in die Herzen der Fans spielte. «Dass sich alles derart gut entwickelt hat, konnte ich mir selbst im Traum nicht vorstellen», sagt er am Rande der NLB-Topskorer-Ehrung in Bern.

Nach dem ersten Dutzend NLB-Spielen wurde er von der halben Liga gejagt, auch liebäugelte er mit 1,44 Punkten pro Spiel mit einem Transfer in die NLA. Doch der Kanadier verlängerte um zwei weitere Jahre und tat dies mit einem Statement, in dem er auf Ausstiegsklauseln verzichtete – für eine laut Verein «marktgerechte Lohnerhöhung».

«Wir fühlen uns sehr wohl in der Region. Hier haben wir alles. Wichtig für mich war auch, dass es meiner Familie hier so gut gefällt wie mir persönlich», sagt der 28-Jährige, der mit Frau Kimberly, der dreijährigen Addison und dem einjährigen Viktor in Rüti ZH wohnt.

Der Familie Knelsen gefällt es in der Schweiz so gut, dass sie sich vorstellen könnte, über die Hockeykarriere des jungen Vaters hinaus hier zu leben. Erste Abklärungen wegen eines Kindergartenplatzes für sein Töchterchen haben stattgefunden. «Ich will, dass meine Kinder hier Deutsch lernen.»

An der Grösse gescheitert

Knelsen, der seine Juniorenzeit genauso wie Justin Feser bei den Red Deer Rebels (zwischen Calgary und Edmonton) verbrachte, gelang der Schritt in die NHL nie, obwohl er daran schnupperte. So durfte er in Kanadas Junioren-Nationalmannschaft neben den heutigen Superstars Steven Stamkos oder Drew Doughty stürmen, doch trennten sich nicht zuletzt wegen Knelsens Grösse (1,74m) die Wege alsbald.

Und so freut er sich nun auf die Serie gegen Olten: «Es wird spannend. Beide Teams spielen auf höchstem NLB-Niveau. Ich denke, der Sieger der Serie hat berechtigte Chancen auf einen Finaleinzug.»

Damit würde sich der Kanadier nicht begnügen: «Ich will in der NLA spielen. Ich denke, das ist möglich, dies mit unserem Team zu erreichen.»